Geteilte Meinung zum Speedlimit auf Autobahn

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Das von der Koalition beschlossene Tempolimit auf der Inntal-Autobahn sorgt nur bedingt für Aufregung. Insgesamt wird die Verordnung recht pragmatisch betrachtet, die Luftgüte liegt den heimischen Akteuren sichtlich am Herzen. Für Rupert Melmer, Parade-Frächter aus Imst, ist "der 100er für unser Gewerbe derzeit nicht wesentlich". Seine Schwerlaster müssen ohnehin mit dem Tempolimit von 80 Km/h die Fracht transportieren, das sektorale Fahrverbot ist für ihn derzeit kein Thema, obwohl ein solches künftig auch seine Transporte (etwa von Italien nach Deutschland) betreffen könnte. Melmer: "Ich nehme den Koalitionsdeal Tempolimit versus Kraftwerksbau zu Kenntnis, als Privatfahrer fände ich allerdings das Tempo 130 weiterhin für gerechtfertigt." Auch Josef Huber, Obmann der Imster Wirtschaftskammer, sieht keine großen Probleme: "Der einjährige Versuch wird weisen, inwieweit diese Maßnahme greift. Sollten auch das sektorale Fahrverbot für Lastkraftwagen kommen, dann wird diese Rechnung letztlich der Konsument zu tragen haben. Dies ist aber derzeit noch kein Thema, jetzt muss ein Regelwerk her, das für alle tragbar ist." Der Chef der Imster Autobahnpolizei, Toni Koler, sieht die Sache ebenfalls pragmatisch: "Die Luftgüte, bzw. die Experten verlangen offenbar derartige Maßnahmen, von Seiten der Polizei muss man sagen, dass die reudzierte Geschwindigkeit auch einen vermehrten Sicherheitsaspekt mit sich bringt. Technisch wird es so aussehen, dass die VBA-Anlagen ständig die 100er-Begrenzung anzeigen werden. Was E-Mobile, Gasautos und ähnlche Fahrzeuge betrifft, ist noch einiges in der gesetzlichen Grauzone." Andreas Nagele, stellvertretender BH in Imst, erklärt: "Reine Elektroautos sind von dieser Maßnahme natürlich ausgenommen, da sie weder Feinstaub noch sonstige Emissionen ausstoßen. Gasautos werden aber gleich wie jedes andere Auto behandelt. Insgesamt muss man sagen, dass die Luftwerte im Großraum Imst besser geworden sind, trotzdem aber noch Sanierungsgebiet darstellen. An den diversen Luftmessstellen wird man aber ablesen können, was die Maßnahmen bringen."
Politisch wird das Thema aber heiß diskutiert: "Wir sind gegen Tempo 100, wenn mit der Einführung der Tempobeschränkung nicht gleichzeitig politisch verhandelt und politisch garantiert ist, dass das sektorale LKW-Fahrverbot wirklich eingeführt werden kann, dass keine Klagen der Nachbarländer vor dem EUGH zu erwarten sind und dass mit diesem LKW-Fahrverbot dauerhaft tausende LKW von der Straße auf die Schiene verbannt werden können“, stellt Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz klar. FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger sieht in der Einführung des generellen 100er-Limits einen Kniefall der ÖVP vor den Grünen. "Die FPÖ lehnt jedenfalls ein generelles Tempo-100-Limit entschieden ab, denn es ist wirtschaftsfeindlich und gefährdet heimische Arbeitsplätze.“
Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser sagt: "Das verkehrs- und finanzpolitisches Maßnahmenpaket zur Luftsanierung an der A12 und A13 Inntal- und Brennerautobahn – nach bereits 4285 Tagen im ausgewiesenen „Luftsanierungsgebiet“ kommt spät genug".

Autor:

Clemens Perktold aus Imst

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