05.10.2014, 18:59 Uhr

Windparks in und um Sigmundsherberg

Symbolfoto/Archiv

LESERBRIEF

Die Ereignisse zum Thema Windkraft laden zum Nachdenken ein. An Windeignungszonen war in unserer Gegend nicht zu denken. Doch plötzlich taucht eine Zusendung auf, welche von 200 m hohen Windkraftwerken spricht. Anfangs wurde die Aussendung eher skeptisch betrachtet, denn man ist ja für erneuerbare Energieformen offen und hinterfragte die Aussagen dieser Aussendung. Bei Recherchen stellte sich heraus, dass die Realität noch viel schlimmer ist.
Mehr noch stellt sich heraus, dass sich hier eine einflussreiche Windkraftlobby gebildet hat, welche mit äußerst bedenklichen Methoden und absichtlicher Fehlinformation den Boden für ihre Machenschaften aufbereitet hat. Fakten wurden verbogen, falsche Ideologien wurden geschaffen und Begriffe wurden verdreht. Energieautarkie – Die Region ist nicht autark. Der erzeugte Strom gehört der Betreibergesellschaft. Die Windkraft ist nicht wie beworben für Sigmundsherberg, sondern wird in Sigmundsherberg überwiegend für andere produziert. Eine Windkraftwerksansammlung kann bereits den ganzen Bezirk Horn versorgen, geplant sind vorerst zwei! Viel schlimmer allerdings stellte sich heraus, dass diese Windkraftanlagen nicht hinsichtlich Effizienz weiterentwickelt wurden, sondern einfach nur zu gigantischen Monstern hochskaliert wurden. Die Belastungen für die Anrainer sind nunmehr in keiner zu vertretenden Relation zum Leistungszugewinn, der übrigens durch die Verwendung verhältnismäßig kleiner – und somit billigerer Generatoren nach oben hin begrenzt wird. Die extrem hohen Einspeisetarife sind vollkommen entkoppelt von der freien Preisgestaltung und werden fast vollkommen gestützt durch die Beiträge für erneuerbare Energien. Kurz gesagt zahlen die Energiekunden die Erträge für die Aktionäre und nebenbei wird auf Kosten der Lebensqualität der Bevölkerung ein wenig Strom produziert.
Bereits vor einem Jahr wurden Windeignungszonen festgelegt. In anderen Gemeinden wurde dies thematisiert und sehr viele Windeignungszonen wurden auf Wunsch der Gemeinden gestrichen.
Nicht so in Sigmundsherberg. Hier wurde im Verborgenen mit Betreibergesellschaften gesprochen. Nachdem die Planungen aufgedeckt wurden, wurden eiligst die Projekte vorgestellt. Mit mäßigem Erfolg. Gleichzeitig wurde in einem Artikel der NÖN durch den Bürgermeister der Nachbargemeinde verlautet, dass Bürgerbefragungen nicht vorgesehen sind.
Dementsprechend wurden Unterschriften für einen Initiativantrag für eine Bürgerbefragung gesammelt. Unmittelbar nach den ersten gesammelten Unterschriften sprach der Bürgermeister bereits von einem starken Auftritt der "Windkraftgegner".
Als offenbar wurde, dass ausreichend viele Unterschriften gesammelt wurden, skandierte der Bürgermeister plötzlich, dass er Demokrat sei und selbstverständlich eine Abstimmung durchführen werde. NACH Abgabe des Initiativantrages wurde trotzdem durch den Gemeinderat eine eigene Befragung beschlossen, nur um selbst die Regeln festlegen zu können.
In der Zwischenzeit wurden Gratisfahrten zu den Windparks durchgeführt, gratis Mittagessen und Rahmenprogramm versteht sich von selbst.
Es hat nunmehr eine Materialschlacht begonnen. Windparkbetreiber und Gemeinde kämpfen mit allen Mitteln gegen die eigenen Bürger, um ihre Ziele durchzusetzen. Eine Verrohung der Sitten ist hier auf Seiten der Befürworter zu verzeichnen. „Dreht denen doch den Strom ab“ oder „Wenn sie Geld dafür bekommen sind sie auch dafür“ sind hier die harmlosesten Beiträge.
Als Befürworter der Nutzung erneuerbarer Energieträger und vor allem als Techniker treffen derartige Aussagen hart. Man ist nicht gegen erneuerbare Energien und will reihenweise Atomkraftwerke errichten. Es sind schlicht und ergreifend Konstruktionsgrundsätze vernachlässigt worden und Grenzen, welche bereits vor der Einteilung der Bevölkerung in Windkraftgegner und Windkraftpioniere bestanden, überschritten worden. Die Verwendung der aktuellen Anlagengeneration insbesondere in Verbindung mit den verringerten Abständen kann nur als menschenverachtend bezeichnet werden. Mit dem Hintergrund, dass der produzierte Strom eigentlich gar nicht benötigt wird, ist eine Forderung nach Errichtung dieser Anlagen absurd. Ich selbst möchte nicht in der Nähe derartiger Anlagen leben und würde dies auch niemand anderem zumuten.

Thomas Bischinger
0
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.