Gletscherfusion Pitztal-Ötztal erlebt ernste Krise

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Die Vision eines Zusammenschlusses der beiden Schigebiete Sölden und Pitztaler Gletscher hat nun einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Nach rund drei Jahre andauernder Planungsarbeiten liegt ein konkretes Projekt zur Realisierung des Zusammenschlusses zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vor. Aufgrund eines illegalen Skiwege-Ausbaus im Gletschergebiet prüft Tirols Umweltreferentin Ingrid Felipe das Aussetzen des UVP-Verfahrens für die Skiverbindung zwischen Ötztaler und Pitztaler Gletscher. Aus Sicht des WWF Österreich sollte der von der Behörde per Bescheid festgestellte Verstoß endgültig dazu führen, das Megaprojekt zu stoppen. „Wer den Naturschutz immer wieder mit Füßen tritt, muss auch hart sanktioniert werden. Es ist ein Skandal, dass einige Ski-Kaiser immer noch zu glauben scheinen, über Recht und Gesetz zu stehen“, kritisiert Christoph Walder, Bereichsleiter Naturschutz beim WWF.
Realisiert werden soll die Verbindung durch die Erweiterung des Schigebietes der Pitztaler Gletscherbahnen innerhalb der Schigebietsgrenzen am Linken Fernerkogl. Dort kann in der Folge der Zusammenschluss mit dem Ötztaler Gletscher im Schigebiet Sölden erfolgen.

Auf dünnem Eis

Für FPÖ-Landesparteiobmann LA Markus Abwerzger bewegt sich die grüne Umweltreferentin Ingrid Felipe in der Causa „Gletscherehe“, also den Zusammenschluss der Skigebiete Pitztal/Ötztal, „juristisch auf dünnem Eis“. „Solange das UVP Verfahren läuft, darf sie politisch nicht intervenieren“, so Abwerzger, der hinsichtlich der Vorbereitungsarbeiten anmerkt: „Wenn rechtswidrig, dann ist auch hier der ordentliche Verwaltungsweg einzuhalten, sollten die Arbeiten eben widerrechtlich sein, dann muss die Behörde sowieso mittels Bescheid agieren“, konkretisiert der FP-Landeschef. Er verweist darauf, dass die Grünen in der Regierung politische Interventionen unterlassen sollen. „Es muss doch möglich sein, dass bei Projekten der ordentliche Rechtsweg in Tirol eingehalten wird, ohne politische Einmischung, haben doch die Projektwerber Unsummen an Geldern in die Ausarbeitung gesteckt.“
Um das Vorhaben zu realisieren, braucht es neue Bahnen und einen Tunnel, damit die Skifahrer von der Ötztaler auf die Pitztaler Seite fahren können. Geplant sind zudem weitere Skipisten, ebenso wie die Erschließung des Linken Fernerkogels auf der Pitztaler Seite.
Umweltanwalt Johannes Kostenzer äußerte Bedenken gegen das Projekt: "Ob die massiven Eingriffe in das sensible Gletschergebiet akzeptabel sind, wage ich zu bezweifeln. Eine Zustimmung des Landesumweltanwaltes ist daher wenig wahrscheinlich."
„Wer ganz offensichtlich keine Rücksicht auf Natur und Umwelt nehmen will, macht auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung sinnlos“, schimpft Walder vom WWF und erklärt weiter: "Dies gilt umso mehr, weil im Zuge des geplanten Megaprojekts sensibelste Gletscherflächen massiv verändert und der intensiven touristischen Nutzung preisgegeben werden.
Das Vorhaben beinhaltet neue Schipisten im Ausmaß von 64 Hektar, dazu eine Bergstation inklusive Restaurant, ein Schitunnel, zwei Seilbahnen sowie eine Beschneiungsanlage mit Speicherteich."

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