06.10.2016, 14:04 Uhr

Die kreativsten Köpfe Tirols wurden für ihre Weltneuheiten auf der Innsbrucker Herbstmesse ausgezeichnet

BU: Hinten v.l.: Initiator Georg Juen, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Messedirektor Christian Mayerhofer, Juroren Paolo Bertoni und Günther Grall. Vorne v.l.: Physioterm-Boss Josef Gunsch, Modemacherin Sylvia Dingsleder, „Matterhorn“- Miterfinderin Alexandra Muehlmann, „Falte-Frei“-Erfinderin Claudia Beyrer und Nachwuchserfinder Lorenz Sumper. (Foto: Congress Messe Innsbruck)
Die 84. Innsbrucker Herbstmesse wurde von Landeshauptmann Günther Platter eröffnet. Am Abend des ersten Messetages bekamen Tirols findigste „Daniel Düsentriebe“ den begehrten Design- und Erfinderaward überreicht. Eine Marktneuheit für faltenfreies Kleidertrocknen, ein weltweit erstmals vorgestellter Infrarot-Bürostuhl oder das „Tiroler Gwandl“ verblüfften die Juroren.


Innsbruck – Drei, zwei, eins: anzapft is‘. Mit einem kräftigen Bieranschlag wurde die größte Produkt- und Leistungsschau der Tiroler Wirtschaft, die 84. Innsbrucker Herbstmesse, von Landeshauptmann Günther Platter im großen Oktoberfestzelt eröffnet. Eine fulminante Eröffnung, die dem ersten Messetag auf Westösterreichs größter Publikumsmesse mehr als gerecht wurde.

Nachwuchserfinder konstruiert ergonomischen Kinderstuhl

Über die Auszeichnung als bestes Nachwuchsprojekt konnte sich Lorenz Sumper freuen. Der Schüler der HTL-Imst war mit der Entwicklung und Bau eines Sitzmöbels unter Anwendung technischer und physiologischer Gesichtspunkte im Rahmen einer Diplomarbeit konfrontiert. Die Möglichkeit, Teile der Stühle mit einem CNC-Bearbeitungszentrum zu fertigen – darunter versteht man die elektronische Steuerung von Fertigungsmaschinen – wurde von ihm durch entsprechende Programmierungen und Versuche, die diese Technologie auf die Probe stellen, ausführlich getestet und umgesetzt. „Der konzipierte Esstischstuhl für Kinder ist in meinen Augen ein sowohl ästhetisch ansprechendes, als auch funktionelles und vor allem ergonomisches Sitzmöbel, welches ich nicht nur in technischen Zeichnungen und Visualisierungen dargestellt habe, sondern auch anhand von einem Prototyp konstruiert habe“, freute sich Sumper über die Auszeichnung.


Ideen in Tirol kreieren und international vermarkten

Gleich am Abend des Eröffnungstages wurde der prestigeträchtige Design- und Erfinderaward verliehen. Mit diesem werden seit sechs Jahren die findigsten und kreativsten Köpfe aus Nord-, Ost- und Südtirol für ihre innovativen Produkte ausgezeichnet. „Ideen in Tirol kreieren, entwickeln und mit internationalem Niveau in Funktion und Form über die Grenzen vermarkten“, beschreibt Initiator Georg Juen die Idee dieser Plattform. 15 Projekte wurden von Tiroler Einzelkämpfern, Jungunternehmern oder etablierten Firmen eingereicht und stellten sich der Fachjury – bestehend aus dem Südtiroler Clustermanager Paolo Bertoni, dem Vizerektor der Fachhochschule Kuchl Günther Grall und dem GEOtec Manager für Kunststofftechnik Martin Wessely.

Gut aufgehängt ist schon gebügelt

In der Kategorie „Erfindung“ konnte Claudia Beyrer das Duell für sich entscheiden. „Gut aufgehängt ist schon gebügelt“, lautete das Sprichwort ihrer Großmutter, erzählt die Erfinderin. „Wenn da nicht immer diese lästigen Abdrücke von der Leine und den Klammern wären, dann müsste ich viele Wäschestücke nicht mehr bügeln“, erinnert sich die Erfinderin an den Ursprung ihrer Idee zurück. Gedacht getan entwickelte die Tirolerin einen wasserabweisenden PE-Schaumstoff für den Kleiderständer. Dieser wird mittels Einschnitt wie eine Röhre über die Gitterstangen geklemmt und verhindert so Falten. „Nach über zwei Jahren Entwicklung ist ,Falte-Frei‘ seit 2016 auf dem Markt erhältlich und hat bereits viele zufriedene Haushalte erreicht“, freut sich Beyrer.

Weltneuheit von Physiotherm passt sich an die Rückenform an

Großer Jubel herrschte auch in der Kategorie „Industrial Design“. Der Tiroler Hersteller Physiotherm konnte mit einem Bürostuhl mit integriertem 3D-Carbon-Infrarotstrahler die Juroren überzeugen. „Der Infrarotstrahler ist patentiert und stellt eine absolute Weltneuheit dar“, erklärte Geschäftsführer Josef Gunsch stolz, „durch den speziellen Aufbau und die spezielle Anordnung der Heizelemente passt sich der Strahler exakt der Rückenform des Anwenders an und gibt über die gesamte Bestrahlungsfläche eine außergewöhnlich homogene und angenehme Wärmeverteilung ab.“

Hölzerne LED-Tischlampe aus Südtiroler Marmor

Als außergewöhnlich kann auch die Erfindung des Südtiroler Holzschnitzers Georg Muehlmann bezeichnet werden. Der Sockel seiner LED Tischlampe „Matterhorn“ erinnert an einen verschneiten Berggipfel und wird aus Südtiroler Marmor im Vinschgau hergestellt. Der bewegliche Lampenarm ist aus Holz. Bei senkrechtem Arm ist die Lampe ausgeschaltet, zum Einschalten wird der Arm nach vorne gebeugt. Für diese raffinierte Neuheit wurde Muehlmann mit dem Design- und Erfinderaward in der Kategorie „Handwerk & Design“ ausgezeichnet.

Die „Unfarben“ Schwarz und Weiß sind kein Stilbruch

Neuheiten aus der Modewelt wurden anschließend von Sylvia Dingsleder präsentiert. Ihr Label „Tiroler Gwandl“ brachte die Kreation „Globetrotter“ hervor. „Die Kombination aus den beiden ,Unfarben‘ Schwarz und Weiß ist kein neuer Stilbruch und kann unkompliziert den ganzen Tag in der Freizeit, im Business, bei Cocktailpartys oder Events getragen werden“, brachte Dingsleder ihr Konzept auf den Punkt. Der Stil der Tirolerinnen sei viel offener und moderner geworden. „Die Menschen interessieren sich für Mode und nutzen sie auch. Man kann damit seinen aktuellen Zustand kommunizieren und Mode kann auch als ein Schutzschild dienen“, sagte Dingsleder. Mit ihrer Modelinie „Globetrotter“ wurde sie in der Kategorie „Modedesign“ prämiert.
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