Starke Premiere des Theaterforum Humiste in Imst - Kriminalkomödie besticht mit britischem Humor vom Feinsten und perfekt inszeniertem Chaos

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IMST(alra). Das Theaterforum Humiste kündigte einen "Mord zu Weihnachten" an und lieferte am vergangenen Samstag dazu eine fulminante Premiere. Mit dem Erfolgsstück "Mord auf Schloss Haversham" wurden die Lachmuskeln des Publikums ebenso stark strapaziert, wie das hervorragende komödiantische Talent der ambitionierten Schauspieltruppe. Das Theaterstück, stammt von Jonathan Sayer, Henry Shields und Henry Lewis, lautet im englischen Originaltitel "The play that goes wrong" und darf durchaus als geballtes Gag-Feuerwerk bezeichnet werden. Für die Liebhaber des englischen Humors wird vollends nachvollziehbar sein, warum die britische Krimi-Komödie in London mit dem Best Comedy Preis 2014 ausgezeichnet wurde.

Die Geschichte zeigt eine hoch motivierte Laientheatergruppe, die sich in einem klassischen Kriminalstück verwirklichen will und dabei der unfreiwilligen Slapstick zum Opfer fällt. Zwischen den verzwickten
Handlungssträngen rund um eine mysteriöse Mordnacht, Intrigen, amouröse Abgründe, Verdächtigungen und Ermittlungen, durchlaufen die Schauspieler eine Serie von Bühnenqualen. Licht, Ton und Bühnenbild haben ein besonderes Eigenleben, Requisiten befinden sich immer dort, wo sie niemand braucht, die Darsteller spielen sich durch unfreiwillig zeitversetzte Dialoge, falsches Timing im Szenenablauf, sie fallen aus ihren Rollen und in Ohnmacht - und sie stolpern präzise durch eine herrlich inszenierte Pannen-Parade.

Doch wie es im Theater so schön heißt "The Show must go on!" und so wird gespielt und vor allem überspielt, was das Zeug hält und das zu
Lachtränen amüsierte Publikum in Imst wurde Zeuge des Stücks und zugleich der herrlich gespielten Bemühungen, die kleinen bis großen Katastrophen zu retten. Besonders amüsant, da die Darsteller in diesem Falle ja eine Laientheatertruppe zum Besten geben, dabei zwischen verschiedenen Ebenen wechseln und Dialoge aus dem scheinbaren "on und off" des Spiels zeigen. Gegenseitige Anweisungen, laufende Arbeiten an Bühnebild und Technik,
sichtbare Gebrechen an Material und Darsteller rückten den Hintergrund des Chaos schonungslos amüsant in den Vordergrund und das Publikum fühlte sich im wahrsten Sinne mittendrin und nicht nur dabei.

Das Stück stellt große Ansprüche an die Professionalität der Darsteller,
was wie eine Abfolge von scheinbar zufälligen Missgeschicken wirken soll
bedarf höchster Konzentration und einer sehr komplex strukturierten Ensembleleistung. Das Theaterforum Humiste hatte die Komödie bestens im Griff, treffsicher besetzt mit Christian Reiter, Peter Mair, Julien Andre Steger, Sabrina Zacsek, Stefanie Bauer, Matthias Wilhelm, Michael Heinrich, Christoph Maaß blieb die Slapstick, die an Monty Python erinnerte, bereits bei der Premiere nicht ohne Wirkung. Das Publikum kam vollends auf seine Kosten - verdient honoriert wurde in diesem Fall mit großem Applaus, aber vor allem mit ungebrochenen Lachsalven bis hin zu Lachtränen die grandiose Leistung der Schauspieler.

Für die Regie ist einmal mehr Christian Reiter verantwortlich, der mit der Stückauswahl "Mord auf Schloss Haversham" Theaterunterhaltung für ein sehr breites Publikum an die Bühne Imst Mitte bringt - kurzweilig, sehr unterhaltsam mit viel schrägem Humor dürften sich auch Theaterneulinge rasch angesprochen fühlen. Als Zugabe betrat Roswitha Matt die Bühne und mit einem wortgewaltigen Erguss, der 119 Tiroler Orte in einen eindrucksvollen PoetrySlam verpackte, fand ein sehr unterhaltsamer und empfehlenswerter Abend an der Bühne Imst Mitte seinen Abschluss.

Weitere Spieltermine: MI 28./DO 29.Dezember 2016 jeweils 20 Uhr
FR 30.Dezember 2016 Vorsilvester 19 Uhr
FR 6./SA 7./SO 8.Jänner 2017
SA u. SO 20 Uhr, SO 18 Uhr
FR 20./SA 21./SO 22.Jänner 2017
SA u. SO 20 Uhr, SO 18 Uhr
FR 27./SA 28./SO 29.Jänner 2017
SA u. SO 20 Uhr, SO 18 Uhr

Uhrzeit: Mi,Do,Fr,Sa jeweils 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr
Kartenreservierung: www.humiste.at
0664 6360646
Abendkasse ab 19 Uhr

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