"Wir bitten um Ihr Verständnis" - ein Ausschnitt aus dem Leben eines Pendlers

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Schon wenn man am Morgen zum Bahnhof Imst-Pitztal kommt, bietet sich ein Bild des Chaos - Autos, Busse, Mopeds und Fahrradfahrer, alle versuchen gleichzeitig einen Platz auf dem viel zu kleinen Gelände zu bekommen. Ganz nach dem Motto "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" fährt jeder ohne Rücksicht auf Verluste drauflos. Sollte man sich erst später am Vormittag auf Parkplatzsuche begeben, hat man schon verloren - denn dann sind nur noch die entlegenen Plätze auf der anderen Seite der Brücke zu haben...

Hat man es schlussendlich geschafft, einen Stellplatz an sich zu reißen und den Warteraum zu erreichen, findet man sich, vorallem nach den Wochenenden, in einer total verschmutzten Räumlichkeit wieder. Da sollen sich Reisende - egal ob Pendler oder Touristen - wohlfühlen? Eher nicht. Immerhin ist der Warteraum ja der Ort wo man sich vor allem im Winter aufhält - und der ist hier zu Lande leider relativ lang.

Im Zug hat man dann schon in der Früh so manches Mal mit "klimatischen" Extrembedingen zu kämpfen. Denn entweder die Heizung läuft auf Hochtouren, oder sie funktioniert gar nicht. Dafür aber die Klimaanlage - Gratulation demjenigen der sich dann Mitte April noch für die Winterjacke entschieden hat.

Die Besitzer einer Jahreskarte werden sich wahrscheinlich auch des Öfteren fragen, warum sie diese überhaupt jedes Jahr um sehr viel Geld erneuern. Die meisten Schaffner, wenn sie überhaupt durch den Zug gehen, machen sich ja nicht mal die Mühe diese genau zu kontrollieren. Manche gehen sogar mit der halbherzigen Aussage "Ihr habt eh alle eine Streckenkarte - lasst stecken", durch den Zug - na wenn das keine Motivation ist.

Ist man in Innsbruck angekommen, und man hält sich noch eine Weile in der großen Bahnhofshalle auf, so lässt sich so Einiges beobachten. Wie zum Beispiel das Treiben an den Infoschaltern der ÖBB. Will man hier nämlich als Tourist, der deutschen Sprache nicht mächtig, eine Information erhalten so stehen die Chancen äußerst schlecht. "No Englisch, No Italiano - nur Deutsch, wir sind hier in Österreich" - das ist Kundenfreundlichkeit vom Feinsten.

Die meisten Pendler sind am Abend froh wenn sie wieder im Zug nach Hause sitzen. Doch solange sich dieser nicht in Bewegung gesetzt hat, heißt es Hoffen und Bangen... und der Zug steht immer noch. Warum? Das weiß keiner so genau. Eine sofortige Information über das Problem bzw. wie lange es dauern wird, braucht man sich nicht zu erwarten.

Wie war das noch mir der Kundenfreundlichkeit? Nach einigen Minuten des Schweigens seitens des Personals hört man dann eventuell doch irgendwann den Satz, "Aufgrund eines technischen Defekts wird sich die Abfahrt des Zuges um einige Minuten verzögern. Wir bitten um Ihr Verständnis". Natürlich. Kein Problem. Wir warten gerne, deshalb fahren wir ja mit den "Öffis". Die Bahn ist eben immer für Überraschungen gut, und man ist ja schließlich auch auf sie angewiesen wenn man wieder nach Hause will.

Das war ein ganz normaler Tag eines Menschen, der jeden Tag in etwa drei Stunden seines Lebens damit verbringt, zur Arbeit und wieder zurück zu kommen. Und glaubt mir - wäre das Bahnfahren nicht trotz Allem immer noch die billigste Variante zu pendeln, gäbe es nicht einen einzigen Grund für mich - und wahrscheinlich auch viele andere - nicht sofort auf das Auto umzusteigen.

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