07.11.2016, 19:56 Uhr

Sind Sie demenzgefährdet?

Horn: Horn | Das Thema Demenz erfährt in den letzten Jahren viel mediale Beachtung. In den meisten Fällen wird über die Schicksale und Behandlungsmethoden Betroffener berichtet. Was die meisten von uns jedoch genauso sehr interessiert, sind die Fragen: Werde auch ich an Demenz erkranken? Muss ich mir Sorgen machen, oder kann ich dem Älterwerden entspannt entgegensehen?

Natürlich ist es im Einzelfall nicht möglich, eine Vorhersage zu treffen, auf Bevölkerungsebene gibt es jedoch Faktoren, die eindeutig das Entstehen von Demenz begünstigen.

Kriegen Sie ausreichend Schlaf?


Wie wichtig Schlaf ist, wird uns jedes Mal vor Augen geführt, wenn unsere Nachtruhe zu kurz kommt, oder die Qualität unseres Schlafes zu wünschen übrig lässt. Der Wissenschaftler Matthew Walker der Universität Berkeley (USA) untersuchte den Einfluss, den Schlafmangel auf unsere Erinnerungsleistung hat. Er fand dabei heraus, dass die Erinnerungsleistung um 40% reduziert ist, wenn Menschen unter Schlafmangel leiden.

Doch auch langfristig hat Schlafmangel negative Folgen. Eine Studie der Temple University (USA) ging der Frage nach, wie sich Schlafmangel auf die Hirngesundheit auswirkt. Es zeigte sich, dass ein Gehirn, das Schlafentzug ausgesetzt wird, eine höhere Anzahl sogenannter Tau-Proteine aufweist. Diese Proteine sind typischerweise in den Gehirnen von Alzheimer Patienten zu finden und werden als eine Ursache von Alzheimer diskutiert.

Der Grund, weswegen Schlafmangel zu einer erhöhten Tau-Protein-Konzentration führt, ist einleuchtend: Während des Schlafes werden Giftstoffe im Gehirn abtransportiert, bei Schlafmangel entgiftet das Gehirn schlechter. Falls Sie unter Schlafstörungen leiden, sollten Sie diese nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich Hilfe suchen. Oftmals können einfach umsetzbare Tipps helfen, die Schlafqualität zu verbessern (z.B., den Fernseher aus dem Schlafzimmer zu verbannen).

Achten Sie auf eine schlanke Linie?


Dass Zucker Gift für die Figur ist, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Doch auch unser Gehirn leidet unter exzessivem Zuckerkonsum. Der Grund dafür liegt darin, dass durch Zucker der Insulinspiegel sinkt. Insulin ist wiederum bedeutend für die Verbindungen zwischen den Nervenzellen.

Auch die langfristigen Folgen von Übergewicht sind dramatisch: Eine Studie der amerikanischen Krankenkasse Kaiser Permanente untersuchte Versicherte über einen Zeitraum von 40 Jahren. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass jene Versicherten, die in jungen Jahren unter Übergewicht litten, 40 Jahre später ein dreimal höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken.

Doch wie sollte eine Ernährung aussehen, die Hüfte und Hirn schützt? Laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die Ernährung zu höchstens 5% aus Zucker bestehen. Doch wie lässt sich der Zuckerkonsum senken? Zwei einfache Tipps können Ihnen weiterhelfen:

Tipp 1 - Schauen Sie auf die Inhaltsstoffe: Wer denkt, dass sich Zucker nur in süßen Lebensmitteln wiederfindet, irrt gewaltig. Achten Sie beispielsweise einmal auf die Inhaltsstoffe in Ketchup oder Chips, Sie werden verwundert sein, welch große Mengen Zucker sich darin befinden.

Tipp 2 - Selber kochen: Als Faustregel gilt, dass in verarbeiteten Lebensmitteln, wie sie typischerweise in abgepackter Form in Supermärkten zu finden sind, besonders große Mengen Zucker enthalten sind. Umgekehrt benutzen wir in der Regel keinen oder nur sehr geringe Mengen Zucker, wenn wir selber kochen.


Fordern Sie regelmäßig Ihre grauen Zellen heraus?


Wer rastet, der rostet – was uns für unseren Körper logisch erscheint, trifft auch auf unser Gehirn zu. Denken Sie zurück, als Sie das Autofahren erlernten. Während anfangs noch eine Armada grauer Zellen beim Schalten vom zweiten in den dritten Gang beteiligt war, reduzierte sich die für die gleiche Handlung benötigte Anzahl an Nervenzellen nach kurzer Zeit drastisch und jede Handlung erfolgte automatisch.

Da unser Gehirn bei nur circa 2% unserer Körpermasse 15% des Energiebedarfs unseres Körpers ausmacht, ist unser Denkapparat stets bemüht, den Energiebedarf zu reduzieren. Dies geschieht, indem nicht benötigte Gehirnzellen absterben. Mit anderen Worten: Je öfter wir uns geistig anstrengen, desto mehr Gehirnzellen behalten wir bis ins hohe Alter.

Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von einer sogenannten kognitiven Reserve, die durch mentale Aktivität erreicht werden kann. Sie dient als Puffer im Alter, wenn Hirnerkrankungen die geistige Leistungsfähigkeit attackieren. Menschen mit einer hohen kognitiven Reserve können daher die Folgen solcher Krankheiten im Speziellen und die Folgen des Alterns im Allgemeinen, besser kompensieren.

Wie wichtig es ist, geistig aktiv zu bleiben, verdeutlichte eine Übersichts-Studie des Wissenschaftlers Michael Valenzuela. Er wies nach, dass geistig aktive Menschen ein um 46% geringeres Risiko besitzen, an Demenz zu erkranken. Geistige Aktivität hat viele Gesichter: Das Spielen eines Instruments, das Erlernen einer Fremdsprache – oder wissenschaftliches Gehirntraining.

Sie haben Ihre geistige Fitness in der Hand

Wir selbst haben einen großen Einfluss darauf, ob wir auch im Alter fit bleiben, oder, von Demenz gezeichnet, die schönsten Erinnerungen unseres Lebens verlieren.

Quelle: NeuroNation
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