Pressewanderung - Alplhütte
Der Weg als Ziel - die Arbeit der Wegewarte im Portrait

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TELFS. Was wären die Tiroler Berge ohne ihre Wanderpfade und Steige?
Rund 26.000 Kilometer markierte Wege und Steige durchziehen die Tiroler Berge. Diese werden nicht nur von vielen Mitgliedern des Österreichischen Alpenvereins genutzt, sondern teilweise auch von ihnen unterhalten. Rund 300 Wegewarte sind dafür Jahr für Jahr ehrenamtlich im Einsatz.
Im Rahmen einer Pressewanderung am Mieminger Plateau bei der Neuen Alphütte wurde am Dienstag, dem 14.9.2021 gemeinsam mit Alpenvereins-Experten – Mag. Peter Neuner (Leitung Öffentlichkeitsarbeit), Clemens Matt (Generalsekretär des AV), Andreas Bstieler von der Sektion Hohe Munde des AV, Wegewart Andi Schatz und ehemaliger Wegewart Reinhold Zipperle, die Arbeit der Wegewarte vorgestellt und das Thema „Wegebetreuung in Österreich“ beleuchtet. Auch wurde bei der Wanderung ein kurzer Rückblick auf die 10-jährige Partnerschaft des Alpenvereins mit Handl Tyrol (Partner beim Erhalt von Hütten und Wegen) gemacht.
Zunehmende Herausforderungen erschweren die Einsätze Jahr für Jahr. Eine App, ein Risikomanagement – Tool und ein Wegewartsausweis sollen künftig Anreize schaffen und den Stellenwert des Ehrenamtes unterstreichen.
Viele unserer Wege führen zu Schutzhütten und ins Hochgebirge unseres Landes. Die steigende Zahl von Wanderern mit geringerem bergsteigerischen Wissen und Können, sowie die Folgen zunehmender Extremwetterlagen erhöhen den Druck im Wegewartungsbereich. Der Alpenverein forciert die Bewusstseinsbildung sowie die Ausbildung von Bergwanderern, Bergsteigern und Wegewarten, um Unternehmungen im Gebirge auch in Zukunft so sicher wie möglich zu machen und rückläufigen Zahlen der Ehrenamtlichen vorzubeugen.
Niklas Ohnmacht von der Alpenverein – Abteilung Hütten, Wege und Kartographie resümierte: „Immer mehr Menschen sind am Berg unterwegs. Viele haben hohe Erwartungshaltungen und setzen einfache Wege voraus. Dadurch werden potentielle Gefahren im alpinen Gelände gern unterschätzt, die aber auch auf einfachen und bestens gewarteten Wegen vorkommen können. Vor allem die Erwartungshaltung ungeübter Wanderer einer umfassenden Sicherheit gegenüber, ohne sich der Eigenverantwortung bewusst zu sein, hält unsere ehrenamtlichen Wegewartinnen und Wegewarte im wahrsten Sinne des Wortes in Atem.“

Aufwand für Ehrenamtliche steigt

Die unverzichtbare Säule der ehrenamtlichen Instandhaltung stößt in breiten Kreisen auf Anerkennung. Gleichzeitig halten Herausforderungen im Einsatzbereich auf Trab. Besonders die gewaltigen Schneemassen des vergangenen Winters wurden zu einer Mammutaufgabe bei den Sanierungstätigkeiten. Im Jahr 2020 investierte der ÖAV rund 370.000 Euro für die Behebung von Schäden, die von diversen Naturgewalten verursacht wurden. Erosion, Starkregenereignissen u.a. machen jährlich aufwändige Wegesicherungsmaßnahmen oder sogar Wegverlegungen zur Notwendigkeit für Ehrenamtliche.
Zur Arbeit der Wegewarte kommen noch ca. zehn Umweltbaustellen pro Jahr, die der Alpenverein ausschreibt, wie Helmut Maier berichtete. Weil die Arbeit so schwer ist, müssen die Helfer zwischen 16 und 30 Jahre alt sein (andere Projekte, der Einsatz beim Almbauern oder im Waldbau, stehen allen Freiwilligen offen). Bezahlung gibt es keine, die Anreise übernehmen die Teilnehmer selbst, Kost und Logis sind umsonst.
Warum tut man sich so etwas an? „An den Wetterschwankungen, die Erosion, Hangrutsche und Steinschlag verursachen, sind wir Menschen ja nicht unbeteiligt“, sagte eine der Freiwilligen. „Ich will der Natur etwas zurückgeben.“ Die anderen stimmten zu. „Aber natürlich bin ich auch einfach gerne in den Bergen.“
Zum Schluss der Pressewanderung kam auch der Chef von Handl Tyrol – Karl Christian zu Wort und erklärte, warum der Österr. Alpenverein auf ein Jahrzehnt der großzügigen Unterstützung seitens des Tiroler Familienunternehmens beim Erhalt und der Pflege von Wegen zurückblicken kann. Er sagte: „Der Schutz der Natur und unserer Alpen ist für uns als Tiroler Familienunternehmen Ehrensache und Verpflichtung zugleich. Wir übernehmen unsere soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und Familien in der Region. Wir übernehmen aber auch Verantwortung in Bezug auf die einzigartige Natur in der wir leben und es macht uns Freude, den Alpenverein bei seiner wichtigen Arbeit zu unterstützen.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen aller TeilnehmerInnen und einem Rückblick endete die sehr informative Pressewanderung in den Mieminger Bergen. föwe

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