22.10.2014, 10:30 Uhr

Flaurling setzt auf Teilen statt wegwerfen oder verrotten lassen

Obst- und Gartenbauverein-Obfrau Karin Reiter und Wolfgang Kirchmair (li.) rufen zum Teilen auf, Bgm. Gerhard Poscher unterstützt die Aktion mit der Kundmachung der Anbieter über Amtstafel und Gemeinde-Homepage.

Es soll ein Signal gegen die Wegwerfgesellschaft sein: Wer in Flaurling den Obst- oder Gemüse-Überschuss unter die Leute bringen will, kann das im Rahmen einer Obstböres machen. Teilen heißt die Devise.

FLAURLING. Ein Überschuss von wertvollen Früchte werden in Flaurling an die Frau oder den Mann gebracht, gegen einen symbolischen Beitrag oder auch gratis - nach dem Motto: Lieber teilen statt verderben lassen – eine Idee, die beispielgebend auch für andere Gemeinde sein könnte, wie der Flaurlinger Bürgermeister Gerhard Poscher meint. Er unterstützt die Privatinitiative von Obstbauern im Dorf. "Einmal hat man zu viel an Äpfel, Birnen, Karotten oder Salat, dann zu wenig, da würde man gerne ausgleichen. So wie es früher war, wo auch Obst und Gemüse über den Gartenzaun gereicht wurde", so Poscher und weist auf einen Strukturwandel in den Gemeinden hin: "Es gibt regen Zuzug, es wird viel gebaut, viele Einheiten haben keinen Garten, da gerät diese Art der Weitergabe in Vergessenheit oder man macht das einfach nicht mehr, es gibt eine Hemmschwelle. Diese Aktion schafft neues Bewusstsein, es stärkt das Miteinander - und die Produkte sind obendrein natürlich bio."
Das alles soll nun unter dem Titel "Obstbörse" funktionieren, es soll keine kommerzielle Geschichte werden: Jene, die etwas abzugeben haben, nicht wissen wohin damit, werden an der Amtstafel oder über die Gemeinde-Homepage kundgemacht. Interessenten, die das gerne hätten, holen sich das kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag oder tauschen gegen eigene Güter. Koordiniert wird die Aktion vom Gartenbauverein unter Obfrau Karin Reiter und Wolfgang Kirchmair (0680-4449619).
Flaurling sieht sich als Auftakt-Ort für diese Art der Teilaktion, die sich ausweiten könnte: "Wir betreten damit ein Neuland. Ich bin überzeugt, dass auch andere Gemeinden dem Beispiel folgen werden", so Poscher.
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