16.06.2017, 18:44 Uhr

Horn: Österreichs erste ethisch orientierte Alternativbank!

Zeichen-Café im Weltladen Horn - Genossenschaftsanteile zeichnen für die Genossenschaft zur Gründung einer Gemeinwohlbank. (Foto: privat)

Zeichencafé für Gemeinwohl-Banking im Horner Weltladen

HORN. Sensationell war das Interesse an der Veranstaltung "Zeichencafé" der Genossenschaft für Gemeinwohl in Horn am vergangenen Samstag, den 10. Juni. Viele Teilnehmende zeichneten noch am selben Abend Genossenschaftsanteile und wurden somit zu Mitgründer*innen von Österreichs erster ethisch orientierten Alternativbank. Rund 30 Interessierte waren gekommen, um den Ausführungen von Referent Bernhard Haas zu lauschen.

Er sprach darüber, warum es wichtig ist, in Österreich eine ethische Bank zu gründen: um zu zeigen, dass ein "Gutes Leben für alle" möglich ist, ganz ohne Spekulation und intransparente Finanzprodukte.

Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten des örtlichen Weltladens statt, der die Anwesenden mit Kaffee und Tee bewirtete. Organisiert wurde das Event von der örtlichen Gruppe der Gemeinwohl-Ökonomie unter der Leitung der Hornerin Ulrike Kleindienst, die auch Kuchen und Brötchen mitbrachte. Passend zum Geiste der Veranstaltung fand zeitgleich der Horner Regionalmarkt der Initiative slow food statt und trug so zum Erfolg der Veranstaltung bei, da viele Marktbesucher auch den Weg ins Zeichencafé fanden.

Gemeinwohl-Banking für Österreich

Die 2014 gegründete Genossenschaft für Gemeinwohl sammelt derzeit Startkapital für die Gründung der ersten ethischen Alternativbank Österreichs. Alle Menschen, Vereine und Unternehmen mit Wohnsitz in Österreich, Deutschland und der Schweiz können ab 200 EUR mitgründen.

Die Genossenschaft hält bisher bei 5.300 Genossenschafter*innen mit einem Gesamtkapital von 3,8 Mio EUR. In Niederösterreich haben bislang über 800 Mitglieder rund 460.000 EUR beigetragen, unter ihnen auch Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann. Die Genossenschaft steht für fairen und transparenten Umgang mit KundInnengeldern, abseits von Spekulation und ist nicht auf Gewinnmaximierung sondern auf das Gemeinwohl ausgerichtet. Durch diese breite Beteiligung entsteht das erste Ethikfinanzinstitut aus der Zivilgesellschaft.

Das Gemeinwohl-Konto

Anfang Mai wurde die erste gemeinwohlorientierte Crowdfunding-Plattform Österreichs präsentiert, für Projekte, die vorher einer Gemeinwohl-Prüfung unterzogen wurden. Und ab 2018 wird es das erste Gemeinwohl-Konto Österreichs für den täglichen Zahlungsverkehr geben.

Die Beteiligungsmöglichkeiten in der Genossenschaft reichen vom schlichten „Weitersagen“ über das Zeichnen von Genossenschaftsanteilen bis zur Initiierung einer eigenen Regionalgruppe. Es gibt bereits 18 Regionalgruppen in fast allen Bundesländern und sechs Regionalbüros in ganz Österreich. "Viele Menschen sehnen sich nach einem anderen Umgang mit Geld im Bankwesen und möchten aktiv werden", zieht Genossenschaftsvorstand Fritz Fessler Resümee.
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