19.09.2014, 14:01 Uhr

An was glaubte Ötzi?

Menhir auf dem Weg zur Ötzi-Fundstelle
Sölden: Vent | Vor 23 Jahren wurde bei einer Wanderung Ötzi, damals noch eine namenlose Gletscherleiche, gefunden. Der Fund stellte sich als wissenschaftliche Sensation heraus. Etwa der Beginn der Metallverarbeitung durch Menschen in den Alpen wurde neu definiert. Dr. Hans Haid und Reinhold Messner waren die ersten, die die große Bedeutung der Entdeckung vom Tisenjoch erkannten.
Der Fundort liegt auf dem Alpenhauptkamm in der Höhe von 3200 m. Schon der Name Tisenjoch ist ein Hinweis, dass Ötzi nicht zufällig hier starb, sondern an dieser Stelle rituell bestattet wurde. Den die Tisen oder Idisen sind Wesen im Grenzbereich von sichtbar und unsichtbar und stehen mit Weissagungen in Verbindung. Ein Indiz für die rituelle Bestattung ist die vollständige Mumifizierung der Leiche, die keine Verwesungsspuren aufweist. Der Himmel ist auf dem Berg ganz nah und ein Übergang der Seele vom Irdischen ins Überirdische wird leicht. Auch noch in römischer Zeit wurden Menschen an Straßen und Passübergängen bestattet, damit ihre Seelen den Weg schützen. Oberhalb von Vent gibt es den Hohlen Stein, ein markanter steinzeitlicher Rastplatz, der auf die Gestirne ausgerichtet ist. In Alt Vent auf dem Weg zur Fundstelle gibt es rätselhafte Steinsetzungen und Sagen - auch dies ein Hinweis, dass das der religiöse Hintergrund von Ötzi noch lange nicht erschlossen ist.
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Elisabeth Wintergerst aus Reutte | 19.09.2014 | 14:02   Melden
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