ROSENGARTENSCHLUCHT
ROSENGARTENSCHLUCHT IN IMST

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Bild # 9514: Das Bergl am Eingang zur Rosengartenschlucht mit den sogenannten "Bergl- Häuser".
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DAS IMSTER BERGL – BOTSCHAFTER AUS DER EISZEIT


Mitten in der Stadt, direkt hinter der Johannes- Kirche sieht man mit dem „Bergl“ eine geologisch außergewöhnliche Formation. Es ist auch als Kalvarienberg ein religiöser Mittelpunkt in der österlichen Karwoche. Das Alter des Bergls wurde auf 26.000 Jahre ermittelt. Es ist also vor dem Höchststand der letzten Eiszeit (Würm) entstanden!

Oben auf der Anhöhe steht die Laurentiuskirche, eines der ältesten Kirchlein Tirols (mit einem Christogramm aus dem 5. Jahrhundert!), und weiter nördlich die Pestkapelle, die an eine der großen Katastrophen der frühen Neuzeit gemahnt, an den Schwarzen Tod!

Manche Wohnräume der an das Bergl angebauten Häuser wurden sogar in das Konglomerat hinein getrieben, zwei rauschende Bäche (Schinder- und Malch- Bach) grenzen das Bergl ein. Direkt bei der Johannes- Kirche inmitten von Imst beginnt die reizvolle Wanderung durch die Rosengartenschlucht. Es ist schon ein bemerkenswertes Fleckchen Heimat, das man sich bei einem gemütlichen Spaziergang erschließen kann.


ROSENGARTENSCHLUCHT – ERDGESCHICHTE ÜBER JAHRMILLIONEN


Der Schinderbach hinterlässt auf eine Länge von 1,5 km und mit einem Höhenunterschied von 250 m beeindruckend tiefe Spuren durch die Felsrücken der Mittelgebirgs- Terrassen in Imst bis zur Johannes- Kirche.

Von der „Blauen Grotte“ bachaufwärts ist der Schinderbach in einem typischen Wildbachbett fließend. Ab der Blauen Grotte gräbt sich der Bach in eine tiefe Schlucht seinen Lauf bis ins Zentrum der Bezirksstadt Imst. Hier spiegelt sich die Erdgeschichte von Jahrmillionen, aber wer sich für die Geologie nicht so begeistern kann, der wird sicher von der wildromantischen Schlucht mit spärlicher Artenvielfalt von Flora und Fauna begeistert sein. Dafür findet man in dieser Region Pflanzen, welche sonst nur im Hochgebirge zu finden sind.

Das feuchtkühle Klima fördert das Wachstum von Farnen und Moosen und man begegnet hier einer einmaligen Vegetation und sie ist die Folge einer freien Dynamik der Natur. Tief unten sieht und hört man das kristallklare, tosende Wasser und rechts und links ragen senkrecht aufragende Felswände in die Höhe.

Die Rosengartenschlucht durchschneidet Riffkalk, der in der Trias – vor mehr als 230 Millionen Jahren – abgelagert wurde. Trotz des reichlich kristallklaren Wassers ist die Rosengartenschlucht nur spärlich bewachsen. Die steilen Felsen und das feuchtkühle, schattige Klima bringen alpine Pflanzen bis in die Tallagen. In kleinsten Nischen und Ritzen wurzeln genügsame Pflanzen wie Alpenrosen, Weiden und Vogelbeere. Die umgebenden Bereiche sind hingegen wärmebegünstigt und Ahorn, Linde, Esche und Wolliger Schneeball kann hier gefunden werden. Die geschützte Landschaft – ökologisch in natürlichem Gleichgewicht – ist Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und zugleich Naherholungsgebiet. In der Schlucht schaffen es nur gut angepasste Spezialisten, wie z. B. Spinnen, zu überleben. Typische Vögel sind Wasseramsel, Gebirgsstelze, Mauerläufer und Raben. In den umgebenden Waldbereichen leben unter anderem Mönchsgrasmücke und Buntspecht. Heimisches Wild sind Rehe und Hirsche.


BLAUE GROTTE


Oben in der Nuireith (heute Hoch-Imst), knapp neben dem Schinder- Bach, da befindet sich ein auffallendes Loch im Felsen, das augenscheinlich von Menschenhand angelegt wurde.

Tritt man näher, so sieht man stehendes Wasser, das leicht bläulich schimmert und dem Ort den Namen gegeben hat. Die Blaue Grotte ist für die Imster Geschichte eine bedeutende Stelle, denn hier wurde einst Bergbau betrieben, hier förderte man allerlei Metalle. 

In der Frühzeit wurde das Gestein durch Feuer erhitzt und danach abgeklopft, später ging man dazu über, den Fels mit Schlägel und Brecheisen abzubauen. Beide Techniken sind in der Blauen Grotte erkennbar.


ALLGEMEINE INFORMATIONEN:


Die Rosengartenschlucht kann kostenlos besucht werden! Gutes Schuhwerk wird empfohlen!

Öffnungszeiten sind abhängig von der Wetterlage. Meist ab Anfang Mai bis in den Oktober. In den restlichen Jahreszeiten ist die Rosengartenschlucht aus Gründen der Sicherheit gesperrt (Wintersperre)!

Das Tempo bestimmt man als Besucher selbst und zwar in Abhängigkeit der eigenen Kondition oder dem Interesse an der Natur und Geologie. Wenn man in Hoch-Imst angekommen ist findet man ausreichende Gastronomie wo man sich mit Speisen und Trank wieder stärken kann.

Danach kann man mit einem Gratisbus (fährt täglich und nach Fahrplan) zurück nach Imst fahren, oder man bevorzugt eine Retourwanderung über das Wetterkreuz nach Imst.

Autor:

Günter Kramarcsik aus Landeck

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