Jahrhunderte altes Denkmal erhalten
Silzer Mühle dank Krippenverein so lebendig wie nie zuvor

Obmann des Silzer Krippenbauvereins Peter Neurauter zeigt die Stelle, wo er ein knapp 2 Meter großes Wasserrad errichten lassen will.
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  • Obmann des Silzer Krippenbauvereins Peter Neurauter zeigt die Stelle, wo er ein knapp 2 Meter großes Wasserrad errichten lassen will.
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Die Silzer Mühle aus dem Jahr 1293 zählt zu den geschichtsträchtigen Denkmälern einer längst vergangenen Zeit. Ihre Optik und Funktionstüchtigkeit wurde vom Silzer Krippenbauverein mit Hilfe von Gemeinde, Sponsoren und Gönnern und enorm viel Eigenleistung in den Jahren 2013 bis 2016 auf den aktuellen Stand gebracht. Seither wird hier von März bis September jeden ersten Samstag im Monat und an den Markttagen wieder Brot gebacken und verkauft. Die Einnahmen hiervon werden ausschließlich zur Anschaffung eines Mühlrades verwendet.

SILZ (ps). Seit dem Jahr 1995 ist der Krippenbauverein in der alten Silzer Mühle beheimatet. Aus der Not heraus, weil das damalige Gemeindehaus niederbrannte und damit auch die Örtlichkeit des Vereins. Der Zustand des Gebäudes war marode, von der zentralen Rolle, die die Mühle für die Gewinnung vom überlebensnotwendigen Mehl spielte, keine Spur mehr. Nicht nur der Putz war abgefallen, auch das Mühlrad und das Innenleben des Hauses war seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben. Für die Mitglieder des Vereins war bald klar, dass dem geschichtsträchtigen Gebäude neues Leben eingehaucht werden soll, es sollte wieder Brot gebacken werden. Was 1997 als Idee vom damaligen Obmann Josef "Pepi" Sonnweber begann, nahm 2013 durch die unerweichliche Initiative des Obmanns Peter Neurauter Gestalt an. Eine aufwändige Restaurierung der Gemäuer und der Getreidemühlen, Errichtung eines Gemeinschaftsraumes und WC-Anlage wurden in Angriff genommen. Unvorstellbare 700 Liter Müllerstaub mussten händisch hinausbefördert werden und altes Holz durch neues ersetzt. Auch Schätze kamen zutage, wie der Grabstein aus dem Jahr 1853 von Joseph Bachnetzer, einem ehemaligen Müller. Als Erinnerung wurde dieser im Mauerwerk verewigt.

Wasserrad macht Mühle komplett

In mühevoller Kleinstarbeit richtete der Krippenbauverein jedes der drei Stockwerke her. Neben einem Raum, der den Pozuzzoauswanderern gewidmet ist, wurde ein lebensgroßer Schuster in seine "Werkstätte" gesetzt. Es handelt sich hier um eine Huldigung des alten Handwerks der Schusterei, personifiziert durch Johann Köfler. Das Herzstück der Silzer Mühle stellt allerdings der raumgroße Brotbackofen dar, der im Erdgeschoß jede Saison hunderte Brotlaibe begleitet von herrlichem Duft zum Vorschein bringt. Ein Hafnermeister hat ihn errichtet und die Vereinsmitglieder fertiggestellt. Es sei eine Kunst die richtige Temperatur zu erreichen und dann diese zu halten, erzählte Peter Neurauter. Zahlreiche Führungen und Brotbacktermine mit Schulen, Kindergärten und dem Eltern-Kind-Zentrum erfreuen den passionierten "Mühlenchef". Sein aktuellstes Anliegen war bei der letzten Gemeinderatssitzung im vergangenen Jahr auch Thema. Er will ein etwa zwei Meter hohes Wasserrad vor dem Gebäude errichten. Die Mühlen werden noch elektrisch angetrieben, später soll das Wasserrad diesen Dienst tun. Nebenbei wird die erzeugte Energie für die Heizung des gesamten Hauses genutzt. Diese Anschaffung würde aufgrund der authentischen Darstellung der Mehlgewinnung von Fördermitteln der EU gefördert. Auch der Themenweg "Vom Korn zum Brot", der von der Gemeinde Silz in näherer Zukunft realisiert wird, hat natürlich die Mühle als Endstation, wo man im besten Fall eine Verkostung eines "g'schmackigen" Kornbrotes erleben kann. Die Gemeinde Silz ist sich des ideellen Wertes der einstigen Gemeindemühle also vollkommen bewusst und wird, ebenso wie mehrere Sponsoren, finanziell mithelfen, mit dem Wasserrad das Erlebnis rund um die Silzer Mühle zu komplettieren.
Genaue Informationen und Hinweise zu den Brotbacktagen sind auf der Homepage www.silzer-muehle.at zu finden.

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