Blut, Schweiß und Tränen

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Eine Erstbesteigung der Superlative ist Hansjörg Auer samt Bruder Matthias und dem Schweizer Simon Anthamatten nun in Pakistan gelungen. Sie erreichten vor wenigen Wochen den Gipfel des 7400 Meter hohen Kunyang Chhis East und mussten dabei durch eine mehr als 2700 Meter hohe Wand steigen, die so ziemlich alle Schwierigkeiten aufweist, die in der Alpinistenszene gefürchtet sind: Eisbrüche, Lawinen, Schwierigkeiten im Fels, Wetterkapriolen, Frost und Biwaks auf Gletscherpilzen über dem gähnenden Abgrund. Auer, der schon mit seiner sensationellen Solobegehung des "Wegs durch den Fisch", bzw. durch die Winterbegehung der "Sagwand" für Furore sorgte, hat nun endgültig Berggeschichte geschrieben. Mehr als sieben Expeditionen sind in den vergangenen zehn Jahren bereits an dem kühnen Vorhaben gescheitert, eine davon nur wenige hundert Meter unter dem Gipfel. In der Szene gilt der Siebentausender als eines der "letzten großen ungelösten Probleme im Karakorum". Hansjörg Auer ist kein Mann der großen Worte, gerät aber bei der Beschreibung dieser Tour selbst in Emotionen: "Es war einfach beinhart. Wir sind im Alpinstil ohne Fixseile und sonstige Hilfen geklettert. Als wir schließlich im dritten Anlauf nach fünf extremen Tagen in der Wand am Gipfel angekommen waren, sind Tränen geflossen. Wenn wir nicht zufällig eine Eishöhle gefunden hätten, in der wir zwei Schlechtwettertage überdauerten, dann wäre uns wohl kein Erfolg vergönnt gewesen. Auch die Biwaks in der Wand waren echt lebensgefährlich. Einmal waren wir an einem Punkt angekommen, an dem wir fluchtartig die Wand verlassen mussten, um das nackte Überleben zu sichern. Rund 14 Stunden lang seilten wir uns ab." Das Echo in der Alpinistenszene ist enorm, die Erstbegehung wird als echte Pionierleistung gefeiert. Auer: "Zahlreiche Bergsteigerkollegen aus der ganzen Welt haben sich bereits gemeldet und gratuliert. Vor allem mein Bruder Matthias, der im Alpinbereich ein nahezu Unbekannter ist, darf mehr als nur stolz sein. Immerhin hatte er durch seine Handverletzung weniger Zeit zum Akklimatisieren und daher ein großes handicap zu überwinden. Wir sind jedenfalls sehr glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben und außer leichten Erfrierungen und sechs Kilo Minus keine Schäden davongetragen haben." Das nächste Ziel des Ausnahme-Alpinisten ist noch nicht fixiert, aber "so etwas in dieser Richtung ist schon die ultimative Herausforderung..."

Autor:

Clemens Perktold aus Imst

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