IV-Präsident Schretter: „Tiroler Industrie antwortet mit Beschäftigungsplus auf globale Herausforderungen“

IV-Präsident Reinhard Schretter

TIROL. Der traditionelle Neujahrsempfang der Tiroler Industrie stand gestern am Programm, IV Präsident Reinhard Schretter wird nach acht Jahren Amtszeit als IV-Präsident im April nicht mehr kandidieren können. Bekannterweise wird er ab Ende März als TIWAG Aufsichtsratvorsitzender seine Tätigkeit aufnehmen. Verantwortung, Stabilität, Wohlstand, Innovation, Wandel und auch Anpassungsfähigkeit - diese Begriffe bildeten den roten Faden in der traditionellen Neujahrsansprache des Tiroler Industriepräsidenten Dr. Reinhard Schretter.

Hier Schretters Ausführungen als Zusammenfassung:

Die Tiroler Industrie beschäftigt derzeit 42.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so viel wie nie zuvor und damit um 1.300 mehr als ein Jahr vorher. „Es ist beeindruckend, wie von international tätigen Leitbetrieben und weiteren Produktionsunternehmen konstant neue Beschäftigungsimpulse in vielen Berufsfeldern ausgehen. Die Tiroler Industrie hat ihre Verantwortung ernst genommen, einer mehrjährigen weltweiten Krise standgehalten und für kräftige Beschäftigungsimpulse gesorgt“, so Schretter.

„Tirol ohne Industrie ist nicht Tirol. Damit dies so bleibt und die industrielle Wertschöpfung weiter gestärkt wird, sind Mut und Erneuerung gefragt. Tirol hat in den letzten Jahren etwa sehr erfolgreich technologieorientierte Ausbildungen gestärkt, welche die Basis für intensivere Forschung und Entwicklung bilden. Wirtschaft und Wissenschaft sind enger verknüpft. Dies soll so weitergehen, um noch mehr Tiroler Unternehmungen Erfolg auf regionalen und internationalen Märkten zu ermöglichen. Weitere Voraussetzungen sind ein Bildungssystem, welches Talente erkennt und fördert. Man muss auch von Elite sprechen dürfen. Neben einer funktionierenden Infrastruktur wie Verkehrswege oder Breitband ist ein effizienter Vollzug von weniger bürokratischen Gesetzen erforderlich. Mit diesen und weiteren Maßnahmen können die zukünftigen Herausforderungen wie Beschäftigungssicherung, Aufrechterhaltung der Sozial- und Gesundheitssysteme oder Energiewende bewältigt werden.“

„Unternehmertum gibt den Menschen Hoffnung. Ich bin stolz auf unsere Industrie, auf die Menschen, die aus eigener Kraft immer wieder Neues und Erstaunliches schaffen, Bestehendes sorgsam wahren und sich dabei nicht schonen, immer besser zu werden. Sie sind die Zugkraft unseres Wohlstandes. Das ist Verantwortung“, so der Tiroler Industriepräsident.
In seiner Ansprache ging Präsident Schretter auch auf die aktuelle Flüchtlingsthematik ein und wünschte den politischen Verantwortungsträgern eine glückliche Hand beim Abwägen von gesellschaftlicher Verantwortung, Humanität und den Chancen durch Zuwanderung.
Um Verantwortung gehe es auch bei der Klimapolitik. Hier würden sich weitere Chancen für erneuerbare Energien eröffnen, damit auch für die heimische Wasserkraft.

Österreich muss handlungsfähig bleiben

Handlungsfelder bei Überregulierung, Pensionsantrittsalter, Kosten des Gesundheitssystems seien nach wie vor weiter zu bearbeiten. Zu hoffen bleibe, dass die Bevölkerung 2016 die positiven Effekte durch die Steuerreform in der eigenen Geldtasche spüre. Die kalte Progression müsse man allerdings weiter zurückdrängen und genauso stark Ideen wie Arbeitszeitverkürzung, sechste Urlaubswoche, Wertschöpfungsabgabe oder Maschinensteuer abschwören. Eine Staatsquote von über 50 Prozent schränke viele erforderliche Freiräume ein.

Industriestandort – nicht „Industrie stand dort“

„Wir könnten in vielen Bereichen die Zügel in der Hand behalten und das eigene Umfeld mitgestalten: Weitere Industrialisierung und nicht De-Industrialisierung lautet das Erfordernis.“ Präsident Schretter listete zukunftsweisende Einflussbereiche auf:
• Fortführung der Technologieoffensive sowie landesweite Fachkräfte- und Lehrlingsinitiativen
• Weitere technische Studienangebote; keine weiteren Verzögerungen bei Neubauten von Bildungseinrichtungen (MCI, Haus der Physik);
• Arbeitsmarkt: Ausbau der Flexibilität, keine Reduzierung der Arbeitszeit;
• Industrie 4.0: Nutzung der Digitalisierung; Verflechtung von Wirtschaft und Wissenschaft, Forcierung der Computerwissenschaft: Stiftungslehrstuhl „Data Science“
•Fortlaufende Verbesserung der Infrastrukturen (Verkehrswege, Breitband)
• Energiewende 2050: Fokus auf erneuerbare Energien, Forcierung der Wasserkraft;
• Bildungssystem: Straffung der Schulorganisation, Stärkung der Begeisterungsfähigkeit von Lehrern und Schülern, Talentförderung;
• Prüfung der Steuerhoheit der Länder, Förderung eines Wettbewerbs der Regionen, Eindämmung des Verwaltungsaufwands

Autor:

Sieghard Krabichler aus Tirol

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