Prozess nach Doppelmord
20 Jahre Haft nach Mord an seinen Kindern

Für einiges Interesse sorgte der Schwurgerichtsprozess am vergangenen Dienstag. Angeklagt war der geständige Vater der beiden ermordeten Mädchen.
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  • Für einiges Interesse sorgte der Schwurgerichtsprozess am vergangenen Dienstag. Angeklagt war der geständige Vater der beiden ermordeten Mädchen.
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Der Doppelmord in Längenfeld vergangenen Dezember wurde am Dienstag, den 27. Juli am Tiroler Landesgericht verhandelt. Der geständige Vater der beiden ermordeten Mädchen (neun Monate und zweieinhalb Jahre) wurde zu 20 Jahren Haft nichts rechtskräftig verurteilt.

INNSBRUCK/LÄNGENFELD. Am 28. Dezember des vergangenen Jahres ergriff Fassungslosigkeit das ganze Land. Ein 29-jähriger Längenfelder hatte seine beiden Töchter (neun Monate und zweieinhalb Jahre) erwürgt und danach versucht, sich selbst das Leben zu nehmen. Ihre Mutter war an diesem Tag in der Arbeit. Bereits bei der ersten Einvernahme zeigte sich der bisher als unbescholten und unauffällig geltenden Mann geständig und räumte ein, dass er die Tat schon länger für diesen Tag geplant hatte.   
Beim Schwurgerichtsprozess am vergangenen Dienstag führte Staatsanwalt Florian Oberkofler aus, der Angeklagte habe "mit den Kindern viel Zeit, vollkommen stressfrei, im Himmel verbringen wollen." 

Ein akutes Burnout und depressiven Anpassungsstörung, begleitet von einem verhängnisvollen Heilgedanken sollen ihn zu der Tat getrieben haben.
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Burnout und Anpassungsstörung

Im Zuge eines psychiatrischen Gutachtens kam zu Tage, dass der technische Zeichner unter einem akuten Burnout und einer depressiven Anpassungsstörung litt. Weil er sich selbst diese "Schwäche" jedoch nicht eingestehen konnte, sah er im Suizid den einzigen Ausweg. Wieso der Todeswunsch des Familienvaters dann auch seine Kinder betraf, war selbst für den Gerichtspsychiater Reinhard Haller schwer nachvollziehbar. "Er erklärte, dass er auf die Frau Rücksicht nehmen habe müssen. Diese wollte er nicht als Alleinerzieherin zurücklassen und ihr ein unbeschwertes Leben ermöglichen. Alleine wäre sie überfordert gewesen", so berichtete Haller vom Gemütszustand des Ötztalers. 
"Für so etwas gibt es keine Rechtfertigung, man kann nur versuchen Erklärungen zu finden", meinte Verteidiger Wolfgang Kaseroller.

20 Jahre Haft

Für den Gutachter war es ein "verhängnisvoller Heilgedanke", der zu dem akuten Burnout und der depressiven Anpassungsstörung dazugekommen war. Eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit, die zwei Kindern das Leben kostete. Doch auch die Geschworenen sahen die psychische Erkrankung, das Geständnis und den bis dorthin unbescholtenen Lebenswandel als mildernde Umstände und sprachen sich für ein Urteil von 20 Jahren Haft aus. Es ist noch nicht rechtskräftig.

Doppelmord in Längenfeld
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