LR Tilg: „Erfolgsprogramm HerzMobil Tirol startet für die Bezirke Imst und Landeck“
Erfolgsprogramm HerzMobil Tirol

Clemens Rissbacher, Diana Kathrein, Bettina Fetz, Tanja Forsthuber, Bertram Ladner, Christine Schlierenzauer, Isabella Fringer, Primarius Ewald Wöll und LR Bernhard Tilg.
  • Clemens Rissbacher, Diana Kathrein, Bettina Fetz, Tanja Forsthuber, Bertram Ladner, Christine Schlierenzauer, Isabella Fringer, Primarius Ewald Wöll und LR Bernhard Tilg.
  • Foto: Land Tirol
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IMST, LANDECK. „Seit Anfang Mai werden Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz auch in den Bezirken Imst und Landeck mit unserem Erfolgsprogramm HerzMobil Tirol behandelt“, freut sich LR Bernhard Tilg. „Damit sind bereits fünf Bezirke tirolweit angebunden“, weiß Tilg: „Auswertungen der bisherigen Patientendaten zeigen eine deutliche Steigerung der Überlebensrate. Die Gesamtsterblichkeit liegt mit rund zehn Prozent im einjährigen Beobachtungszeitraum weit unter dem in der Literatur angegebenen Wert von bis zu 30 Prozent“.
„Zehn Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren sind von Herzschwäche betroffen. Damit einher geht eine deutliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität“, erklärt Ewald Wöll, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Zams, die medizinischen Auswirkungen einer Herzinsuffizienz, und weiter: „Wir sprechen von Herzinsuffizienz, wenn aufgrund einer vorliegenden Pumpschwäche das Herz nicht mehr in der Lage ist, eine ausreichend hohe Blutmenge bei Belastung oder auch schon in Ruhe zu fördern. Das führt einerseits dazu, dass Gehirn, Nieren, Muskulatur oder Darm schlechter mit Blut versorgt werden, andererseits wird der Blutrückfluss ins Herz behindert, wodurch es zu einem Blutrückstau kommt. Neben der immer besser werdenden medizinischen Therapie ist das Wissen im Umgang mit der Erkrankung von entscheidender Bedeutung für den Krankheitsverlauf.“

Was ist HerzMobil Tirol?

„HerzMobil Tirol ist ein umfassendes Versorgungsprogramm für Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. Ziel ist es, die optimale Therapie sicherzustellen und die Erkrankung nachhaltig zu stabilisieren“, erklärt Clemens Rissbacher, Vorstand des Landesinstituts für Integrierte Versorgung Tirol (LIV), das mit der Entwicklung, Implementierung und Koordination des Versorgungsprogrammes beauftragt ist: „Die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz ist dank unseres Spezialprogramms in Österreich und darüber hinaus einzigartig. Durch die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung erreichen wir beeindruckende Erfolge für die Patientinnen und Patienten."
"Internationalen Studien zufolge liegt die Wiederaufnahmerate ins Spital bei einer Herzinsuffizienz in den ersten sechs Monaten nach der Diagnose bei 50 Prozent“, weiß LR Tilg: „Die Auswertung unserer Daten aus den Jahren 2016 bis 2018 zeigt aber deutlich, dass diese Wiederaufnahmerate um die Hälfte reduziert werden kann. Sie beträgt bei unseren Patientinnen und Patienten nur mehr 25 Prozent.“ Rissbacher weiter: „HerzMobil Tirol ist ein Vorzeigebeispiel wie man innovative IT-Lösungen und multiprofessionelle Behandlung zum Wohle der Patientinnen und Patienten umsetzt.“
Werner Salzburger, Obmann der Tiroler Gebietskrankenkasse, ergänzt: „Das Versorgungsnetzwerk besteht aus Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegepersonal des Krankenhauses Zams und dem niedergelassenen Bereich. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten so einen sehr niederschwelligen und wohnortnahen Zugang zu einem multidisziplinären spezialisierten Team. Ein engmaschiges Netz, das durch die moderne Informationstechnologie ermöglicht wird, sorgt für eine ständige Kontrolle der Patientinnen und Patienten, was ein zeitnahes Reagieren auf bestimmte Entwicklungen ermöglicht.“ So kann beispielsweise die Medikation schrittweise optimiert werden, ohne dass die PatientInnen einen Arzt aufsuchen müssen. Ein Smartphone mit spezieller Handy-App hilft den Patienten ihre Gesundheitsparameter an das Betreuungsteam zu übertragen. Befindlichkeit, Puls, Blutdruck, Gewicht sowie die Einnahme der Medikamente gelangen durch wenige Klicks direkt auf den Bildschirm des für HerzMobil Tirol spezialisierten Pflegeteams in Zams. „Dadurch gewinnen die Patientin und der Patient Lebensmut und Bewegungsfreiheit zurück“, erklärt Rissbacher, und weiter: „Er kann sichergehen, dass sein Umgang mit der Erkrankung, sein Lebensstil, seine Essgewohnheiten sowie seine Bewegungseinheiten optimal auf seine Bedürfnisse und die seiner Erkrankung abgestimmt sind.“

Salzburger ergänzt: „Dieses neuartige Behandlungsmodell schafft nur Gewinner im System. Digitalisierung im Gesundheitswesen sind in Tirol keine leeren Worthülsen, sondern bereits gelebte Realität.“ Rissbacher weiter: „Die Digitalisierung hilft uns, die medizinische Versorgung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen – und nicht die Patientin und den Patienten ins Krankenhaus.“

Neues Aufgabenfeld für Pflege

„Die spezialisierte Pflege nimmt im Programm HerzMobil Tirol eine zentrale Rolle in der Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten ein, was eine sehr positive Weiterentwicklung ist“, freut sich Siegmar Tangl, Pflegedirektor am Krankenhaus Zams, und weiter: „Die HerzMobil Tirol Pflege hat eine Spezialausbildung im Bereich der Herzinsuffizienz und kann sich somit ein interessantes neues Tätigkeitsfeld eröffnen. Trotz der Technik gibt es mehr Patientenkontakt und selbständiges Arbeiten. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist vor allem in diesem Programm Grundvoraussetzung für das Gelingen.“

Mobiles Team in stationärer Einrichtung

„Für die Bezirkskrankenhäuser stellt die Integrierte Versorgung von Patientinnen und Patienten eine Öffnung hin zu neuen Versorgungsmethoden dar“, freut sich Bernhard Guggenbichler, Geschäftsführer des Krankenhauses Zams, über die neue Herausforderung, die „natürlich eine Unterstützung für unsere Arbeit bedeutet, aber auch neue Aufgaben warten damit auf uns. Wir haben nun ein mobiles Team im Haus, das auch nach draußen geht um Patientinnen und Patienten vor Ort zu versorgen sowie zu begleiten. Das Krankenhaus versteht sich somit als regionales Kompetenzzentrum und agiert unterstützend zu den Einrichtungen der Regelversorgung.“ Auch Siggi Geiger, Obmann des Gemeindeverbands Krankenhaus St. Vinzenz, freut sich über die neuartige Patientenbehandlung: „Dieses Versorgungsprogramm ist in zweierlei Hinsicht eine sehr positive Entwicklung für die Bezirke Imst und Landeck. Einerseits ist es mir als Bürgermeister ein großes Anliegen, dass die Menschen in jeder Gemeinde gut versorgt sind. Andererseits bin ich als Obmann des Gemeindeverbands St. Vinzenz sehr dankbar, dass dieses Programm nun in unseren Bezirken eingeführt wird, da es zu einer Entlastung und Unterstützung des Krankenhauses, also der stationären Pflege beiträgt.“ Ähnlich sieht es Sr. Maria Gerlinde Kätzler, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, die das Spital in Zams betreiben: „Eine gute Betreuung aller Menschen ist dem Mutterhaus schon seit jeher besonders wichtig. Vinzenz von Paul und Louise von Marillac hinterließen uns als Auftrag das Ernstnehmen jedes Menschen, die Achtung seiner Persönlichkeit und die ganzheitliche Sicht des Einzelnen“, so Kätzler, und weiter: „Deshalb freut es mich besonders, dass nun die Menschen in unseren zwei Bezirken Imst und Landeck ganzheitlich behandelt werden. Nach der stationären Behandlung, gehen sie über in eine ambulante und sind so aufgefangen in einem Netz, das sie sicher durch die schwierige erste Zeit der Krankheit begleitet.“

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