31.10.2017, 20:09 Uhr

Spechtler mit vier Propellern

Dipl.-Ing. Ferdinand Kickinger aus Eggenburg mit einem seiner Prototypen. (Foto: privat)

Immer mehr Drohnen sind im Horner Luftraum unterwegs. Das kann zu Problemen führen.

BEZIRK. Sie sind ab 100 Euro zu haben und heben immer öfter in den Himmel über dem Bezirk ab. Doch nicht immer sind Drohnen ein Spaß für alle Beteiligten. Im Wienerwald führte ein Fluggerät Anfang Juli zu einem Polizeieinsatz, weil der Pilot eine Nachbarin beim Sonnenbaden filmte. Laut Polizei Horn gibt es im Bezirk keinerlei Amtshandlungen bezüglich Drohnen. Die Bezirksblätter fragten Experten, worauf man beim Betrieb einer Drohne achten muss.
Seit 2007 baut Ferdinand Kickinger aus Eggenburg Drohnen. Er ist ein hochkarätiger Experte! Warum er begonnen hat, Drohnen zu bauen? "Weil ich alle anderen Sachen schon gebaut habe", antwortet er auf die Frage lachend. Das war für den Mathematiker einfach eine neue Herausforderung. Er entwickelt Software für Medizintechnik, die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt.
Man geht von 100.000 Stück Drohnen in Österreich aus. "Vermutlich sind neun von zehn schon kaputt", sagt Kickinger lachend. Denn, "die Lebensdauer von Drohnen ist oft nur bis zum ersten Flug."
"Consumer-Drohnen fliegen ca. 10 bis max. 20 Min. Normale Fluggeräte können nur fliegen. Die besseren Drohnen können Objekten ausweichen, zum Startpunkt zurückkehren, haben unten eine Kamera montiert, damit können sie die Bodenstruktur lesen, sich an der Bodenstruktur orientieren und die Position im Raum halten, wenn es kein GPS-Signal gibt. Sie können aufgrund von GPS-Signalen eben wie in Google Maps Wegpunkten nachfliegen und die Videoverbindung ist Echtzeit, in Full-HD.
Die Drohnen hierzulande stammen so gut wie alle aus China. Weltmarktführer DJI ist erst in den letzten fünf Jahren groß geworden. Was die verkaufen, funktioniert auch", so der Profi.
Kickinger selber baut Prototypen. Er ist von Flugobjekten fasziniert, "von allem was fliegt."

Regeln für Hobbypiloten

Rechtsanwalt Wolfgang Lentschig aus Horn beantwortet Fragen: Was darf ich filmen? "Alles, außer Privatgrundstücke oder andere Personen ohne deren Zustimmung und dort, wo es verboten ist (militärisches Sperrgebiet, etc. )
Was darf ich mit Fotos/Videos machen? Veröffentlichen, etwa auf Youtube. Wo darf ich fliegen, wo nicht? "Es kommt auf die Größe der Drohne an, mit kleinen überall und so lange, bis sich jemand aufregt, ist etwa mit lauter Musik im Garten vergleichbar. Große Drohnen fallen unter das Luftfahrtgesetz, dazwischen gibt es jede Menge Graubereiche, da diese Technik der „Drohne für jedermann“ jung ist und es dazu noch wenig Regelungen gibt und man derzeit auf ähnliche Fälle greifen muss, siehe Musik im Garten, Rasenmähen am Sonntag, etc.
Wie kann ich mich wehren? Immer, wenn ich mich durch einen Drohnenflug gestört fühle, siehe vorhergehende Frage. Darf man Drohnen „abschießen“, um die Privatsphäre zu schützen? "Nein, es ist in Ö grundsätzlich(!) keine Selbstjustiz erlaubt (außer im Notfall...)."
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