Kleines Bezirkstheater wiederbelebt
Das verschworene Tal - ein Theater-Stück voll von Geschichten

Die Schauspieler bei der Premierenvorstellung auf der Bühne
5Bilder
  • Die Schauspieler bei der Premierenvorstellung auf der Bühne
  • Foto: Theaterstadl Stams - Facebook
  • hochgeladen von Matthias Abler

Ein historisch basierendes Theaterstück feierte am letzten Freitag, 24. Mai in Stams im kleinen Bezirkstheater Premiere. Die Idee aus einem Buch von Walter Lechleitner ein Theaterstück entstehen zu lassen, begeisterte den rührigen und umtriebigen Imster Kurt Zebisch schon des Längeren. Mit Helmut Walch, der mit der Erstellung eines Rollenbuches für die theatralische Umsetzung beauftragt wurde und Luis Auer, der für die Regie verantwortlich zeichnet, konnten zwei Koryphäen auf ihrem Gebiet gefunden werden. Auch die Wahl des Spielortes, dem Stadel in dem das kleine Bezirkstheater Stams noch bis vor einigen Jahren spielte war kein Zufall, Kurt Zebisch war es ein Anliegen dieses wiederzubeleben. Nach nur 25 Proben war der Versuch geglückt, trotz viel Text gelang es den zahlreichen Laienschauspielern sich gekonnt in Szene zu setzen und dem Publikum im vollbesetzten Stadel in Stams die Geschehnisse der beiden Dörfer hinter dem Hahntennjoch näher zu bringen.
Wie Luis Auer, der Regisseur des Stückes erklärt ist das Theaterstück ein Versuch die Geschichte des Hahntennjoches sowie der beiden Dörfer Bschlabs und Pfafflar sowie deren Bevölkerung dem Publikum näherzubringen. Nach dem bereits vorhandenen Buch von Walter Lechleitner hat es sich Helmut Walch zur Aufgabe gemacht ein Melodram zu erarbeiten welches von zahlreichen Laienschauspielern nun authentisch auf der Bühne gespielt wird. Es geht darin um Listigkeiten und Lustigkeiten jener Zeit, um zwischenmenschliche Beziehungen zwischen den beiden Dörfern die eigentlich aufgrund Ihrer Herkunft so gar nichts miteinander zu tun hatten. Während die Bewohner von Pfafflar ursprünglich aus dem Engadin stammten, so ist die Herkunft der Bürger von Bschlabs aus dem rätoromanischen Wallis. Das Geschlecht der Starkenberger hat den Zuzug dieser armen Leute in die abgeschiedenen Weiler gefördert und die Menschen unter Berufung ihrer Weiderechte auch noch zur Abgabe eines Großteils der erwirtschafteten Milch und Käse gezwungen. Als die Bewohner allerdings den Abbau von Zinnblende für sich entdeckte waren sich beide Dörfer einig man müsse in der Not zusammenhalten und keinesfalls dürfen die Starkenberger und Schrofensteiner Herren von diesem Abbau erfahren da man ansonsten wieder riskierte trotz harter Arbeit nur einen Bruchteil der Einnahmen aus dem Abbau selbst behalten zu können. So konnte durch List und Kontakte zu den Ehenbergern und Fuggern sowie nach Füssen ein Weg des Verkaufes des Erzes über das Lechtal nach Füssen und Augsburg gefunden werden ohne große Abgaben übers Hahntennjoch nach Imst und Starkenberg leisten zu müssen. Die Quintessenz der beiden Dörfer die uns auch eine Lehre bis in die heutige Zeit sein kann: Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Das Elend hatte die Bewohner der beiden Dörfer nicht nur geschäftlich sondern auch zwischenmenschlich zusammengeschweißt´was im Theater-Melodram auch mehrfach zum Ausdruck kommt. Durch fleißige Arbeit kamen die beiden Dörfer innerhalb von 2-3 Jahren zu ungeahnten Wohlstand, neuen Gewändern, Werkzeugen, ja sogar der Hausbau florierte. Trotz der vielen Historie, es wurde hier gekonnt ein durchwegs auch amüsantes Theaterstück auf die Bühne gestellt, welche meisterhaft und in Eigenregie von Markus Kniepeiß einem Künstlertalent aus Mieming umgesetzt worden ist. Mit viel Selbstmotivation und Erkundigungen auch vor Ort wurden sogar historische Häuser von ihm detailgetreu nachgebaut und sogar mit Airbrush Technik aufgewertet. Das Theaterstück - ein sehenswertes Stück Oberländer und Lechtaler Heimatgeschichte dessen Besuch ich nur jedem nahe legen kann. Weitere Aufführungen finden am 01.06. um 20 Uhr, am 02.06. um 18 Uhr, am 07.06. um 20 Uhr, am 10.06. um 18 Uhr, am 14.06. um 20 Uhr sowie letztmalig am 15.06.2019 um 20 Uhr jeweils im Theaterstadl, Auweg 2 in Stams statt. Es besteht auch die Möglichkeit ein Theatermenü in der Hirschentenne Stams zu genießen. Um Reservierung wird gebeten. Tel.: 0664-4622994 und 0650-5053959

Autor:

Matthias Abler aus Imst

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.