BB- Interview mit dem Imster Kickbox-Trainer Christian Kopp
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Christian Kopp ist ein erfolgreicher Kickboxer und engagierter Trainer.
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  • Christian Kopp ist ein erfolgreicher Kickboxer und engagierter Trainer.
  • Foto: Fotos: Kuprian
  • hochgeladen von Clemens Perktold

Der Imster Kickbox-Trainer Christian Kopp hat sich nach seiner aktiven Karriere besonders der Jugendarbeit verschrieben. Über die Möglichkeiten und sozialen Vorteile eines Kampfsport-Trainings spricht er im Interview.

BB: Was sind die generellen Vorteile, wenn man als Jugendlicher oder Erwachsener Fitness- & Kampfsporttraining betreibt?

Christian Kopp: "Ein professionelles Kampfsporttraining ist sehr ganzheitlich und verbessert Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Schnelligkeit und die Mentale Stärke. Dies ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen wichtig. Aber speziell bei Kindern und Jugendlichen trägt das Kampfsporttraining zu einer optimalen körperlichen und geistigen Entwicklung bei. Dadurch wird man selbstbewusster, disziplinierter, zielstrebiger und ehrgeiziger."
BB: Was bietest Du in Deinem Verein für Möglichkeiten an?

Kopp: "In unserem Kickboxverein in Imst bieten wir ein wöchentliches Ganzjahrestraining für Kinder (ab 6 Jahren), Jugendliche und Erwachsene an. Die Schwerpunkte beim Training sind Kickboxen, allgemeine Fitness und Gesundheitstraining. Die Einheiten werden von ausgebildeten und erfahrenen Trainerinnen und Trainern geführt. Wir veranstalten regelmäßig Gürtelprüfungen und haben ein Wettkampfteam, welches sehr erfolgreich an nationalen und internationalen Kampfsportturnieren teil nimmt.
Das Schnuppertraining für Neueinsteiger findet im September und Februar statt. Aktuell ist leider kein Neueinstieg möglich, da wir bereits über 70 Mitglieder haben und durch die Situation mit Corona ist nur ein eingeschränkter Trainingsbetrieb möglich."

BB: Wie sieht Dein persönlicher Werdegang aus?

Kopp: "2006 habe ich mit dem Kickboxen begonnen
, 2010 erfolgte die Gründung Kickboxclub Tiroler Oberland. Seit 2010: regelmäßige Aus-, Weiter- und Fortbildungen im Bereich Kampfsport, Fitness, Selbstverteidigung, Gesundheitstraining, Kinder- und Jugendtraining,… (staatlich geprüfter Kickboxtrainer, Dipl. Fitness- und Gesundheitstrainer, Functional Fitness Trainer, Krav Maga Trainer, …)
2010-2015: habe ich sehr erfolgreich an nationalen und internationalen Kampfsportturnieren teilgenommen (Österreich, Deutschland, Italien, Irland), welche ich auf Grund von Verletzungen vorzeitig beenden musste
2013: Selbständig als Personal Trainer, Kampfsportlehrer und Selbstverteidigungstrainer -> www.kopp.fit
2018: Berufsgruppensprecher der Fitness- und Personal Trainer Tirol (WKO)"

BB: Ihr habt im Verein schon zahlreiche Erfolge gefeiert. Was waren Deine Highlights?

Kopp: "Wir haben bereits seit 2010 ein sehr erfolgreiches Wettkampfteam. Bestehend aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (Männer und Frauen). Unter unseren Schülern befinden sich Tiroler Meister, Staatsmeister, Weltcupsieger, Junioren Vize-Europameister und einen Podestplatz bei der Junioren Weltmeisterschaft im Kickboxen."

BB: Wie groß ist der soziale Wert eines Kampfsport-Trainings?

Kopp: "Aus meiner Sicht sehr groß. Einerseits werden den Schülerinnen und Schülern wichtige Werte, wie zB Respekt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und ein nettes Miteinander, vermittelt. Das Kickboxtraining verhilft schüchternen und introvertierten Menschen dabei aus sich heraus zu kommen, selbstbewusster zu werden und mehr Lebensfreude zu haben.
Weiters engagieren wir uns auch regelmäßig im sozialen Bereich. Dh wir veranstalten Trainings an sozialen Einrichtungen und Instituationen. Spenden Geld für wohltätige Zwecke oder Bekleidung und Schutzausrüstung (zb 2018 an einen bedürftigen Verein in Bosnien)."

BB: Können gewaltbereite Jugendliche bei dir lernen, mit ihren Aggressionen umzugehen?

Kopp: "Generell lehnen wir das Training mit Personen, die aggressiv oder gewalttätig sind, ab. Die Ausübung des Kickboxens ist in erster Linie ein Sport und darf nur im Notfall zur Selbstverteidigung verwendet werden. Und wir wollen Menschen, die ein hohes Aggressionspotential aufweisen, keine Techniken lehren, die andere Personen gefährden.
Im Kinderbereich kann es sehr förderlich sein, wenn ein hyperaktives oder aggressives Kind mit dem Kickboxen beginnt. Solange alle unsere strengen Regeln befolgen, ist jeder herzlich willkommen. Aber sobald wir feststellen, dass jemand die erlernten Techniken missbraucht und den guten Ruf unseres Vereins beschmutzt, führt dies zum sofortigen Ausschluss!"

BB: Macht es auch für ältere Menschen Sinn, noch mit einem Kampfsporttraining zu beginnen?

Kopp: "Definitiv. Es ist nie zu spät um mit einem (Kampfsport)Training zu beginnen. Wir haben Mitglieder im Verein, die bereits 50 – 60 Jahre alt sind. Und diese sind um einiges fitter als viele junge Leute. Wir versuchen das Training bestmöglich für alle Altersklassen zu gestalten. Jeder kann das Training in seiner Intensität oder nach seinen Möglichkeiten machen. Im Personal Training Bereich trainiere ich auch mit Personen über 60 – 70 Jahren. Speziell in dem Alter ist es sehr wichtig regelmäßig ein gezieltes, gesundheitsförderndes Training zu machen. Damit wird die Muskulatur bestmöglich erhalten, die Koordination verbessert und die Lebensfreude gesteigert. Und sie können aktiver, vitaler und glücklicher ihren Alltag bewältigen."

Das Gespräch führte
Clemens Perktold

BB: Ist Mental-Training ebenfalls ein Bestandteil des Trainings?

Kopp:
Ja, das mentale Training ist ebenfalls ein wichtiger Teil des Kickboxtrainings, da man beim intensiven Training bis an seine Grenzen und darüber hinaus geht. Und dies klappt nur mit der richtigen Motivation! Aber speziell für unsere Wettkämpfer ist ein regelmäßiges Mentaltraining sehr wichtig. Nur so können sie 100% ihrer Leistung im Wettkampf abrufen.

BB: Wie bewertest du als Sportler und Trainer den allgemeinen Zustand der Jugend. Sind Defizite in Sachen Konzentration und Koordination erkennbar?

Kopp:
Aus meiner Sicht gibt es bei vielen Jugendlichen große Defizite in sportlicher Hinsicht. Beim Training sieht man sehr gut, welche Jugendliche in der Kindheit regelmäßig Sport gemacht haben, und welche nicht. Dies bemerkt man an mangelnden motorischen Fähigkeiten, einer schlechten Koordination und einer generell sehr schwachen Kondition. Dies wirkt sich auch sehr negativ auf das Erwachsenenalter aus. Es ist sehr schwierig, sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die in der Kindheit nicht angeeignet wurden, im Erwachsenenalter aufzuholen.

BB: Was kannst Du Eltern für Tipps geben?

Kopp:
Den besten Tipp den ich Eltern geben kann ist, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Die Eltern sollten ihren Kindern einen sportlichen und gesunden Lebensstil vorleben. Und darauf achten, dass die Kinder so viel als möglich im Freien sind, sich bewegen, ausgewogen ernähren und soziale Kontakte haben. Wichtig ist auch, dass man den Kindern erklärt, warum etwas für sie gut ist oder nicht. Wenn Kinder verstehen, warum etwas gut für sie ist, dann werden sie es auch eher befolgen.
Damit fördert man eine optimale Entwicklung und legt den Grundstein für ein gesundes, aktives und vitales Leben.

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