Dialektgedichte von Lea Jehle, ChristiAna Pucher, Birgit Rietzler
Buchpäsentation „Eppes riahrt sig” in Imst

v.l.r.n.r.: Die Autorinnen Lea Jehle, Annemarie Regensburger (Herausgeberin), ChristiAna Pucher und Birgit Rietzler freuten sich über die gelungene Präsentation des Buches „Eppes riahrt sig”, das im Kyrene  Verlag erschienen ist.
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IMST(alra). Die Autorinnen Lea Jehle, ChristiAna Pucher und Birgit Rietzler luden am 23. Mai gemeinsam mit Herausgeberin Annemarie Regensburger zur Buchpräsentation. In der Tyrolia Buchhandlung in Imst stellten sie ihr druckfrisches Werk „Eppes riahrt sig” vor.

Annemarie Regensburger ist als Schriftstellerin und namhafte Vertreterin von Lyrik und Kurzprosa in Dialekt und Schriftsprache bekannt. Sie ist Mitbegründerin des WORTRAUM, der Plattform für Oberländer Autorinnen und neben zahlreichen eigenen Projekten besonders aktiv, wenn es um die Förderung von Literatinnen geht. 2016 trat sie als Herausgeberin des Buches „Eppes tuet sig” in Erscheinung, das Texte von Maria Koch, Angelika Polak-Pollhammer und Ingeborg Schmid-Mummert beinhaltet. Auch der zweite Band dieser Reihe vertritt Arbeiten von zwei Wortraum-Autorinnen – Lea Jehle und ChristiAna Pucher. Die Vorarlbergerin Birgit Rietzler ergänzt als Gastautorin das sprachliche Spektrum. Die Dialektgedichte im Buch sind jeweils auch in einer Version in Standardsprache zu lesen.

Sprachvielvalt vom Waldviertel zum Bregenzerwald

Dialektgedichte von Ost bist West lautet der Untertitel des Buches und die drei Frauen vertreten, ihrer Herkunft entsprechend, sehr unterschiedliche regionale Sprachcharaktere. Lea Jehle, geboren und wohnhaft in Zams, bringt den lokal vertrauten Oberländer Dialekt mit, ChristiAna Pucher stammt unüberhörbar aus dem Waldviertel und lebt in Ötztal-Bahnhof, Birgit Rietzler wohnt in Au im Bregenzerwald und lässt somit den wohl intensivsten der drei Dialekte mit einfließen.

Die drei Autorinnen gaben während der Lesung Einblicke in ihre unterschiedlichen stilistischen und inhaltlichen Ansätze, die letztendlich im Gedicht münden. Die feine Beobachtungsgabe, die kritische Auseinandersetzung mit Themen des Alltags und zwischenmenschliche Vorgänge bestimmen ihr literarisches Schaffen. Die Nuancen, die sich im regionalen Sprachgebrauch für die Umschreibung von Emotionen und Befindlichkeiten ergeben, bereichern die kurz gehaltenen Texte auch zwischen den Zeilen. Der Dialekt zeigt sich als verdichtete Ausdrucksform, die sehr klar und direkt vermittelt und doch Spielraum für Individualität zulässt.

Dialekt  – ausdrucksstarker, nuancenreicher Feinschliff

Lea Jehle lässt aus ihrem Fühlen und Denken Literatur entstehen – sie umschrieb in ihrer Lesung unterschiedliche Beziehungsmomente zwischen Sehnsucht, Sprachlosigkeit, Angst, Verletzung und Erinnerung. ChristiAna Pucher legt ihre Arbeiten herausfordernd, gesellschaftskritisch und frauenpolitisch, aber auch charmant erotisch an – Gedanken zu Rollenbildern, zwischen Papst und Geistin, bildhafte Symbole für die Weiblichkeit, zwischen Selbstzweifel und Selbstbewusstsein bis hin zum „Du” und dem weisen Herz, brachte sie zu Gehör. Birgit Rietzlers Stil weist verspielte Momente und Metaphern auf – feinsinnig beobachtete Details erhöht sie im Wort, im Bregenzerwälder Dialekt, zur bewussten Wahrnehmung. Vom Warten, dem Dummheiten machen, von Tönen, die fehlen und Menschen, die nicht mehr da sind bis hin zur spannend aktuellen Frage – „Hoamat hebsch no...Heimat hälst du noch?” – ließ sie intensiv aufhorchen.

Raum für wortstarke Literatinnen

Annemarie Regensburger gratulierte den Autorinnen zum Erstlingswerk und beschrieb das bedeutende Ereignis, dem ein langer Vorbereitungsprozess voranging, mit den Worten: „Mit dem ersten eigenen Buch, hält man sozusagen ein geistiges „Popele” (Baby) in Händen.” ChristiAna Pucher sprach der Herausgeberin dementsprechend die Rolle der geistigen Hebamme zu. Auch die Obfrau des WORTRAUM, Angelika Polak-Pollhammer überreichte an ihre Kolleginnen Glückwünsche und Blumen zum gelungenen Buchprojekt.

Aufmerksam genoss das Publikum bei der Buchpräsentation den Ausflug durch die drei Dialekte und durch die tiefgründigen Gedankenwelten von Lea Jehle, ChristAna Pucher und Birgit Rietzler, der stimmungsvoll von Sarah Amon am Klavier untermalt wurde und honorierte den Leseabend mit gebührendem Applaus.

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