Lebendige Geschichte von Schneggenhausen am Mieminger Plateau
Ein Haus im Wandel der Zeit

Das ehemalige Postamt wurde restauriert und einer modernen Nutzung geöffnet.
  • Das ehemalige Postamt wurde restauriert und einer modernen Nutzung geöffnet.
  • Foto: Faimann
  • hochgeladen von Clemens Perktold

OBSTEIG. In Obsteig wurde ein historisches Gebäude behutsam renoviert und in mehreren Schritten auch einer modernen Nutzung zugeführt. Im Jahre 2003 kaufte die Gemeinde Obsteig das stark renovierungsbedürftige Gebäude an. Seitdem gab es zahlreiche Überlegungen für eine neue Nutzung des historischen Gebäudes. Die budgetären Möglichkeiten der Gemeinde lassen jedoch derzeit nur die Schaffung einiger Wohnungen und die Unterbringung des Kinderhorts zu. Im Herbst 2018 und Frühjahr 2019 wurde die Fassade mit Gemeindemitteln und Mitteln aus der Gedächtnisstiftung, sowie des Bundesdenkmalamtes restauriert.
Der Ansitz Schneggenhausen stellt ein Objekt alttirolischer Geschichte und Obsteiger Identität dar. Das Anwesen ist seit vielen Jahrhunderten ununterbrochen bewohnt und bewirtschaftet. Schneggenhausen war nie zinspflichtiger Hof, sondern „Freilehen“. Schon im Stamser Urbar von 1336 (einem historischen Abgabenverzeichnis) war jedoch der Vermerk zu lesen, dass „Chunrads Sohn von Snekkenhusen“ dem Stift für sein Seelenheil einen Geldbetrag spendiert hat. In den landesfürstlichen Lehenamtsbüchern im Tiroler Landesarchiv findet sich das direkt vom Landesfürsten vergebene Lehen Schneggehausen neben zahlreichen anderen bekannten Ansitzen und Burgen in Nord- und Südtirol.  Die erste schriftliche Belehnung eines Mannes mit Schneggenhausen stammt aus dem Jahr 1425, es folgten weitere Eintragungen in den Büchern bis zum Jahr 1867. Waren die Lehensherren zuerst die jeweiligen in Tirol regierenden Habsburger Herzöge wie Friedl mit der leeren Tasche oder Sigmund der Münzreiche, dann waren es später die Habsburger Herrscher, die das Lehen von Wien aus bestätigten, wie auch Kaiserin Maria Theresia , Ferdinand oder Franz Joseph.
Dieses alttirolische Lehen wurde schließlich am 17. Dezember 1867 unter Kaiser Franz Joseph I von Franz Gaßler abgelöst und ging in seinen Besitz über. Lang ist die Liste der Familien, die Schneggenhausen bewohnten. Am 27. Mai 1570 übernahm Sebastian Gässler von Urban Schneider aus See das Gut Schneggenhausen. Die Belehnung erfolgte durch Erzherzog Ferdinand II, damals Landesfürst von Tirol und den Vorlanden. Franz Gassler diente der Gemeinde und der Pfarre 61 Jahr lang als Lehrer, Organist und Mesner. Er löste im Jahr 1867 das Lehen aus dem kaiserlichen Besitz ab. Franz hatte drei Töchter, von denen eine, Agnes, den Löwenwirtssohn Ingenuin Föger heiratete. Ingenuin zog in Schneggenhausen ein und brachte die Poststelle Obsteig mit dorthin. Schneggenhausen wurde zum Haus „beim Postmeister“. Die Poststelle blieb im Haus bis zum Neubau des Gemeindehauses im Jahr 1980, wo dann das Postamt untergebracht wurde.

Autor:

Clemens Perktold aus Imst

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