Premiere an der Bühne Imst Mitte
Kritisch, turbulent, humorvoll – Theaterforum Humiste spielt „Bezahlt wird nicht!“

Roswitha Matt und Maximilian Heiß lieferten gemeinsam mit den weiteren DarstellerInnen des Stückes eine stark gespielte und pointenreiche Leistung.
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  • Roswitha Matt und Maximilian Heiß lieferten gemeinsam mit den weiteren DarstellerInnen des Stückes eine stark gespielte und pointenreiche Leistung.
  • hochgeladen von Alexandra Rangger

IMST(alra). Nach der langen Corona-bedingten Pause nimmt das Theaterforum Humiste in energiegeladener Spielstärke den Kulturbetrieb wieder auf. Mit dem Stück „Bezahlt wird nicht!“ des italienischen Literaturnobelpreisträgers Dario Fo kommt ein ebenso unterhaltsames wie sozialkritisches Stück auf die Bühne. Was 1974 niedergeschrieben wurde, bewährt sich auch 2021 als durchaus anregender und aktueller Stoff. Die ausverkaufte Premiere erfolgte mit verschobenem Termin am 11. Juni – bei der Generalprobe bewies das Ensemble bereits Topform.

Die angekündigten zwei Stunden verflogen an der Bühne Imst Mitte rasch. Zum einen, weil die in zwei Akte unterteilte Farce von Daniel Fo inhaltlich actionreich und spritzig ist, zum anderen, weil die Darsteller ein durchgehend souveränes und temperamentvolles Spiel bieten. Für die Regie und die Bearbeitung des Stückes ist Martin Flür verantwortlich. Er hat den Balanceakt zwischen amüsanter Unterhaltung und ernstem Denkanstoß in seiner Inszenierung sehr gekonnt und ungezwungen vollbracht.

Überzeugende Besetzung

Zu Beginn der Geschichte wird ein Supermarkt von Hausfrauen gestürmt, die in der angespannten wirtschaftlichen Lage, den hohen Preisen und den niedrigen Löhnen nichts anderes als die Plünderung von Lebensmitteln entgegenhalten können. Die temperamentvolle Antonia und ihre Freundin Margherita, geschickt mit Roswitha Matt und Lilli Timmes besetzt, stehen jedoch vor dem Problem, die Beute verstecken zu müssen. Immerhin darf Antonias hochanständiger und etwas naiver Ehemann Giovanni, dessen Rolle Wolfgang Sturm treffsicher spielt, beim Heimkommen keine verdächtigen Vorräte entdecken. Antonias Fantasie ist schier unerschöpflich, ebenso ihr ungebrochener Redefluss – Roswitha Matt ist beim Aufzählen der irrwitzigsten Erklärungen in ihrem Element. Rasch verschwinden die Lebensmittel dort, wo noch Platz ist – unter der Kleidung von Margherita, die in Antonias Pläne einstimmt.

Temporeiches Spiel

Eine absurd-chaotische Geschichte um eine Schwangerschaft nimmt ihren Ausgang und die Verwirrung steigt nicht nur bei Margheritas Ehemann. Luigi, in dessen Wechselbad der Gefühle Florian Jonak gekonnt eintaucht, weiß nichts von seinem akuten Vaterglück, das in Wirklichkeit ohnehin nur aus einer mit Reis und Oliven gefüllten Jacke besteht. Letztendlich verstricken sich auch die beiden Männer immer tiefer in haarsträubende Schwierigkeiten. Allgemeine Unruhe ist in der Stadt und Polizei und Zoll treten alsbald in Erscheinung, um die Plünderei und allerlei schräge Vorgänge aufzuklären – diese und andere Nebenrollen übernimmt zur großen Freude des Publikums Maximilian Heiß. Das wandlungsfähige Multitalent spielt mit vollem Körpereinsatz und verpasst jeder Figur die passende Exzentrik.

Starke Zwischentöne

Mit aberwitzigen Erklärungen, grotesken Vertuschungen, wilden Ausreden und einer durchgängig erfrischenden Schauspieltruppe, die mit den Turbulenzen der Handlung hervorragend zurechtkommt und das Publikum immer wieder spontan zu Lachern hinreißt, überzeugt der Theaterabend. Die ernsten Zwischentöne rund um Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, Armut und Freiheit gehen dabei nicht verloren – im Gegenteil, sie bleiben nicht zuletzt durch ein prägnantes Schlussplädoyer des starken Ensembles als besonders eingängige Botschaft im Kopf.

Regie und Bearbeitung: Martin Flür
Regieassistenz: Claudia Sager
Licht und Technik: Walter Huber, Markus Matt
Maske, Kostüm, Bühne: Ensemble
Foto und Design: Nico Deisenberger

Info:

Spieltermine  „Bezahlt wird nicht!“: 12./13./18./19./20. Juni
Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr, Sonntag um 18.00 Uhr
Spieldauer ca. 2 Stunden
Kartenreservierung erforderlich!
Kartenreservierung: www.humiste.at Pfarrgasse 7, 6460 Imst, Tel. 0664 6360646
Abendkassa: Freitag, Samstag um 19 Uhr, Sonntag um 17.30 Uhr

Das Theaterforum Humiste setzt derzeit auch das Stück „Der Weibsteufel“ in der Knappenwelt Tarrenz fort:
Spieltermine „Der Weibsteufel“ in der Knappenwelt Tarrenz:
Premiere am 6. Juni 2021 20:00h
6./13./19./20./26./27. Juni
3. /4. Juli jeweils um 20:00h
Abendkassa an Spieltagen ab 19:30h
Kartenreservierung erforderlich

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