50 Jahre Rot Kreuz Ortsstelle St. Leonhard

Seit mittlerweile 28 Jahren Orststellenleiter, warf Egon Neururer einen Blick zurück auf die Anfänge der Rot Kreuz Ortsstelle in St. Leonhard
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ST. LEONHARD i.P. (dl) Getreu ihrem Motto: „Wir sind da um zu helfen“ stehen die Mitarbeiter des Roten Kreuzes in der Ortsstelle St. Leonhard den Pitztalern seit nun mehr 50 Jahren in vielerlei Lebens- und Notlagen freiwillig und uneigennützig zur Seite. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen lud die Rot Kreuzstelle St. Leonhard im Pitztal vergangenen Sonntag, 14. Oktober 2018 zum Festakt in den Gemeindesaal, um ihren runden Geburtstag gebührend zu feiern. Im Hinblick darauf hatte sich die Ortsstelle St. Leonhard bereits im Vorfeld etwas Außergewöhnliches einfallen lassen, damit ihr Jubiläum auch nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Nach der heiligen Messe in der Pfarrkirche zum Hl. Leonhard lud die Rot Kreuzstelle zum Festakt in den Gemeindesaal, wo Bürgermeister Elmar Haid und Bezirksstellenleiter Günter Kugler als Festredner ihre Glückwünsche übermittelten. Den musikalischen Rahmen des Festaktes bildete die Musikkapelle St. Leonhard, die unter der Leitung von Kappelmeister Stv. Hubert Rauch auch im Anschluss an den Festakt musikalisch für beste Unterhaltung sorgte.

Rückblick

Ortstellenleiter Egon Neururer ließ in einem kurzen Rückblick die vergangenen 50 Jahre Revue passieren und gab einen kurzen Überblick über Gründungs- und Entwicklungsgeschichte der Rot Kreuz Ortstelle St. Leonhard.

Nach einem schweren Unfall in St. Leonhard im Jahr 1966, bei dem es vier Stunden dauerte, bis Hilfe eintraf, setzte sich der damalige Bürgermeister Florian Neururer und spätere, erste Ortsstellenleiter für eine Rot Kreuz Ortsstelle ein. Sein Drängen hatte Erfolg und so fand am 20.10.1968 der erste Erste-Hilfe-Kurs in St. Leonhard statt. Die erste Ausfahrt mit einem Rettungsfahrzeug folgte dann im Januar 1969. Während das Rettungsfahrzeug in den ersten Jahren bis 1975 um die 100 -140 Mal ausrücken musste, steigerte sich die Anzahl der Ausfahrten mit der Eröffnung des Gletscherskigebiets bis zum Jahr 2005 auf 1000-1200 Ausfahrten pro Jahr. In den vergangenen Jahren verzeichnete die Ortstelle diesbezüglich einen leichten Rückgang, so, dass sich die Zahl der Ausfahrten im letzten Jahr mit etwa 500 beziffern lässt.

Seit 2008 befindet sich die Rot Kreuz Ortstelle unter einem Dach mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Gemeindesaal. Aktuell verrichten 27 Rettungssanitäter im freiwilligen Dienst dort ihre gemeinnützige Arbeit und gewährleisten Hilfe im Notfall.

In seiner Ansprache unterstrich Bezirksstellenleiter Günter Kugler, dass neben dem 50. Jahrestag der Ortstelle in diesem Jahr auch das 5-jährige Bestehen des First-Responder-Teams gefeiert werden müsse, das das Versorgungsnetz im Pitztal wesentlich effektiver und gemacht habe und damit die Notfallversorgung im Pitztal qualitativ einen großen Schritt vorangebracht habe. Das Team der First Responder besteht heute aus 14 ausgebildeten Rettungssanitätern mit Versorgungstasche und Defibrilator die entlang der langezogenen Strecke durch das Pitztal verteilt stationiert sind, so, dass im Notfall schnellstmögliche Hilfe gewährleistet ist.

St. Leonhards Bürgermeister Elmar Haid unterstrich die große Bedeutung der Ortsstelle für das Pitztal nicht nur im Hinblick auf den Tourismus. „Wir verzeichnen aktuell 600.000 Nächtigungen – diese Zahlen muss eine Organisation erstmal bewältigen können! Selbstverständlich gilt das oberste Augenmerk in Punkto Sicherheit  den Einheimischen im Pitztal, die im Notfall nicht zu kurz kommen dürfen.“ So fürchtet Bürgermeister Haid, die Basis der freiwilligen Arbeit könne zukünftig nicht mehr ausreichen, um eine lückenlose Notfallversorgung gewährleisten zu können. Haid versprach aber, gemeinsam mit Land und Bezirk nach Lösungen zu suchen um der Ortsstelle auch in Zukunft effiziente und erfolgreiche Arbeit zu ermöglichen.

Ehrungen

Neben den Festreden wurden an diesem Sonntagvormittag auch verdiente Mitglieder für ihr Engagement um die Ortsstelle geehrt. So wurden unter anderem Kathi Gundolf, Anna Neururer, Roman Haid, Sigmund Neururer, Alfons Santeler, Richard Haid und Florian Neururer für 50 Jahre im Dienst des Roten Kreuzes mit dem Dienstjahresabzeichen in Gold und der Medaille für Rettungswesen des Landes Tirol in Gold verliehen. Für besondere Verdienste um die Ortsstelle St. Leonhard wurde Richard Haid zum Ehrenmitglied des österreichischen Roten Kreuzes ernannt.

Ein Ereignis wirft seine Schatten voraus

Im Vorausschauen auf ihr großes Jubiläum war es den Mitgliedern der Ortsstelle St. Leonhard schon vor Jahren ein Anliegen, ihrer Feier durch eine besondere Aktion einen weiteren Höhepunkt zu verleihen und gleichzeitig das Credo des Roten Kreuzes zu transportieren. Eine Aktion also, die durch Freiwilligenarbeit einen Mehrwert für die Allgemeinheit schafft und das Rote Kreuz als aktiven Teil der Zivilgesellschaft präsentiert. Außerdem sollte ihre Aktion, so war sich das Team um Ortsstellenleiter Egon Neururer einig, einen, am regionalen Umfeld orientierten, Sinn stiften. So wurde die Idee geboren, ein eigenes Gipfelkreuz zu bauen und auf einem Gipfel im näheren Umfeld aufzustellen. 2016 wurde dann begonnen diese Idee in die Tat umzusetzen. Nachdem das Kreuz 2017, im biblischen Sinne symbolträchtig und dem Sinne des Leitspruchs des Roten Kreuzes, „Wir sind da um (uns gegenseitig) zu helfen“, durch zehn Rettungssanitäter auf den Grabkogel getragen und dort aufgestellt wurde, weihte HW Dekan Pfarrer Paul Grünerbl das Kreuz im Juli 2018 schließlich feierlich im Zuge einer Gipfelmesse. So erstrahlt heute auf dem, von der Ortsstelle aus gut sichtbaren, Grabkogel das Gipfelkreuz und erinnert nicht nur auf dem Gipfel des Grabkogels wohl auch noch in Jahren einerseits an das Jubiläumsjahr der Ortsstelle, andererseits auch an die wackeren Rettungssanitäter und ihren „Kreuzweg“ auf den Gipfel.

Autor:

Daniel Link aus Imst

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