02.09.2016, 16:16 Uhr

Gemeinsam mit Menschen mit Behinderung Lösungen finden

Am Mittwoch erlebten im WK-Festsaal in Imst zahlreiche Interessierte eine neue Form der Diskussion über die Anliegen von Menschen mit Behinderung: Ein innovativer und breit angelegter Prozess sammelte Anliegen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, Lernschwierigkeiten und psychischen Krankheiten. Nun werden in Form des legislativen Theaters mit allen Interessierten Lösungen erarbeitet. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung eines neuen Behindertengesetzes in Tirol.

40 Teilnehmende in Imst

Es ist eine kleine Gruppe von Menschen mit verschiedensten Behinderungen, die in mehreren Workshops Szenen ausgearbeitet haben. Diese zeigen die Schwierigkeiten und Probleme, mit denen die Betroffenen im Alltag konfrontiert sind. Die Szenen werden nun in jedem Bezirk aufgeführt. Eingeladen wurden alle Menschen mit Behinderung, die eine Leistung des Landes Tirol in Anspruch nehmen, VertreterInnen aller Behinderteneinrichtungen, aber auch die interessierte Öffentlichkeit. In Imst brachten sich rund 40 BesucherInnen durch aktives Mitspielen in die Szenen ein und erarbeiteten mit den SpielerInnen Ideen und Lösungsvorschläge. Die SpielerInnen haben ihr Können durch Improvisation und Kreativität unter Beweis stellen können. Gebärdendolmetsch ermöglichte eine Teilnahme für alle. Es herrschte eine angeregte und sehr gute Stimmung. Viele Themen wurden angesprochen, diskutiert und mögliche Lösungen für Verbesserungen gesucht. Diese Lösungsansätze wurden dokumentiert und werden im Gesetzwerdungsprozess verarbeitet. Besonders die Forderung der teilnehmenden Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen nach Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit wurde im Rahmen des Forumtheaters zum Ausdruck gebracht.

Aktive Teilhabe

„Wir übernehmen eine Vorreiterrolle – als erstes Bundessland in Österreich binden wir Menschen mit Behinderung über einen breit angelegten, kreativen und innovativen Prozess in die Vorbereitung des neuen Behindertenhilfegesetzes aktiv ein. Ihre Anliegen und Bedürfnisse sowie ihre Vorschläge werden gesammelt“, berichtet Soziallandesrätin Christine Baur. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sieht eine aktive Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vor. Dieser Aufforderung kommt das Land Tirol auch durch diesen Gesetzwerdungsprozess nach.
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