05.10.2014, 19:01 Uhr

Eine Frage der Ehre und der Lehre

(Foto: Symbolfoto/Archiv)

LESERBRIEF

Zurzeit kursieren rund um das Thema Windkraft so viele Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Lügen, das es wirklich „unheimlich“ ist. Unheimlich deshalb, weil es zeigt, wozu auch gut ausgebildete und intelligente Menschen bereit sind, wenn es ihnen darum geht, Mitmenschen zu manipulieren und engagierte Betreiber der Energiewende schlecht zu machen.

Diese Bereitschaft zu Halbwahrheiten, ganzen Lügen und persönlichen Diffamierungen zeigt, dass die Lehre aus den weltweit immer stärker aufkommenden Konflikten bei unseren hiesigen Antiwindkraft-Manipulatoren nicht ankommt. In langer Reihe gibt es die Konflikte in Ländern wie Syrien, Irak, Ukraine, Algerien, Lybien, Nigeria, Sudan usw. Diese Konflikte kosten jedes Jahr viele tausend Menschen das Leben, und viele hunderttausende ihr Hab und Gut. Und die Konflikte werden auch sicher nicht vor Mitteleuropa Halt machen, wenn wir in den bisherigen Abhängigkeiten von Erdöl, Erdgas und Atomkraft bleiben. Aber die Manipulatoren reden uns ein, dass wir damit nichts zu tun haben. So, als hätten die großen Energiekonzerne aus Europa, USA und Australien diese Länder nicht Jahrzehnte lang über den Tisch gezogen, ihr Vorräte ausgebeutet und dort nur Hunger, Elend, Umweltverschmutzung und Korruption verstärkt.

Die Manipulatoren wollen uns auch einreden, dass wir nichts mit dem Klimawandel zu tun haben, um unser Gewissen auszuschalten. Dies wird dann zur kollektiven Schande, wenn wir es uns einreden lassen. Tatsache ist, dass wir als Österreicher pro Kopf sehr wohl einen gewichtigen Anteil am rasant beschleunigenden Klimawandel haben. Und daher müssen wir auch pro Kopf etwas dagegen tun. Wer sich einreden lässt, dass für den Klimawandel nur die Amerikaner, Chinesen, Russen und Wiener zuständig sind und dass daher auch die Windräder nur rund Wien gebaut werden sollen, verleugnet den eigenen Hausverstand und hält das uralte Florianiprinzip hoch.

Der 1. österreichische Klimabericht (www.apcc.ac.at) wurde nun in jahrelanger Zusammenarbeit von 240 Wissenschaftlern aus allen relevanten Disziplinen erstellt. Es ist seriösen Fachkreisen unbestritten, dass es nicht mehr 5 vor 12 sondern schon darüber ist. Wir steuern in diesem Jahrhundert auf eine Erwärmung um ca. 5° Celsius hin. Das wird die Tage mit über 30° vervielfachen und uns in riesige Schwierigkeiten bringen. Die Frage der Windkraftnutzung ist keine philosophische und auch keine akademische mehr. Sie ist viel mehr Teil der Frage, ob und wie wir zukünftig (über)leben wollen und was wir in 10, 20 oder 30 Jahren unseren Kindern und Enkelkindern die heutigen Entscheidungen und Handlungen erklären können oder uns beschämt abwenden.

Weil ich die Hoffnung in unsere Ehrenhaftigkeit und Lernfähigkeit nicht aufgebe, engagiere ich mich für Energiesparen und erneuerbare Energie – Windkraft ist für die kommenden Jahrzehnte einer der wichtigsten Beiträge dazu.

Otmar Schlager
Energieagentur der Regionen
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