Recyclinghof-Chef Martin Koler im BB-Interview zum Thema Abfall
"Alle Bereiche sind abgedeckt"

Martin Koler hat die Abläufe am Imster Recyclinghof optimiert und dank Software auch jedes Kilogramm im Auge.
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Der Imster Recyclinghof bietet ein breites Spektrum an Entsorgungsmöglichkeiten, aber auch Dienstleistungen an. Martin Koler führt den Betrieb seit sechs Jahren.

IMST. Es gibt kaum eine ruhige Minute am Imster Recyclinghof, ständig liefern Imster und Imsterinnen verschiedenste Abfälle und Wertstoffe an. Recyclinghof-Chef Martin Koler erklärt im BB-Interview, wo es gut läuft und wo man "Luft nach oben" ist.

BEZIRKSBLÄTTER: Seit wann leitest Du den Imster Recyclinghof und mit wie vielen Mitarbeitern muss die Arbeit bewältigt werden?
KOLER: "Wir sind mit mir je nach Saison drei bis vier Mitarbeiter, die sich um den Gesamtbetrieb kümmern müssen. Neben der Kontrolle der verschiedenen Container, bzw der Deponie sind wir Anlaufstelle für alle Fragen rund um den Abfall und geben natürlich auch Biosäcke, Plastiksäcke und Müllbehälter aus."
Der Aufgabenbereich dürfte aber weit größer sein, als man von außen wahrnimmt.
"Selbstverständlich. Sei es die Gestaltung der jährlichen Müllbroschüre samt dem Abfuhrplan, sei es Öffentlichkeitsarbeit in den Schulen, die Beteiligung an verschiedenen Projekten und auch die ständige Weiterbildung ist neben der Verwaltungsarbeit ein ausgiebiges Pensum, das bewältig werden muss."
Bewusstseinsbildung dürfte ein wichtiges Element für die Zukunft sein. Wie intensiv wird hier gearbeitet?
"Ich selbst besuche die Volksschulen und Mittelschulen schon seit Jahren und versuche den Kindern, Umweltbewusstsein und Abfalltrennung zu vermitteln. Seit dem vergangenen Jahr haben wir eine Kooperation mit dem Umweltverein Tirol, der Umweltberater an die Schulen schickt, die in sechs Einheiten spielerisch die Inhalte vermitteln. Ein tolles Projekt."
Was passiert eigentlich mit dem Biomüll?
"Der Abfallbeseitigungsverband Westtirol betreibt in Roppen eine Biogasanlage, die letztlich Energie und guten Kompost produziert. Wir in Imst deponieren nur Erdabfall."
Wohin kommt unser Rest- und Sperrmüll?
"Dieser wird in Roppen verladen und schließlich in den Osten Östereichs zur Verbrennung geliefert. Auch diese Schiene funktioniert reibungslos."
Wie sieht es mit den Müllmengen in Imst generell aus?
"Die Stadt wächst und damit natürlich auch der Müllberg. Allerdings sind lediglich bei Plastik und Karton große Steigerungen vermerkt, bei den anderen Fraktionen macht es sich bezahlt, dass die Imster und Imsterinnen zu 80 Prozent eine gute Trennungsmoral zeigen."
Und was ist mit den restlichen 20 Prozent?
"Diese stellen ein echtes Problem dar, den verunreinigte Wertstoffe, wie Glas, Metall, Papier usw. wirken sich natürlich negativ auf den Preis aus. Vor allem in den heimischen Wohnanlagen funktioniert die Mülltrennung selten und das verteuert das Gesamtpaket."
Wann kann man in Imst Problemstoffe abgeben?
"Früher war der Mittwoch dafür reserviert, seit einigen Jahren nehmen wir aber giftige Stoffe während der gesamten Betriebszeiten entgegen. Das ist dem großen Aufkommen geschuldet. Bei Medikamenten etwa entsorgen wir durchschnittlich drei bis vier 200 Liter-Fässer pro Monat."
Mit welchen Problemen muss man sich sonst noch herumschlagen?
Ein großes Problem ist der Mülltourismus. Hier werden oft über Zweitwohnsitze oder gar heimlich Abfälle in Imst entsorgt, die eigentlich privaterweise abgeführt und natürlich bezahlt werden müssen. Wir kontrollieren natürlich, alle schwarzen Schafe erwischt man aber leider nie."
Gibt es weitere Aktivitäten im  kommenden Jahr?
"Ja natürlich. Zum Beispiel haben wir den Gebrauchtwaren-Tauschmarkt unter dem Titel Re-Use schon seit einigen Jahren, heuer wird dieser am 3. April von 13 Uhr bis 17 Uhr auf unserem Gelände stattfinden. Auch die Umweltinitiative von Referent Norbert Praxmater unter dem Namen 'Imst sammelt Mist' wird heuer weitergeführt. Der Termin dafür ist der 9. Mai."

Autor:

Clemens Perktold aus Imst

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