Pionierarbeit in der Wirtschaft
Wirtschaftlicher Erfolg ist sekundär, Mitarbeiter und Ethik gehen vor

In Imst stellten sich unlängst die Unternehmen vor, die sich zu einer freiwilligen Gemeinwohl-Bilanz entschlossen haben und nur positives darüber berichten konnten.  Wirtschaftlicher Erfolg sei dabei sekundär, gemessen wurden die Unternehmer an Eckpunkten wie Menschenwürde, Solidarität und ökologischer Nachhaltigkeit.

IMST. Kürzlich kamen die Unternehmens-Pioniere zusammen, die sich bereit erklärten eine Gemeinwohlbilanz zu machen, sich weiters einem Auditoring unterzogen und dafür ein Zertifikat erhielten. Es handelt sich dabei um Betriebe aus allen Sparten und unterschiedlicher Größe. Eines haben sie aber alle gemeinsam, sie wollen sich mit Hilfe des Vereins Gemeinwohl-Ökonomie einen Spiegel vor Augen halten und die Ist-Situation im Unternehmen betrachten. Nicht die wirtschaftliche Bilanz wird dabei unter die Lupe genommen, es geht vielmehr um ein Mitarbeiterfreundliches Klima, Verwendung von nachhaltigen Rohstoffen und ethische Grundsätze im Geschäftsalltag. Alpendruck, der Fährmann, Waltraud Dietrich (Unternehmensberatung), private Hortgruppe "Mobile", Sanoll Biokosmetik, und Seifenmanufaktur Neururer haben die Bilanz bereits positiv abgeschlossen. Thomas Jascha vom Verein Issba wurde durch die vergangenen Turbulenzen zeitlich davon abgehalten, wird es sobald als möglich nachholen. Als Unterstützer und Netzwerker sieht sich Markus Mauracher vom Regionalmanagement, der seinen Verein nicht bilanzieren kann, jedoch für die kommende Förderungsperiode Fokus auch auf diese Thematik legen will.

Gemeinsamer Betriebecheck

Nach der ersten Infoveranstaltung entschieden sich nach Vorstellung des ungewöhnlichen aber interessanten Models die acht Unternehmer zur freiwilligen Bilanz. Sie konnten sich auf ein neutrales Feedback der sieben anderen freuen und letztlich auf eine Auditierung eines unabhängigen Prüfers, der ein Zertifikat zu vergeben hat. Die Eckpfeiler der anfänglichen Selbsteinschätzung des Betriebes wurden im Rahmen gemeinsamer Workshops bestätigt oder kritisch hinterfragt, mit dem Ziel eventuell aufgetretene Betriebsblindheit oder liegen gelassene Ressourcen gemeinsam aufzuspüren. Als finalen Punkt der Gemeinwohl-Bilanz sollen die Mitarbeiter jedes Unternehmens in den Prozess der Verbesserung mit einbezogen werden. Deren Meinung sei wichtig, denn ein glücklicher Mitarbeiter ist auch ein gesünderer Mitarbeiter und somit ist die aufgebrachte Zeit und Thematisierung innerbetrieblich eine lohnende Investition.

Werte sind verkehrt

Ziel des im Jahr 2011 in Wien gegründeten und seither weltweit blühenden Vereins Gemeinwohl-Ökonomie ist es, die zertifizierten Betriebe steuerlich zu begünstigen und ihnen leichteren Zugang zu Förderungen zu ermöglichen um die größeren Aufwände wieder herein holen zu können. Einige Gemeinden und Regionen sind bereits hellhörig geworden und gehen bei Auftragsvergabe nach Bestbieterprinzip vor, das heißt Gemeinwohl-Betriebe bekämen den Vorrang, auch wenn das Angebot nicht der Billigsanbieter ist. Nähere Infos sind auf www.ecogood.org/tirol oder bei der nächsten Infoveranstaltung am 20. Februarim Rosengartl in Imst zu erfahren.

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