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Rennaissance einer alten Kulturpflanze
Tiroler Berghanf wächst auf heimischen Boden

Hanfernte mit der Familie, ein noch seltener Anblick in Tirol.
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  • Hanfernte mit der Familie, ein noch seltener Anblick in Tirol.
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In Mieming bauen Michael Walch, Johann Fritz und dessen Freundin Eilidh Charles großflächig Hanf an, ihre Mission ist die Reaktivierung der früher weit verbreiteten und beliebten Nutzpflanze.

MIEMING. Für einiges Aufsehen bei so manchem Spaziergänger oder Radlfahrer sorgte eine großflächige Hanfplantage am Mieminger Plateau vergangenen Sommer. Es dürfte jedem, auch der Polizei, sofort klar gewesen sein, dass es sich hier um einen völlig legalen Anbau handeln muss, dennoch ist der Anblick eines Hanffeldes in unserer Region nicht alltäglich.
Dahinter stecken die zwei Mieminger Johann Fritz und Michael Walch, die gemeinsam mit Johanns Freundin Eilidh Charles Anfang des Jahres die Firma "Tiroler Berghanf" gegründet haben. Sie vertreiben Produkte, die aus dem in Mieming angebauten und veredelten Hanf erzeugt werden.

Mieminger Hanfpioniere erobern den Markt

"Als Johann vor mehr als zwei Jahren die Idee hatte, auf den eigenen Feldern Hanf anzubauen, klang alles noch etwas unwirklich aber ich war auch sofort begeistert. Wir holten die Familie mit ins Boot und bauten erstmal kleine Versuchsflächen an", erinnert sich Michael an die Anfänge. Es gibt über 50 verschiedene Hanfsorten, die von der EU in einem Katalog zusammengefasst sind und unterschiedliche Merkmale aufweisen. "Wir mussten herausfinden, welche Sorten sich für das Klima und die Bodenbeschaffenheit am besten eignen. Zusätzlich sollte es eine Sorte sein, die sich besonders für die Gewinnung von hochqualitativen Ölen auszeichnet", informierte Johann.

Unerwartete Schwierigkeiten

Die Tüfterphase ließen die beiden bald hinter sich, erste Erfolge stellten sich ein. Doch auch unerwartete Schwierigkeiten, wie das Dreschen tauchten auf.
Es bedurfte mehrere Anläufe und ein paar Adaptierungen, als es dann aber geklappt hat war die Erleichterung groß.
Auch die Ernte der Blüten verlief nicht reibungslos. „Erst als ein guter Freund seinen alten Mähbalken vom Dachboden holte, diesen reaktivierte und uns dankenswerterweise für die Zeit der Ernte samt Traktor zur Verfügung stellte ging es leichter von der Hand.“ Überhaupt bekamen sie während dieser Zeit tolle Unterstützung von vielen Seiten – allen voran von der Familie, aber auch von Freunden und Bekannten. „Ohne diese Hilfe hätte es nie funktioniert, deshalb geht ein großes DANKESCHÖN an alle die uns geholfen haben“, betonen die Drei.

Renaissance der jahrtausendealten Kulturpflanze

Hanf ist zwar eine uralte Kulturpflanze, die bei uns beheimatet war. Nach einem zuletzt jahrzehntelangem Verbot wurde Hanf in Österreich ab 1995 wieder als landwirtschaftliche Kulturpflanze zugelassen. Leider ging wertvolles Wissen über den Anbau und die zahllosen Verwertungsmöglichkeiten dieser vielseitigen und kostbaren Pflanze verloren. So könne Hanf etwa als Baustoff oder Dämmstoff verwendet oder zu Garn gesponnen werden. Ausserdem können „hochwertige Lebensmittel wie Öle oder Proteinriegel hergestellt werden“.

Die junge Firma stellt diverse Produkte aus Hanf her, allesamt in höchster Qualität.
  • Die junge Firma stellt diverse Produkte aus Hanf her, allesamt in höchster Qualität.
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Droge oder nicht - der Unterschied liegt im Detail

Nutzhanf ist weitestgehend frei vom psychoaktiven Wirkstoff THC, während sich "Marihuana" durch seinen hohen Gehalt an THC auszeichnet. Aus diesem Grund ist Marihuana in den meisten europäischen Ländern verboten.
Dem Nutzhanf hingegen werden in der Fachliteratur positive Eigenschaften auf die menschliche Gesundheit zugeschrieben, wie beispielsweise bei der Behandlung von Müdigkeit, Depression, Migräne, Arthritis aber auch in vielen anderen Bereichen. Die heilsame Wirkung wird dem sogenannten CBD Wirkstoff zugeschrieben und wurde bereits 5.500 Jahre vor Christus als Heilpflanze geschätzt.

Schwätzchen mit der Polizei

Um eventuelle Schwierigkeiten von Haus aus zu vermeiden, kontaktierte Michael die Polizei in Silz und informierte die Exekutive über die Hanfplantage. "Wir haben bemerkt, dass ein Polizeiauto beim Feld vorbeigefahren war, es dürften auch zwei oder drei Pflanzen gefehlt haben. Da hielten wir es für vernünftiger, die Polizei zu informieren. Da der Anbau behördlich angemeldet war wussten die Beamten aber schon, dass es sich um harmlose Pflanzen handelte."

Vom Bürojob zum "Hanfdealer"

Seit mehr als zwei Jahren stecken Michael, Johann und Eilidh ihre Zeit in den Aufbau der Firma. Doch wie erwähnt auch die Familien und Freunde helfen mit, beim Anbau, der Ernte und der Verarbeitung. "Wie früher, naturbelassen und unter nachhaltigsten Bedingungen wird unser Nutzhanf mit viel Liebe angebaut, geerntet und zu Fertigprodukten verarbeitet. Dabei wird auch viel Handarbeit eingesetzt," erzählen die studierten ehemaligen Wirtschafts-Angestellten.

Der Deal passt

Vermarktet werden die Produkte vorrangig online unter Tiroler Berghanf, es gibt aber auch schon Partnerbetriebe, ebenfalls auf der Website zu finden, die die hohe Qualität der Hanfprodukte zu schätzen wissen und sie ihren Kunden weitergeben.
Weitere Vermarktungspartner sind herzlich willkommen.
Mehr über die Produkte von "Tiroler Berghanf"

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