31.08.2015, 11:04 Uhr

Lieber Stoma als Zettel am Zeh

Schön, tapfer, cool: Melanie (20), die mit 17 Jahren mit einer Krankheit zu tun hatte, die sie heute im Griff hat. (Foto: privat)

Mit 17 veränderte sich Melanies Leben spürbar. Sie zeigt, nach einschneidenden Ereignissen ist die Welt schön

WALDVIERTEL. "Im Leben geht es nicht darum, gute Karten zu haben, sondern auch mit einem schlechten Blatt spielen zu können" - ist ein Eintrag auf Melanies Facebookseite.
"Voriges Jahr im Oktober bekam ich diesen Beutel am Bauch. Diesem Beutel verdanke ich mein Leben. Doch nur wenige wissen, was das wirklich ist. Es ist ein künstlicher Darmausgang oder kurz: 'Stoma' genannt", schreibt sie weiter.
Sie möchte mit diesem Bild kein Mitleid erwecken, sondern Betroffenen Mut machen, sich so zu zeigen, wie sie sind und sich nicht zu verstecken und die FB-Freunde bitten, toleranter zu sein. Narben beweisen nicht Schwäche, sondern nur, dass sie keiner unterkriegt.
"Erst wenn man kurz vor dem Tod steht, wird einem bewusst, wie wertvoll das Leben ist und dass man jede Sekunde genießen sollte. Viele denken jetzt sicher, dass das Leben mit Stoma eine totale Einschränkung ist - im Gegenteil: man kann (fast) alles machen.
Und ja, man kann ohne Probleme duschen/baden bzw. schwimmen gehen." Seit drei Jahren litt sie an Colitis Ulcerosa, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, die nur den Dickdarm betrifft und in Schüben verläuft. Das Stoma wurde ihr angelegt, da sie durch diese Erkrankung einen Dickdarmdurchbruch hatte. Ihr gesamter Dickdarm wurde ihr entfernt. "Urteilt nicht zu schnell über andere Menschen, wenn ihr nicht wisst, was diese durchgemacht haben und deren Weg ihr nicht gegangen seid. "Ein Stoma verändert das Leben, macht es aber nicht weniger lebenswert." Ich möchte mich bei all den Menschen bedanken, die in dieser schweren Zeit immer für mich da waren und mich unterstützt haben!" Ihr Motto: Schaue nach vorne und nicht zurück. Melanie macht eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin. Wie heißt es so treffend? Wahre Schönheit strahlt von innen, in ihrem Fall aber auch von außen: Vor einer Woche hat der Profifotograf Wolfgang Schwarzer von ihrem Schicksal erfahren und ihr ein Fotoshooting geschenkt, die Bilder entstanden zum Teil im Bezirk Horn. Sie zeigen das hübsche Mädchen, schön wie ein Model.
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