31.01.2012, 00:00 Uhr

Herwig van Staa weist Vorwürfe zurück

(Foto: Archiv)
Die unlängst in den Imster BEZIRKSBLÄTTERN veröffentlichten Vorwürfe von Ex-Bürgermeister Sepp Reinstadler in Richtung des ehemaligen Landeshauptmannes Herwig van Staa will dieser nicht auf sich sitzenlassen. Van Staa bezichtigt nun seinerseits Reinstadler der Lüge und erklärt: "Zu den Äußerungen von Sepp Reinstadler stelle ich klar, dass ich niemals ein Vier-Augen-Gespräch mit ihm geführt habe. Bereits vor meiner Zeit als aktiver Kommunal- bzw. Landespolitiker (also noch vor dem Jahr 1989) wurde ich von Personen, die Herrn Reinstadler gut kennen, darauf aufmerksam gemacht, dass er eine merkwürdige Auffassung bezüglich wahrheitsgetreuer Wiedergabe von Besprechungen habe. Ich habe diese Hinweise stets beachtet, und möchte deshalb noch einmal festhalten, dass es auch kein Vier-Augen-Gespräch mit ihm in Galtür gegeben hat. Die von Reinstadler erwähnte Veranstaltung des Gemeindeverbandes im Jahr 2006 fand übrigens zwei Jahre vor dem Beginn der derzeit immer noch laufenden Agrardebatte statt."

Van Staa fühlt sich allgemein von den Medien schlecht behandelt und meint mit unmissverständlichem Unterton weiter: "Abschließend halte ich fest, dass ich seit der Übernahme von politischen Funktionen auf Gemeinde- und Landesebene im Jahr 1989 weder als Kläger noch als Beklagter vor Gericht aufgetreten bin. Ich hoffe, dass ich diese Haltung - trotz immer wiederkehrender unwahrer medialer Berichterstattung - beibehalten kann."

Sepp Reinstadler kann naturgemäß diesen Darstellungen nichts abgewinnen und fährt weiter schwere Geschütze gegen den nunmehrigen Landtagspräsidenten auf: "Ich bleibe dabei, das Gespräch hat in dieser Form stattgefunden, es gibt sogar zwei Zeugen dafür. Van Staa hat mir unmissverständlich klar gemacht, das ich und meine Gemeinde Nachteile zu spüren bekommen, wenn ich in der Agrarfrage keine Ruhe gebe."

Auch dass die "Agrardiskussion" erst 2008 begonen hat, lässt Reinstadler nicht gelten: "Ich kämpfe nachweislich schon seit über zehn Jahren gegen das Unrecht auf der Tanzalpe, dazu gibt es Presseberichte. Van Staa hat sich mit seinem Verhalten schon mehrmals in ein schiefes Licht gerückt, siehe Zusage der Talabfahrt im Pitztal oder die Affäre seiner Aussagen rund um den deutschen Politiker Joschka Fischer."

Herwig van Staa bestreitet nun auch abseits dieses Konfliktes den Vorwurf, dass er sich bei der Buchpräsentation "Die Agrargemeinschaften in Westösterreich" in bedenkliche Nähe zum umstrittenen Agrarverband West gerückt habe. Er glaubt: "Die angesprochene Buchpräsentation ist nicht von der "Agrar West", sondern vom Verlag des Buches veranstaltet worden. Die gesamte Veranstaltung war geprägt von einer sachlichen, wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch meine Stellungnahme erfolgte in einer sehr ausgewogenen Form."

Diesem Statement bringt Fritz Dinkhauser auf die Palme: „Die radikalen Agrarier der Plattform Agrar und der Agrar West haben die Buchpräsentation im Internet beworben, auch der Anwalt der Agrarier hat kräftig die Werbetrommel dafür gerührt. Viel entscheidender ist, dass die Agrargemeinschaften diese Bücher kaufen und finanzieren. Wohlgemerkt großteils mit dem Geld, das den Gemeinden laut Verfassungsgerichtshof zusteht. Für das Agrargemeinschaftsbuch Band I sind so 250.000 € zusammengekommen, für den Band II liegen uns zahlreiche Beschlüsse von Agrargemeinschaften zur Bestellung vor und für den Band III treibt der Anwalt der Agrarier dieser Tage mit Rechnungen und beigelegtem Erlagschein Gelder ein. Schließlich will er 350.000 € zusammenbekommen. Diese Bücher sind von Band I bis Band III von den Agrariern initiiert und finanziert!“

Das letzte Wort scheint also auf "beiden Baustellen" noch lange nicht gesprochen zu sein.
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Benno Trebo aus Innsbruck | 31.01.2012 | 16:19   Melden
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