14.10.2014, 08:58 Uhr

Ab dem 6. Oktober arbeiten Frauen in Niederösterreich 86 Tage gratis

(Foto: ÖGB)

Innerhalb eines Jahres nur einen Tag aufgeholt.

23,7% Prozent beträgt der durchschnittliche Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern in Niederösterreich – bei Vollzeitarbeit! Das bedeutet, dass ein Mann schon am 6.Oktober so viel verdient hat, wie eine Frau in einem ganzen Jahr. Im Vergleich zu 2013 hat sich die Einkommensschere in Niederösterreich um EINEN Tag geschlossen, ein beschämendes Zeugnis für Niederösterreich. Bei aller regionaler Unterschiedlichkeit, das Schließen der Einkommensschere geht in allen Bundesländern viel zu langsam voran. „Wir haben zwei schwerwiegende Probleme“, erklärt ÖGB-NÖ-Frauensekretärin Elisabeth Preus. „Erstens wird in Branchen, in denen vor allem Frauen arbeiten, schlechter bezahlt. Zweitens der Anteil der Teilzeitarbeit ist in Niederösterreich besonders hoch. Hauptgrund dafür die nach wie vor fehlende flächendeckende ganztägige Kinderbetreuung. Das benachteiligt Frauen zusätzlich und drückt das Einkommen.“

Die ÖGB Frauen werden daher in der Aktionswoche zwischen 6.10. – 10.10 in allen Regionen Niederösterreichs präsent sein und informieren.

Einkommensunterschiede sind kein Naturgesetz
„Es ist kein Naturgesetz, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Schließlich ist Österreich bei den Einkommensunterschieden ein Negativbeispiel in Europa“, berichtet Preus. Aus anderen Ländern kenne man die Rezepte, die zu mehr Gerechtigkeit führen. Beruf und Familie müssen leichter vereinbar werden. „Frauenarbeit und Stärken von Frauen müssen finanziell besser anerkannt werden“, meint Preus. Dazu brauche es eine bessere Bezahlung in Branchen, in denen viele Frauen tätig sind. Eine wichtige Forderung bleibt daher die Einführung eines kollektivvertraglichen Mindestlohns von 1.500,- Euro brutto. Auch das neue Steuermodell des ÖGB würde Frauen überdurchschnittlich steuerlich entlasten und somit zu einem höheren Einkommen führen.
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