Zivildienst: Wichtige System-Säule wackelt

Thomas aus Stams und Josef aus Telfs leisten als Zivildiener einen wichtigen Beitrag beim Roten Kreuz in Telfs.
  • Thomas aus Stams und Josef aus Telfs leisten als Zivildiener einen wichtigen Beitrag beim Roten Kreuz in Telfs.
  • hochgeladen von Georg Larcher

BEZIRK. Dem alternativen „Sozialjahr“ stehen Verantwortliche eher skeptisch gegenüber, wie eine BEZIRKSBLATT-Blitzumfrage gezeigt hat.

Schwierige Zeiten zeichnen das Bild von sozialen Organisationen, allem voran das Österreichische Rote Kreuz. Der Debatte rund um eine akzeptable Lösung in der Causa „Notarzt“ kommt jetzt die aktuelle Diskussion um die Abschaffung der Wehrpflicht und die Einführung eines „Sozialjahres“ dazu. Die Verantwortlichen sozialer Organisationen stehen diesem Vorschlag aber skeptisch gegenüber.

R. Kaufmann: „Verpflichtung nicht ersatzlos aufheben!“
Robert Kaufmann, Leiter des s‘Zenzi Zirl, meint dazu: „Natürlich kann es in Zukunft ohne Zivildiener gehen. Aber das bedeutet, dass man zusätzliche Mitarbeiter anstellen müsste. Diese Kosten bleiben dann an den Heimbewohner selbst mit einem höheren Taggeld hängen. Man kann die Verpflichtung für die Allgemeinheit nicht ersatzlos aufheben. Um unser System zu erhalten, sollten wir alle ein Stück von dem zurückgeben, was wir bekommen.“ Kaufmann glaubt nicht, dass sich ein Sozialjahr durchsetzen wird: „Es wird sicher nicht so viele Freiwillige geben wie Zivildiener. Ein anderer Punkt ist, dass bei einem Sozialjahr, wo die Freiwilligen € 1300,- verdienen, sich Arbeitgeber auch überlegen könnten, stattdessen einen festen Mitarbeiter anzustellen.“

Verpflichtendes Sozialjahr?
Auch für Andrea Ecker, Pflegedienstleitung des Sozialsprengels Inzing-Hatting-Polling, sind die Zivildiener sehr wichtig. „Für unsere Klienten bieten sie eine Bereicherung. Die meisten Mitarbeiter beim Sozialsprengel sind weiblich, während die Zivildiener meistens junge Männer sind. Außerdem lernt die Jugend im Zivildienst den Umgang mit älteren Menschen.“ Für Ecker ist ein großes Manko des Sozialjahrs, dass junge Menschen damit ein Jahr beruflich nicht weiterkommen. Ein verplichtendes Sozialjahr würde sie eher begrüßen.

Jungic: „Sozialjahr wird sich nicht durchsetzen!“
Für Dorijan Jungic, Finanzleiter des Altenwohnverbandes Telfs, ist die Abschaffung des Zivildienstes mit enormen Kosten verbunden, das Sozialjahr wird sich nach seiner Meinung nicht durchsetzten: „Durch das Freiwilligenjahr soll die aktive Bürgerschaft, der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Entwicklung der Demokratie gefördert werden. Es verwundert kaum, dass die Europäische Union das Jahr 2011 zum „Jahr der Freiwilligentätigkeit“ erklärt hat. Ob sich das Freiwilligenjahr als solches durchsetzt, hängt von der angeworbenen Gruppe ab. Die Masse wird sich nicht dafür entscheiden. Wie viele hätten den Zivildienst freiwillig geleistet, hätte es dazu nicht die gesetzliche Verpflichtung gegeben? Wie viele wären gerne als „untauglich“ beurteilt worden, um dem Zivildienst bzw. der Wehrpflicht aus dem Weg zu gehen? Es liegt an der Gesetzgebung Anreize für den „freiwilligen“ Dienst zu schaffen, welchen sowohl Männer als auch Frauen leisten dürfen.“

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