Die Besonderheit ist gefragt

Marlies Witsch (Vizebgm. Obsteig), Franz Dengg (Bgm. Mieming), Claudia Hirn-Gratl (Obfrau Forum Land) und Renate Dengg (Obfrau-Bezirksbäuerin)
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  • Marlies Witsch (Vizebgm. Obsteig), Franz Dengg (Bgm. Mieming), Claudia Hirn-Gratl (Obfrau Forum Land) und Renate Dengg (Obfrau-Bezirksbäuerin)
  • Foto: Gratl
  • hochgeladen von Stephan Zangerle

MIEMING (sz). Nachdem bereits in Tarrenz und Oetz die Chance genutzt wurde, erörterten nun die Bewohner aus Mieming und Obsteig die Problemfelder und Vorzüge der Region.

25 Mal lädt das Forum Land Interessierte dazu ein, über Stärken und Schwächen in ihrem Gebiet zu diskutieren, denn es besteht Handlungsbedarf, wie Magnus Gratl in seinen Ausführungen verdeutlicht. Prognosen belegen, dass vor allem die Urbanisierung, die Abwanderung der Leute in die Städte sowie das ländliche Versorgungssystem zunehmend für Herausforderungen in den Gemeinden sorgen werden, falls dies nicht ohnehin schon der Fall sei. „Daher müssen wir uns überlegen, wohin wir uns entwickeln wollen“, meint Forum-Land-Bezirksobfrau Claudia Hirn-Gratl.

Wie "Tag und Nacht"
Einen gemeinsamen Nenner zu finden, schien alles andere als leicht, sprachen die Teilnehmer aus Mieming und Obsteig doch von extrem unterschiedlichen Voraussetzungen. So sei beispielsweise das Verkehrsproblem in Mieming nur ein geringes, während Obsteig sprichwörtlich im Keim der Schwertransporter ersticke. Auch die vielen Infrastruktureinrichtungen in Mieming seien im Vergleich zu Obsteig wie „Tag und Nacht“.

Nicht ausreichend
Das Sonnenplateau als Tourismusgebiet kristallisierte sich als große Chance heraus. Dieser Vorteil allein sei aber nicht ausreichend. „Wir müssen ein Alleinstellungsmerkmal finden. Die schöne Landschaft alleine ist zu wenig. Wir sind ein Wandergebiet, weit weg vom Massentourismus, und wir haben den längsten Sommer Tirols“, lautete der Tenor.

„In Mieming selbst sorgen zwei Vier-Sterne-Hotels für rund zwei Drittel der 135.000 Nächtigungen. Das Problem ist, wenn alles auf wenigen Schultern aufgebaut ist, kann der Wegfall eines Hotels extreme Folgen haben“, erläutert der Mieminger Dorfchef Franz Dengg und spricht damit die Schließung des Hotels Tyrol in Obsteig an, aber: „Wir könnten noch weitere Hotelbetriebe verkraften.“

Bewohner halten
Schwierig sei die Ansiedelung von anderen Großbetrieben. Dengg: „Das ist nicht einfach, weil uns die dafür notwendige Anbindung zu Autobahn und Schiene fehlt.“ Für regen Wortwechsel sorgten auch die vorliegenden Bevölkerungszahlen: „Mieming ist seit 1961 um 284 Prozent auf 3.445 Einwohner angewachsen. Alle zehn Jahre wurde ein Zuwachs von durchschnittlich 20 Prozent verzeichnet“, führt der Dorfchef aus und erklärt weiter, dass man eine derartige Steigerung nicht mehr wolle. Vielmehr sei es im Interesse der Gemeinde, die Einheimischen im Ort halten zu können.

„Die Baulandpreise liegen bei rund 300 Euro pro Quadratmeter. Für Einheimische haben wir immer Gründe, um 100 Euro anbieten können, auch dank der Agrargemeinschaften“, so Dengg wörtlich. Der rasante Zuwachs habe vor allem die Infrastruktur stark belastet: Kanal, Wege und Straßen verschlingen viel Geld, „das dann in anderen, wichtigen Bereichen fehlt“.

Einen wichtigen Schritt für die Gemeinde sieht Dengg in der Zentralisierung: „Wir müssen weg vom Siedlungsgedanken und den Dorfkern rund um die Kirche beleben.“

Autor:

Stephan Zangerle aus Imst

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