Imker kämpfen um den Bienenbestand

Imkermeister Martin Ennemoser kümmert sich in der LLA um die Bienestöcke.
2Bilder
  • Imkermeister Martin Ennemoser kümmert sich in der LLA um die Bienestöcke.
  • hochgeladen von Clemens Perktold

Kein Rekordjahr wird es wohl heuer in Sachen Honigernte geben. Die heimischen Imker müssen sich mit so mancher Unbill auseinandersetzen und kämpfen seit dem Winter um ihre Völker. Martin Ennemoser, Imkermeister an der Imster Lehranstalt, weiß: "Leider müssen wir heuer mit großen Ausfällen zurecht kommen, die Ursachen dafür sind recht vielfältig. Vor allem der späte Wintereinbruch im vergangenen Jahr hat dazu geführt, dass die Bienenvölker ihre Vorräte vorzeitig aufgebraucht haben und teils verhungert sind. Natürlich spielt auch die Varroa-Milbe eine große Rolle. Hier wird eifrig geforscht, um diesem Parasiten beizukommen."
Die Bienen sind bekanntlich nicht nur als fleißige Honigproduzenten ein unverzichtbares Glied in der ökologischen Kette, sondern sorgen mit ihren Bestäubungsaufgaben für eine hohe Biodiversität in Wald und Flur. Nicht zuletzt profitieren auch die Obstbauern stark vom Bienenbestand. Gerold Fresser von der Imkergenossenschaft in Imst betont aber: "Nicht nur bei den Kulturpflanzen, sondern auch im gesamten Ökosystem ist die Biene als Bestäuber nicht wegzudenken. Die finanzielle Wertigkeit ihrer Arbeit ist nur schwer zu messen, wird aber von Experten als besonders hoch betrachtet." In der Imkergenossenschaft kann man übrigens nicht nur Honig und Ausrüstung für die Imkerei erstehen, sondern auch zahlreiche Bienenprodukte, die sich seit Jahrtausenden bewährt haben, etwa Propolis und ähnliche Edel-Erzeugnisse. Immer mehr Frauen wenden sich seit einigen Jahren der Imkerei zu und machen dabei ihren Job ausgezeichnet, wie man in der Genossenschaft sieht.
Der Kampf gegen die Varroa-Milbe kostet dagegen Kraft, Zeit und viel Energie. Der Blutsauger an Biene und Brut lässt ganze Völker sterben, die Imker können hier nur wenig entgegensetzen. Ennemoser erklärt: "Während der Honigproduktion ist jede Bekämpfung der Milbe sowieso tabu, außerhalb dieser Zeiten werden ausschließlich ökologisch unbedenkliche Stoffe, wie organische Säuren und ätherische Öle eingesetzt. Welche Krankheiten von der Varoa-Milbe übertragen werden, ist noch immer nicht restlos geklärt."
Neben den witterungsbedingten Ausfällen und dem lästigen Schädling müssen sich die Oberländer Imker mit einer weiteren unangenehmen Tatsache anfreunden. "Es ist nun mal so, dass die Natur natürlich Schwankungen unterworfen ist. Heuer gibt die Flora einfach weniger an Ertrag her, soviel haben wir bereits registriert. Vielleicht ist in den höheren Lagen mehr drinnen", sagt der Imkermeister, der Stöcke in Imst, Roppen, dem Ötztal und dem Pitztal betreibt.
Die Imker wissen aber auch, wie jeder Einzelne seinen positiven Beitrag zum Erhalt der ökologisch unverzichtbaren Insekten leisten kann: Möglichst wenig Einsatz von giftigen Spritzmitteln, Putzmitteln und sonstigen chemischen Umweltgiften in Haus und Garten. Auch als Konsument kann man etwas bewegen - nicht jedes Obst muss perfekt aussehen, um es zu kaufen. Damit nimmt man einen Teil des Drucks von den Obstproduzenten, die damit nicht um jeden Preis genormte Früchte liefern müssen. Der Tiroler Bienenhonig ist jedenfalls in seiner Qualität unerreicht. Dies gründet einerseits in der biologischen Vielfalt des Alpenraumes, aber auch in der Art der Produktion. Die Biene braucht mehr Zeit und kann somit auch mehr eigene Beigaben liefern, darunter Enzyme und Fermente. Zwei Arten sind hauptsächlich in Tirol angesiedelt: Die Carnika-Biene und die dunkle Tiroler Biene.

Imkermeister Martin Ennemoser kümmert sich in der LLA um die Bienestöcke.
Die Bienen müssen heuer ein schweres Jahr bewältigen.
Autor:

Clemens Perktold aus Imst

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.