09.02.2017, 15:09 Uhr

Hannibal – Gletscherschauspiel

Senatswahl-Casting am Rettenbach Gletscher im Januar 2017 (Foto: Ernst Lorenzi)

Elefant übersiedelt vom Salzburger Festspielhaus in die Bergwelt der Ötztaler Alpen

SÖLDEN. “Die Liebe der Danae, Sommer 2016, Großes Festspielhaus. Ich sehe Alvis Hermanis´ Inszenierung der Richard Strauss Oper und denke: diese Stufenpyramide erinnert mich stark an jene Schneepyramide im Gletscherschauspiel HANNIBAL. Und dann kommt da von rechts ein lebensgroßer weißer Elefant hereingerollt. Was für ein herrlicher Zufall. Etliche Wendungen und Absprachen später fährt ein riesiger LKW der Bergbahnen Sölden bepackt mit dem Dickhäuter Richtung Gletscher. Dank Salzburger Festspiele konnte die strahlende Skulptur aus dem Kulissenzoo geholt und in die Bergwelt der Ötztaler Alpen freigelassen werden,” erzählt Regisseur Hubert Lepka.

Ein Elefant zu Seinesgleichen

Auf einem über 3000m liegenden Gletscherplateau traf er nun auf Seinesgleichen: die Pistenbullys der Bergbahnen Sölden, die in Hannibals Heer die Elefantentruppe bilden. Dank guter Vorbereitung bei den Salzburger Festspielen und dicker Haut bestand der weiße Elefant ohne jede Bühnenscheu die Audition. Neben und auf ihm tanzend wurden die beiden Tänzer Maayan Reiter und Sami Similä in den Senat von Karthago gewählt. Von Rotraud Kern - einer erfahrenen Teilnehmerin des Gletscherschauspiels - angeleitet, freute sich Sami (er stammt aus Finnland) über heimatliche Temperaturen. Maayan war erstmals auf einem Gletscher. Für die Israelin ist das Terrain so ungewohnt wie für den weißen Elefanten aus dem Opernhaus. Sollte er nicht auch einen Namen bekommen? Pollux vielleicht. Viel Glück Maayan, Sami und Pollux. Das Training mit der Herde beginnt im April!

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Fotos: Senatswahl-Casting am Rettenbach Gletscher im Januar 2017, © Ernst Lorenzi
Diese und weitere Pressefotos zum Download hier: http://www.torren.at/mainmenu/produktionen/2009-20...

Hannibal 2017

Österreich | Sölden | Rettenbach Gletscher
Freitag, 21. April 2017 | 19.30 Uhr | Abenddämmerung

Das Künstlernetzwerk Lawine Torrèn inszeniert seit 2001 die Lebensgeschichte Hannibals als Gletscherschauspiel um Machtstreben, Leadership, Intrigen und Weltpolitik, als ein “House of Cards” aus Schnee. Der Rettenbach Gletscher gleicht einem Tier: Auf seiner tausende Jahre alten Haut spielt die größte zeitgenössische Performance der Welt. HANNIBAL überquert die Alpen. Auf 3000 m Seehöhe. Kein Bühnenrand, kein Schnürboden, kein Orchestergraben, nichts hält Hannibal auf. In dieser Eiswelt inmitten der Dreitausender der Ötztaler Alpen ist die Szenerie so großartig, wie die Berge selbst. 300 Spitzensportler, Piloten der Flying Bulls, Tänzer, Schauspieler und Bergsteiger, ein ganzer Ort ist auf den Beinen, wenn 37 Pistenbullys über den Gletscher stampfen: die Elefanten.

Die Geschichte:

218 v. Chr. überquerte Hannibal aus Karthago in nur zehn Tagen mit 60.000 Mann und 37 Elefanten die Alpen. Er überwand steile Bergflanken, das sich plötzlich ändernde Wetter, die Lawinen und besiegte Italien. Trotz militärischer Überlegenheit verzichtete Hannibal jedoch auf die Eroberung Roms. Ein Verzicht mit historischen Konsequenzen: Dem Zögern folgte die Niederlage gegen die Römer unter Scipio in der Schlacht bei Zama. Rom stieg zur beherrschenden Macht im Mittelmeerraum auf, Karthago - auf dem afrikanischen Kontinent gelegen, dort wo heute Tunis ist - versank in Bedeutungslosigkeit.
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