Leben in der Steinzeit – ein interaktives elektronisches Lehr- und Lernmittel

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Wenn am 1. Mai das Ötzi-Dorf, der archäologische Freilichtpark in Umhausen im Ötztal, zu seiner 15. Saison die Pforten öffnet, werden bereits hunderte Kinder und Jugendliche einem Besuch im Steinzeitdorf entgegenfiebern. So hoffen es jedenfalls die Verantwortlichen und Förderer eines ehrgeizigen Projektes, die Steinzeit mit modernsten multimedialen Mitteln in den Schulen vorzustellen.

Hintergründe:
Bereits von Beginn an stellte sich das Ötzi-Dorf die Aufgabe, durch eine authentische Darstellung des Lebens in der Jungsteinzeit diese Epoche der Menschheitsgeschichte direkt erlebbar zu machen. Schon damals, noch als aktiver Direktor der Hauptschule in Umhausen, legte Karl Holzknecht, der Obmann des Vereins für prähistorische Bauten und Heimatkunde, besonderen Wert auf ein entsprechendes museumspädagogisches Konzept mit deutlicher Orientierung an den Kindern und Jugendlichen. Dank der wissenschaftlichen Begleitung durch das Institut für Archäologien an der Universität Innsbruck entsprechen die dargestellten Inhalte dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Dies betont auch Leonhard Falkner, der Geschäftsführer des Ötzi-Dorfes, unter dessen Führung im Lauf der Jahre ein vielseitiges Angebot für Kinder und Jugendliche erarbeitet und umgesetzt wurde. Dabei richtet sich der archäologische Freilichtpark sowohl an PrivatbesucherInnen, wie auch an die TeilnehmerInnen von Schulveranstaltungen und speziellen Freizeit- und Ferienangeboten.

Der Impuls zum Schritt ins Klassenzimmer:
Der Bezirksschulinspektor des Bezirks Imst, Mag. Thomas Eiterer, äußerte bereits 2012 den ausdrücklichen Wunsch, im Rahmen des Legimus-Projektes das Ötzi-Dorf und die Jungsteinzeit in den Fokus zu rücken. Seiner Meinung nach bietet vor allem diese Epoche eine große Anzahl von Möglichkeiten, der Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen die Vergangenheit näher zu bringen und gleichzeitig auch das heutige Leben besser zu verstehen. Dies betrifft alle Lebensbereiche, vom Sozialgefüge, über die Landwirtschaft bis zu den Werkzeugen und Waffen und vieles andere mehr. Der Initiative von BSI Mag. Thomas Eiterer war großer Erfolg beschieden. Nicht nur die beteiligten Gruppen der teilnehmenden Schulen des Bezirks bescheinigten dies, auch die Resonanzen seitens des Landesschulrates und aus anderen Bezirken forderten geradezu eine Fortführung des eingeschlagenen Weges.

Das DVD-Projekt:
Ausgehend von den vorhandenen Strukturen und Materialien, sowie den Ergebnissen des Legimus-Projektes 2012 formulierte Leonhard Falkner, der Geschäftsführer des Ötzi-Dorfes, die Idee, mittels interaktiver DVD und einer Online-Plattform ausgewählte Inhalte als Lehr- und Lernmittel den Schulen landesweit zur Verfügung zu stellen. Die wissenschaftlichen Hintergründe orientieren sich an jenen, die Univ. Prof. Dr. Walter Leitner vom Institut für Archäologien an der Universität Innsbruck bereits seit Jahren als wissenschaftlicher Begleiter des Ötzi-Dorfs formulierte. Die Umsetzung wäre allerdings alleine nicht möglich gewesen. Dank der intensiven Zusammenarbeit der Volksschulen in Umhausen, Tumpen und Niederthai mit der NMS Umhausen entstand eine unterrichtsadäquate Umsetzung der Inhalte der neun ausgewählten Themenbereiche. Neben einer interaktiven DVD entstand auch eine Onlineplattform, die ein einfaches Arbeiten mit dem Material im modernen Unterrichtsbetrieb erleichtert. Darüber hinaus können Erweiterungen und Ergänzungen jeweils schnell flexibel und kostengünstig erfolgen.

Die Zukunftsvision:
Obwohl die vorliegenden Materialien bereits als ganzheitlicher Unterrichtsbehelf gelten dürfen, besteht der Wunsch einer Fortführung. Das Ötzi-Dorf in seiner Funktion als Lead-Partner der Plattform Ötztal-Natur-Kultur (ÖNK) gilt auch hier als Vorreiter möglicher Folgeprojekte. GF Leonhard Falkner denkt deshalb bereits an vergleichbare Umsetzungen für die anderen ÖNK-Projektpartner, das Turmmuseum in Oetz, das Freilicht- und Heimatmuseum in Längenfeld und den Naturpark Ötztal. Auch im Ötzi-Dorf selbst wird bereits intensiv über die Realisierung weiterer Inhalte in unterschiedlichster Form nachgedacht.

Resonanzen:
LR Dr. Beate Palfrader, amtsführende Präsidentin des Landesschulrates für Tirol, bewertet vorliegendes Projekt sowohl aus ihrer beruflichen Erfahrung als Pädagogin, wie auch als Bildungspolitikerin als einen besonders wertvollen Impuls für das Schulwesen. Es bedeutet eine konsequente Fortführung des Grundgedankens, der der seit 2005 laufenden Legimus-Initiative des Landes zugrunde liegt. Deshalb unterstützte das Land die Umsetzung der Lern-DVD „Leben in der Steinzeit“ nicht nur finanziell. Die Präsentation in den Räumen des Landesschulrates, die Einbindung des Landesschulinspektors für das allgemeinbildende Pflichtschulwesens, LSI Mag. Dr. Werner Mayr, und die deklarierte Absicht, die DVD tatsächlich im Unterricht umgesetzt wissen zu wollen, verdeutlichte LR Dr. Beate Palfrader auch gegenüber den Medienvertretern, die der Präsentation beiwohnten. „Für unsere Schülerinnen und Schüler ist Lesekompetenz besonders wichtig, weil sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Aneignen anderer Kompetenzen in allen Unterrichtsgegenständen ist“, so die Bildungslandesrätin, „nur wer des Lesens mächtig ist und das Gelesene auch versteht, kann sich während seiner Schulaufbahn all jenes Wissen aneignen, das am Ende zu einem erfolgreichen Abschluss führt“. Lob und Anerkennung zollte LR Dr. Beate Palfrader auch der Arbeitsgruppe unter der Führung von Felicitas Frötscher, der Leiterin der VS Umhausen, die mit ihren KollegInnen der VS Tumpen und Niederthai, sowie der NMS Umhausen, die Inhalte in direkt einsetzbare Unterrichtsmittel umsetzten. Wie die Landesrätin betonte, unterstreiche diese eineinhalbjährige Zusammenarbeit eindrucksvoll die Bereitschaft der aktiven LehrerInnen, selbst aktiv an der Schulentwicklung mitzuwirken. Ein Engagement, das in der Öffentlichkeit, im Zuge immer wiederkehrender Diskussionen über die Qualität des Schulwesens, unsachliche Kritik eindrucksvoll widerlegt und am praktischen Beispiel das tatsächliche Engagement der Pädagoginnen beweist. In diesem Zusammenhang unterstrich die Landesrätin auch die Tatsache, dass sich Tirols Pflichtschulen, nicht zuletzt durch die Investitionsbereitschaft des Landes und der Gemeinden, in Betzug auf die Ausstattung auf einem absolut zeitgemäßen Standard befinden. Dies bildet für die Bildungslandesrätin eine unverzichtbare Voraussetzung, um modernste Erkenntnisse der Pädagogik in Methodik und Didaktik in den Klassenzimmern auch wirklich umsetzen zu können.

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