Persilschein für „Arche Noah“

Die „Arche Noah“ wurde nachträglich durch eine Änderung des Bebauungsplanes „legalisiert“.
  • Die „Arche Noah“ wurde nachträglich durch eine Änderung des Bebauungsplanes „legalisiert“.
  • hochgeladen von Clemens Perktold

Es sollte ein soziales Aushängeschild für Imst werden. Das Projekt „Arche Noah“ in der Lehngasse sorgte allerdings durch die Missachtung der Tiroler Bauordnung für viel Unmut. Jetzt wurde das Objekt durch den Gemeinderat „weißgewaschen“.

IMST (pc). Gegen die Stimmen der Oppositionsparteien stimmten die beiden VP-nahen Listen unter Bgm. Stefan Weirather und Vize Gebi Mantl mit Unterstützung von Simon Ziernhöld (FP) für eine nachträgliche Änderung des Bebauungsplanes, der nun den Baumaßen des umstrittenenen Objektes „angepasst“ wurde. Wie berichtet, wurden die Bauhöhen um bis zu 1,80 Meter überschritten, was nicht nur im Plenum für Diskussionen sorgte.

„Schiefe Optik“
Die Gemeinderäte Helmuth Gstrein und Andrea Jäger verliehen ihrem Unmut über die Vorgangweise Ausdruck und sprachen von „Entscheidungen am Rande des Amtsmissbrauches“, einer absolut schiefen Optik, sowie von „System und Methode bei der Umgehung von Bauvorschriften“. Jäger schäumte: „Offenbar ist die Volksmeinung, dass es sich manche in Imst richten können, wie sie wollen, nicht von der Hand zu weisen. Jeder Häuslbauer muss sich an die Bauordnung halten. Nun ist einer der FMZ-Betreiber erneut der Missachtung der Vorschriften überführt worden und am Ende des Tages legalisiert der Gemeinderat die Aktivitäten.“ Auch Sozialreferentin Doris Reheis meinte: „Die Vorgehensweise ist derart unsauber, dass ich meine Stimme ebenfalls nicht dafür geben werde, obwohl die Nutzung als betreutes Wohnmodell in mein Ressort fällt.“ Helmuth Gstrein monierte, dass „einige Gemeinderäte massiven Druck auf die Nachbarschaft ausgeübt hätten, damit eine so genannte gütliche Einigung zustande käme“. Gstrein bezeichnete dies als beschämend und von der Signalwirkung her fatal: „Alleine für dieses Objekt wurde der Bebauungsplan nun viermal bzw. fünfmal abgeändert. Derartige Kunstgriffe sind nur wenigen Bauwerbern vorbehalten.“ Stadtchef Weirather entgegnete den Vorwürfen, dass es sich bei der „Arche Noah“ tatsächlich um eine „verzwickte Sache“ handle, eine Änderung des Bebaunungsplanes aber durchaus im rechtlichen Rahmen durchzuführen sei.

Mit zehn Pro-Stimmen, acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde schließlich eine hauchdünne Entscheidung herbeigeführt, die das fragliche Objekt in zwei verschiedene Tranchen teilt und durch die Bestimmungen „04“ bzw. „06“ in die legale Zone führt.

Autor:

Clemens Perktold aus Imst

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