29.10.2016, 00:00 Uhr

Die Kurzrasenweide, ein Erfolgskonzept aus Irland findet den Weg zu uns

Wenn Fachleute ihre Köpfe zusammenstecken, kommen dabei meistens gute Ideen heraus.

Als vor fünf Jahren das Pilotprojekt "Kurzrasenweide" am Griesserhof in Oetz seinen Anfang fand, war bereits im Vorfeld viel Information geflossen.

OETZ. "Die Iren sind die wahren Meister der Kurzrasenweide, von ihnen können wir viel lernen", meinte kürzlich Josef Hechenberger beim Lokalaugenschein am Griesserhof. Peter Frank, Leiter der Bezirksstelle Landeck, klärte die Anwesenden über diese, eher unbekannte Art der Beweidung, auf. "Die Herde wird ab März, wenn die Gräser beginnen zu schieben, stundenweise auf die Weide getrieben. Zu dieser Zeit wird noch im Stall zugefüttert. Je nach Witterung steigert sich die Stundenzahl, die die Kühe auf der Weide grasen können, bis man sie überhaupt draußen lassen kann."

Aller Anfang ist schwer

Der Bauer aus Leidenschaft Heinz Griesser fasst seine fünfjährige Praxiserfahrung zusammen: "Anfangs muss sich der Bauer und das Tier erst daran gewöhnen, schliesslich ist die Kuh verwöhnt. Das erste Jahr war hart, die Kühe haben Gewicht verloren und ich bin mit dem Meterstab von Feld zu Feld und habe akribisch genau gemessen. Optimal ist die Beweidung bei einer Grashöhe von sechs bis acht Zentimeter. Da habe ich mich schon gefragt, was sollen die Kühe da fressen?

Gras statt Kraftfutter

Doch es habe sich für die Entwicklung der wertvollen Gräser als perfekte Lösung erwiesen. Die Grasnarbe festigt sich und macht den Boden trittfester. Die Untersuchung der Inhaltstoffe und Zusammensetzung des Grases habe Griesser endgültig von der Kurzrasenweide überzeugt. Der Proteiingehalt war gleich hoch wie bei Kraftfutter. Von den entfallenden Arbeitsstunden und den gesparten Dieselkosten für rund tausend Liter Diesel einmal abgesehen habe der Bio-Bauer rund zehn Tonnen Bio-Kraftfutter gespart.

Nicht das Allheilmittel für jeden Bauer

Hechenberger ergänzte und führte aus, dass die Umsetzung dieses Konzeptes nicht für jeden Bauer möglich sei.
Die Tiere zweimal täglich zum Melken in den Stall zu bringen sei nur möglich, wenn die Weidefläche in der Nähe des Hofes ist. Auch mit zu steilen Flächen sei die Kurzrasenweide nicht umsetzbar, aber für einige Bauern könnte dies eine Möglichkeit sein, die Ausgaben deutlich zu reduzieren. "Wenn man für die verkaufte Milch nicht mehr viel bekommt, kann man wenigstens versuchen, sie kostengünstig zu produzieren," so Griesser abschliessend.
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