Imst: Älteste Zunft feierte Tinzltag

Seit über 550 Jahren Vereinigung der Bauarbeiter, Maurer und Zimmerleute

IMST (HS). Sie ist eine der traditionsreichsten Zünfte in Imst und auch im Oberland, weist eine über 550-jährige Vereinsgeschichte auf und hat immer noch ein reges Vereinsleben: Die Zunft der Bauarbeiter, Maurer und Zimmerleute. Die beiden Zunftmeister Josef Koler (Maurer) und Karl Perktold (Zimmerleute) konnten dazu an die 130 Zunftmitglieder im Hotel „Stern“ begrüßen, die am letzten Sonntag beim traditionellen Zunfttag („Tinzltag“) ihren Mitgliedsbeitrag („Auflage“) ablieferten.
„Unsere Zunft hat auch keine Nachwuchssorgen“, so Zunftmeister Karl Perktold, vulgo „Engeler“. Es sind vor allem die Söhne der langjährigen Mitglieder, die in die Fußstapfen ihrer Väter steigen und die Familientradition der Mitgliedschaft aufrecht erhalten. Ältestes Vereinsmitglied ist mit 91 Jahren Architekt Norbert Heltschl. Er und viele andere Gleichgesinnte, unter ihnen auch Stadtpfarrer Alois Oberhuber, Vize-BM Stefan Krismer und Kulturreferentin Sandra Friedl-Dablander, hatten jedenfalls einen guten „Huangert“ beim Stern-Wirt Franz Krismer.
Schon der Vater von Karl Perktold, Fritz Perktold („Engeler Fritz“), war 22 Jahre lang Zunftmeister, damals lange zusammen mit Albert Lechleitner, vulgo „Glaser“, und Anton Schrott. 1985 übernahmen Josef Koler und Karl Perktold die Zunftleitung.

Kastl dazu:

Fünf Zünfte in Imst
(HS). In Imst gibt es insgesamt fünf Zünfte: die der Vogelhändler („Voglerzunft“), der Fuhrleute, der Maurer und Zimmerleute sowie der Schlittenzieher – hier je eine in der Ober- und Unterstadt. Die Maurer/Zimmerleute-Zunft entstand 1460 mit der Gründung der „Tiroler Bruderschaft des Bauhandwerks“, der auch die Imster Bauhütte als eigenständige Handwerksorganisation mit eigenem „Brudermeister“ samt Bruderschaftsbüchse angehörte. Im Tiroler Bruderschaftsbuch (Landesmuseum Ferdinandeum) steht geschrieben: „Item die fünft püchssen sol sein pey Maister Hainreich zu Ymbst“, als „die fünfte Bruderschaftsbüchse ist bei Meister Heinrich in Imst“, der auch beim Bau der Imster Pfarrkirche für den Bau des Chores (Altarraum) verantwortlich war.

Die Zunftpatrone der Maurer und Zimmerleute sind der Hl. Anton von Ägypten, ein wahrer Volksheiliger (bekannt auch als „Facken-Anton“, denn er war ein einfacher Schweinehirt und gründete in Ägypten mehrere Klöster), sowie der Hl. Josef, der Zimmermann und Ziehvater Jesu.

Foto:

„Zunftsenior“ Norbert Heltschl (Mitte) bei der Kassakontrolle mit den Gemeinderäten Sandra Friedl-Dablander und Heini Gstrein sowie (im Hintergrund v. l.) Karl Perktold, Josef Koler und Wirt Franz Krismer.
Foto: Schöffthaler

Autor:

Stephan Zangerle aus Imst

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