06.12.2017, 11:27 Uhr

Erste Hilfe Beauftragte für Asylunterkünfte

Vergangenen August konnten an 28 neue Ersthelferinnen und Ersthelfer entsprechende Dekrete übergeben werden (Foto: RK Imst)
IMST. In Asylheimen werden bekanntlich Flüchtlinge aus verschiedenen Nationen und Kulturkreisen untergebracht. Unterschiedliche Sprachen und Gepflogenheiten machen die Kommunikation oft schwierig. In Notsituation kommt es aber gerade auf funktionierende Kommunikation an. Die Notrufzentrale des Roten Kreuz bildet während den Nachtstunden und Wochenende oftmals bei Notsituationen die erste Instanz. Aufgrund der vorhandenen Sprachbarrieren erfragt die Leitstelle aber oft nur unzureichende Informationen, sodass der Rettungsdienst oftmals alarmiert wird, ohne genau darüber Bescheid zu wissen, um welche Art von Notfall es sich handelt. Der Rettungsdienst als zweite Instanz ist gleich in mehrfacher Hinsicht von diesem Problem betroffen. Neben unzureichender Information zum Einsatz, zeichnen sich Hürden auch oft direkt am Einsatzort ab. So gibt es keine Ansprechperson, die über Zimmernummer des Patienten oder den Grund der Verstädigung Bescheid wüsste. Meist sind viele Schaulustige vor Ort, aber niemand kann den Rettungsdienst klar sagen, zu welcher Person er gerufen wurde. Hat man den Patienten erstmal gefuden, oftmals erst nach mehreren Minuten, bildet erneut die Sprachbarriere eine große Hürde um eine professionelle Hilfe gewährleisten zu können.

Dieser Situation möchte sich ein Projekt des Roten Kreuz annehmen, indem es um Ausbildung eines Asylwerbers zum Ersthelfer vor Ort geht um die Notversorgung in Asylheimen ein Stück zu verbessern.

Konkret werden in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz Imst 6-8 stündige Erste Hilfe Kurse den Asylwerberinnen und Asylwerbern angeboten. Der Kurs legt dabei den Fokus auf:

Absetzen eines Notrufs
Lebensrettende Sofortmaßnahmen
Umgang mit Rettungsdienst
System Rettungsdienst Tirol
Wann wird eine Rettung konkret benötigt?

Darüber hinaus ist zukünftig auch eine Kooperation mit der Polizei angedacht.
Die Ersthelfer werden in den Asylheimen intern kommuniziert und gekennzeichnet.
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