Haiminger Waalgeschichte ist aufgearbeitet
Haiminger Felder bereits im 16. Jahrhundert bewässert

Werner Holzner übergibt die Haiminger Waalgeschichte an BGM Josef Leitner. Noch im Bild (von links): Hubert Wammes, Peter Zaderer und Burghard Fiechtner.
  • Werner Holzner übergibt die Haiminger Waalgeschichte an BGM Josef Leitner. Noch im Bild (von links): Hubert Wammes, Peter Zaderer und Burghard Fiechtner.
  • Foto: M. Wegleiter
  • hochgeladen von Petra Schöpf

Es ist vollbracht, die Mühen haben sich gelohnt. Mit großem Elan und unbändigem Willen haben Mag. Burghard Fiechtner und Mag. Werner Holzner die Haiminger Waalgeschichte aufgearbeitet. Am 1. Oktober haben der aus Südtirol stammende Holzner und der gebürtige Innsbrucker Fiechtner – beide leben inzwischen in Telfs – ihr beeindruckendes Werk dem Haiminger Bürgermeister Josef Leitner übergeben.

HAIMING. Mag. Werner Holzner nahm die Doktorarbeit von Dr. Walter Zaderer zum Anlass, sich in weiten Teilen Tirols auf die Spuren der alten Waale zu machen. Auch dessen Sohn, Dr. Peter Zaderer war in die Neuaufnahme der Waalsysteme eingebunden. Für die Dissertation, die Walter Zaderer im Sommer 1950 an der Philosophischen Fakultät der Uni Innsbruck abgegeben hatte, erforschte er von 1947 bis 1949 die künstliche Bewässerung im Inntal zwischen Zams und Kematen.  Dem pensionierten Historiker Holzner schloss sich bald Burghard Fiechtner, ehemaliger HTL-Professor und „Zahlengenie“ an. Die beiden haben sich in ihren individuellen Fähigkeiten im Laufe der vergangenen sechs Jahre optimal ergänzt.

 Sehr frühe Bewässerungen

„Zwischen Nauders und Kematen sind 350 Waale erfasst, die Haiminger Waalanlagen reichen bis Anfang des 16. Jahrhunderts zurück. Bereits 1504 wurde das für das Haiminger Trockengebiet dringend benötigte Nass aus dem Stuibenbach in der Ebene über die Waale nach Haiming geleitet, 1538 wurde ein zusätzlicher Tragwaal gemeinsam mit Silz errichtet“, zeigt sich Holzner von den alten Bewässerungssystemen fasziniert. Auch Burghard Fiechtner unterstreicht die Pionierleistung der alten Wasserbauer: „Das was hier in Haiming damals geschaffen wurde, ist einzigartig. Da der Bedarf an Nutzwasser laufend anstieg, wurde im Jahre 1616 das Wasser zusätzlich aus der Ötztaler Ache abgeleitet“, so Fiechtner. Der Waal von 1616 leitete das Wasser in die Fraktionen Riedern, Unterriedern, ein Großteil floss in das „Toalhäusl“ wo die Aufteilung zwischen Haiming (1/3) und Silz (2/3) erfolgte.

Stauwerk in der Ache

Eine weitere große Baumaßnahme erfolgte in den Jahren 1947 bis 1952, als an der Ache bei den Brunauer Feldern ein Stauwerk errichtet wurde. Das Wasser wird seitdem durch den Amberger Stollen in die Haiminger Waale geleitet. Die einzelnen Verläufe der vier Tragwaale, die während der 446 Jahre gebaut wurden, haben Holzner und Fiechtner auf historischen Karten und Beschreibungen ausfindig gemacht, alle abgegangen, mittels GPS vermessen und neu kartiert.
Bürgermeister Josef Leitner, Hubert Wammes als Obmann der Bewässerungsgenossenschaft Haiming-Silz West und Ortschronist Manfred Wegleiter zeigten sich von der Arbeit der beiden „Waalforscher“ beeindruckt und bedankten sich bei Werner Holzner und Burghard Fiechtner für das Werk, das im Haiminger Archiv einen würdigen Platz findet.

Autor:

Petra Schöpf aus Imst

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