30.09.2014, 12:19 Uhr

Die Welt ist voller (happy) Singles

Günter Jungwirth (26). Er lernt viele Frauen kennen, "wo man sofort merkt, die würde sich mit einem einlassen."

Sie sehen gut aus, stehen mit beiden Beinen fest im Leben, verdienen gut - leben aber in keiner Partnerschaft.

BEZIRK. Immer mehr Menschen leben als Singles. Manche sogar freiwillig. Die Bezirksblätter haben einige getroffen und stellen Ihnen die begehrtesten aber auch die überzeugtesten "Einzelkämpfer" des Bezirks vor. Warum gibt es immer mehr Singles?
"Grundsätzlich glaube ich, dass es ein Grundbedürfnis nach Liebe, Zuneigung und Partnerschaft gibt. Dennoch gibt es überzeugte Singles, die tatsächlich glücklich sind.
Die kommen aber nicht so auf die Welt, das basiert schon auf Frustrationserlebnissen, die irgendwann einmal erlebt wurden", sagt Martin F. Hanko, Psychologe aus Horn. Ronny Seunig mochten die Frauen schon immer und ganz solo ist er nie. "Meine Freundin ist eine Lebensgefährtin, wir wohnen aber nicht zusammen. Ich bezeichne mich trotzdem als Single, weil ich niemandem Rechenschaft schuldig bin über das, was ich tu, weil ich mein Leben so leben kann, wie es mir Spaß macht und keine Kompromisse eingehen muss. Ihr ist's auch wurscht.
Ich bin die ganze Woche allein, brauch das, restauriere z.B. meine Jukeboxen, das ist eine Leidenschaft und ich will nicht, dass mich dauernd wer fragt, 'Was machen wir?'. Ich komprimiere dann die Leidenschaft wieder, wenn wir zwei wo hinfahren."
In seinem Fall ist diese Distanz die er hält auch ein gewisser Selbsterhaltungstrieb. Boris Becker's Scheidung fällt ihm ein. "Da sind 100 Mill. auf einmal weg - Mark in dem Fall nur. Das würd' ich nicht tun, keine Beziehung, keine Frau der Welt ist das wert (schüttelt den Kopf und lacht). Alle meine Ex hab ich schön bedacht. Ich bin z. B. noch nie verlassen worden, irgendwann geh ich halt." Sie werden also sicher niemals heiraten? "Na, sicher nicht (lacht)."
Mario (40) lebte immer nach dem Prinzip: "No risk, no fun", heute sagt er: "Ja natürlich liebe ich die Abwechslung, und alles Neue hat seinen Reiz. Ich hab's schon mal vergeigt! Ich hatte meine Lebenspartnerin gefunden und war nicht treu! Ein schwerer Fehler, den ich heute noch bereue!"
Günter Jungwirth (26), Musketier bei Red Bull, liebt seinen Job und ist Single aus Überzeugung. Beruflich trifft er viele Frauen und nächtigt viel in Hotels. In der Vergangenheit war deshalb Zeit und Eifersucht in Beziehungen Thema - FB-Kontrollen von der Freundin z.B. Deshalb bevorzugt er z.Z. das Singleleben ohne enge Bindung. Beruflich hat er noch viel vor. Ziel ist es schon, eine Familie zu haben - zeitlich nicht festgelegt.
„Beziehung ist der Spiegel, in dem wir uns selbst sehen, wie wir sind“, heißt es in der Psychologie. Durch die Nähe zu einem anderen Menschen treten Eigenschaften zum Vorschein, die sonst im Verborgenen blieben und werden durch den Partner gespiegelt. Wenn wir diese Seiten und damit verbundenen oft negativen Gefühle nicht spüren wollen, gehen wir aus der Beziehung."

Beziehungen in der Leistungsgesellschaft
"Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, wo es uns in die Wiege gelegt wird, dass Dinge schnell geschehen müssen. Es muss schnell gut sein, es muss schnell schön sein und wenns net glei schön ist, dann hör ich auch gleich wieder auf damit. Das ist unsere Leistungsgesellschaft." Diese eingefleischten Singles gibt es, aber es sind die wenigsten. Für die meisten ist es keine Lebenseinstellung sondern eine biographische Episode, sie sind drei Monate oder Jahre Single, dann haben sie wieder eine Beziehung in unterschiedlicher Länge.
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