"Die Glasmenagerie" - Spiel der Erinnerungen feierte Premiere an der Bühne Imst Mitte

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IMST(alra). "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams steht auf dem aktuellen Spielplan des Theaterforum Humiste an der Bühne Imst Mitte, am 14.November fand die Premiere statt. Als "Spiel der Erinnerungen" ist das autobiographisch geprägte Stück zum weltbekannten Klassiker des Autors geworden, ob seiner zeitlosen Darstellung von fragilen unverfüllten Wünschen und tristen Alltäglichkeiten ungebrochen erfolgreich. Der junge Tom Wingfield, in unterschiedlichsten Gemütslagen sehr souverän und überzeugend dargestellt von Peter Mair, tritt als reflektierender Erzähler und zugleich als Familienerhalter neben Mutter und Schwester in einer beengenden Lebenssituation auf. Die Sehnsucht nach Aufbruch und eigenem Abenteuer beutelt den jungen Mann, der unerfüllt seiner Arbeit nachgeht und heimlich Gedichte verfasst. Vom Vater verlassen, kämpft die Familie sowohl mit den Folgen seiner Abwesenheit, als auch mit seiner stets fühlbaren Nachhaltigkeit. Andrea Reich, verkörpert die Rolle von Amanda Wingfield mit großer Überzeugungskraft und Präsenz. Durch und durch in verklärten Erinnerungen festhängend, strebt sie vehement die Verwirklichung des amerikanischen Traums für ihre Kinder, vor allem für ihre Tochter Laura an. Die alles dominierende Mutterfigur mit einer schweren Altlast an nicht erfüllten Illusionen drängt die eigenen Bedürfnisse der Kinder nach Leben und Freiheit in den Schatten. Laura, dargestellt von Nora Winkler, versinnbildlicht alle Zerbrechlichkeit, Schüchternheit, den hilflosen Rückzug ins ich. Dem Bild und den Ansprüchen der Mutter kann und will sie nicht genügen, ein körperliches Handicap empfindet sie als tiefen Makel und so lenkt sie alle Aufmerksamkeit und Empfindung auf ihre Sammlung von kleinen Glasfiguren, die in ihrer leichten Zerstörbarkeit die tiefe Symbolik, die dem Stück zugrunde liegt, einmal mehr unterstreichen. Nora Winklers Spiel beeindruckt in allen Facetten, ihre Mimik und Körperhaltung sind Seelenspiegel, ihr Ausdruck
trifft exakte Emotionen. Oliver Krieglsteiner tritt im zweiten Teil des Stückes als
Toms Freund, Jim O´Connor und erhoffter Verehrer Lauras in Erscheinung. Die Rolle des ambitionierten jungen Mannes, der aufstrebende Pläne mit Lebensweisheit paart, ist großartig ausgefüllt. Jim ist ein kurzer Lichtblick in der Tristesse, der das Mädchen aus seiner Innenwelt löst, in natürlichen und sehr flüssig gespielten Dialogen öffnen sich die beiden Menschen in ihrer unterschiedlichen Weise, zwischen Behutsamkeit und Lebenslust. Doch die Dramatik kehrt zurück und die letzten Rückblicke Toms lassen erahnen, dass er der Enge und den Umständen wohl äußerlich entflohen ist, in seinem Gewissen jedoch vor allem die Erinnerung an das zerbrechliche Schicksal seiner Schwester Laura nagende Zweifel und Schuldgefühle nährt.
Unter der Regie von Christian Reiter, der gemeinsam mit David Grissemann und Peter Mair auch für die Dramaturgie verantwortlich zeichnete, trug die anspruchsvolle Umsetzung mit absolut authentisch besetzten Rollen, sowie einer sehr gekonnten Ausarbeitung des szenischen Raums, in Bild, Musik und Licht zur inhaltlichen Wirkung des großen Stückes maßgeblich bei. Der Premierenabend war bis auf den letzten Platz besetzt und fand beim Publikum gebührende Anerkennung und viel Applaus.

Weitere Termine: 21./28.November 2015, 8./9./15./16./22./23./29./30./Jänner 2016
jeweils 20.15 Uhr an der Bühne Imst Mitte
Kartenreservierungen: www.humiste.at Tel. 0664 6360646

Autor:

Alexandra Rangger aus Imst

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