17.03.2017, 14:36 Uhr

Ehrenreich Schöpf - Holz in Form zu bringen ist seine große Leidenschaft

UMHAUSEN (ps). In einer idyllischen Werkstatt in Umhausen fallen Holzspäne auf den Boden. In einem gemächlichen aber zielführenden Tempo. Ein präzise geführtes Stemmeisen in der Hand, sieht Ehrenreich Schöpf zu, wie das Stück Holz allmählich die gewünschte Form annimmt. In aller Bescheidenheit fängt er an zu erzählen, von dem deutschen Gast, der ihnvor mehr als 20 Jahren auf die Idee brachte, ein Alphorn zu bauen. "Der Deutsche stand da und schaute mir zu, wie ich eine Rodel fertigstellte. Hast du schon einmal ein Alphorn gebaut, fragte er mich." Seither ließ den gelernten Wagner die Idee nicht mehr los. "Damals hat man nicht einfach im Internet nachgeschaut, da musste der Deutsche die Bauanleitung zeichnen und mit der Post schicken", lachte er. Nachdem der erste Versuch eher eine Geduldsprobe als ein erfüllendes Hobby zu sein schien, war die Freude über den ersten Ton aus seinem eigenen Alphorn riesengroß. "Spielen kann ich bis heute nicht, dafür habe ich Kollegen von der Musikkapelle gebraucht. Ich spiele Klarinette, bringe beim Alphorn nur ein paar Töne heraus", schmunzelt der Hobbyinstrumentenbauer. Acht Hörner hat Ehrenreich Schöpf in den vergangenen Jahren aus heimischer Fichte geformt, drei davon erklingen regelmäßig bei verschiedensten Anlässen. Wolfgang Radl, Viktor Praxmarer und Josef Scheiber heißen die Alphornbläser aus Umhausen, die seit mittlerweile zehn Jahren mehrere Auftritte mit den ungewöhnlichen Instrumenten absolvieren. Sogar vor der belgischen Königsfamilie hat man schon alpenländische Klänge zum Besten gegeben. Wie eingangs erwähnt, beschäftigte sich Ehrenreich Schöpf lebenslang schon mit dem Bau von Renn- und Sportrodeln. Über zwanzig Jahre war er selbst aktiver Sportrodler beim Rodelclub Umhausen. Auf seinem eigenen Sportgerät galt er damals als heißer Favorit bei den damals noch häufigen und populären Rennen. "Als die Wagnerei langsam aus der Mode kam, so ungefähr Ende der 1950er Jahre, bauten wir LKW-Bordwände, Rodeln und Vollholzski. Die Skifabrik in Umhausen exportierte ihr Fabrikat weltweit", erinnert sich Schöpf an längst vergangene Tage. Übrig geblieben ist die Leidenschaft für den Rodelbau und die Herstellung der Alphörner. Wenn auch jetzt nur noch als Zeitvertreib, so entstehen in dieser Werkstätte in Umhausen doch sehr wertvolle Raritäten aus Holz.
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