19.09.2014, 22:07 Uhr

Ein Leben mit den Büchern

Der Buchexperte Peter Kugler betreut seit vielen Jahren die Schulbuchaktion im Tiroler Oberland

Die Liebe zum geschriebenen Wort wurde Peter Kugler buchstäblich in die Wiege gelegt

(isa). Die Reise seines Lebens führte den gebürtigen Wiener durch viele literarische Welten. Neben einem Antiquariat in Innsbruck, das Kugler gemeinsam mit seiner Gattin Christine führte, spezialisierte sich der Buchhändler auf Österreichische Schulbücher und ist seit vielen Jahren für die Betreuung der Schulen im Oberland zuständig.

Aufgewachsen im schönen Wien, in einer Familie, in deren Leben Bücher stets eine bedeutsame Rolle spielten, wurde bei Peter Kugler die Begeisterung für Literatur schon von Kindsbeinen an gepflegt. Er erinnert sich an das viele Vorlesen seiner Eltern und daran, dass er zu verschiedensten Anlässen immer mit Büchern beschenkt wurde.
„Ich habe sehr früh Werke gelesen, die nicht dem Alter entsprachen. Zum Beispiel beschäftigte ich mich mit 15 Jahren mit Russischer Literatur und las unter anderem
Tolstoi, Krieg und Frieden.“ So beschreibt Kugler sein verstecktes Ankündigen für sein späteres, berufliches Arbeitsfeld.

Sein Weg führte den Literaturliebhaber zum Buch- und Medienvertreib Bertelsmann, in Österreich bekannt unter Donauland. Dort war er über viele Jahre für ca. 30 Geschäfte in Österreich und Südtirol tätig. Im internationalen Experten-Ausschuss für die Filialkette Bertelsmann wurden mit der Osterweiterung durch Kuglers Mitwirken Zweigstellen in Prag Budapest und Warschau gegründet.

Sesshaft wurde der Wiener letztendlich in Tirol und lebt seit dem Jahr 2002 mit seiner Frau Christine in Innsbruck. Gemeinsam führten sie das Antiquariat „buch & mehr“.
In der Buchhandlung J.Grissemann in Imst betreut Kugler seit 2003 die Schulbuchaktion für das Tiroler Oberland.

Verwurzelt im Bücherkreislauf

Die Buchhandlung J. Grissemann durchlief einem Wandel und wurde im März 2013 zur Second Hand Buchhandlung „Wiederlesen.“ Durch die Zusammenarbeit mit Dieter Blümel und Simone Grissemann können die Schulbücher weiterhin über Peter Kugler bezogen werden.
Somit ist die Betreuung durch den Spezialisten auch die nächsten Jahre in Imst gesichert.

Durch seine langjährige Tätigkeit lernte der Vielleser auch zahlreiche Autoren persönlich kennen und schätzen. „Ich habe großen Respekt bekommen vor älteren Schriftstellern.“ Gertrud Fussenegger oder der literarische Journalist Dietmar Grieser gaben zahlreiche Impulse für kritische Denkanstöße.

„Was ich nicht gut heißen kann ist Zensur. Ich bin froh, wenn jemand überhaupt etwas liest. Welches Recht habe ich, dem Leser zu sagen, was er zu lesen hat?“

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Die Entwicklung des Schulbuchs erlebte Peter Kugler hautnah. Die Lehrbücher seien keine Bücher mehr im klassischen Sinne, sondern haben sich zu Arbeitsbüchern entwickelt. Ohne es bewerten zu wollen, hält Kugler fest, dass durch das „Hineinschreiben“ die Wertigkeit eines Buches nicht gefördert würde.

Der Lesefreund befürwortet es, dass dem Zeitgeist entsprechend moderne Medien in den Unterricht mit einbezogen werden, dies allerdings nur in Maßen. Das kritische Denken bliebe durch den Informationsabruf per Mouse Klick leider zu oft auf der Strecke.
Der Einsatz von Schulbüchern in E-Book-Varianten, die innerhalb eines großen EU - Projektes derzeit geplant werden, sollten genau auf Sinnhaftigkeit überprüft werden.

„Mir ist wichtig, dass Offenheit, Toleranz, kritisches Nachdenken und nicht das Nachplappern gefördert wird.“ Dem Entstehen von immer mehr Respekt- und Lieblosigkeit in unserer Gesellschaft solle entgegengewirkt werden. Peter Kugler sieht es als Aufgabe der Erwachsenen, Kindern respektvoll zu begegnen und ihnen ebenso zu lehren, Respekt vor Erwachsenen zu haben. Die Fähigkeit, wachsames Denken zu nutzen, müsse vermittelt und unterstützt werden.

Kuglers Rezept seinen Geist wach zu halten: „Wie bleibst du jung? Umgib dich mit jungen Menschen.“ Diese erlesenen Zutaten für ein liebevolles Miteinander sind gerade in der heutigen Zeit wichtige Faktoren, den Mensch im Mittelpunkt zu halten.
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