09.09.2016, 14:33 Uhr

Jubiläumsfeierlichkeiten im Stift Stams von 23.-25.September 2016 - Abschluss der Sanierungsarbeiten u. historisches Gedenken

STAMS(alra). Im Stift Stams bereitet man sich zur Zeit auf ein großes Jubiläumswochenende vom 23. bis 25. September vor, an dem es gleich dreifach Anlass zu feiern gibt.
Zum einen wird der Barockisierung des Stiftes vor 300 Jahren gedacht, die Jahreszahl 1716 ist auf dem berühmten Rosengitter ersichtlich - zum anderen sind genau 200 Jahre vergangen seit das Kloster 1816 nach der bayrischen Besatzung wiederbelebt wurde. Und nicht zuletzt wird mit dem Jubiläum der erfolgreiche Abschluss der zwei Jahrzehnte dauernden Instandhaltungsarbeiten am Gebäude gefeiert - ein Zeitraum der Großteils in die Wirkungsphase von Abt German Erd fiel, der seit 2003 als 44. Abt im Stift Stams wirkt, das 1273 von Meinhard II. gegründet wurde.

Im Jahr 1998 wurde festgestellt, dass der markante Ostturm Abweichungen vom Lot aufwies und nur durch massive Erhaltungsmaßnahmen gerettet werden kann. Eine anschließende detaillierte Erhebung der Türme, Fassaden und Dächer offenbarte die Unumgänglichkeit einer umfassenden langfristigen Sanierung des Stiftes, das bereits seit Jahrhunderten als weithin sichtbares Denkmal eine tragende Rolle im Tiroler Geistes - und Kulturleben ausübte.

Ein durchaus schwieriges Unterfangen voller Herausforderungen wurde eingeleitet, das eine sehr behutsame Vorgangsweise und professionelle Begleitung erforderte. Mit Architekt Wolfgang Bauer zu Beginn, dann ab 2008 mit Max Schönherr konnte über die Jahre eine sehr kompetente Umsetzung gewährleistet werden, die alle Schnittstellen zwischen Behörden und ausführenden Firmen effizient zusammenführte.
Immerhin galt es die Schäden an der Bausubstanz bis zum Maß der Notwendigkeit zu beheben, ohne die noch stabilen Elemente des geschützten Baudenkmals zu beeinträchtigen.

Finanziell wurde das Vorhaben, das seit 1998 jährlich ca. 1 Million Euro für insgesamt 22 Bauabschnitte erforderte, durch das Land Tirol (45%), die Landesgedächtnisstiftung (45%) und die Republik Österreich (10%) möglich. Weitere Förderungen unterstützten die Realisierung von zusätzlichen Projekten, die den Gesamteindruck im Sinne der Restaurierung und Instandhaltung abrundeten. So verlangten satte 15.000m2 Dachfläche samt historischen Dachstühlen nach einer fachgerechten und aufwendigen Sanierung, die gesamten Elektroinstallationen mussten neu verlegt werden, Fassaden und Fundamente wurden entfeuchtet, saniert und alle Dachwässer kanalisiert, die Fenster wurden einer Reparatur bzw. Erneuerung unterzogen.

Das Stift Stams geht nach seiner über 740 Jahre dauernden Geschichte nun mit einem beispielhaft gelungenen Ergebnis aus der immerhin ersten umfassenden Sanierung seit Bestehen heraus und für die Gebäudebeständigkeit der nächsten 100 Jahre dürfte wohl gesorgt sein - so die positive Vorausschau der Experten.

Und der Blick in die Zukunft war und ist im Stift Stams ohnehin ein sehr intensiver - das Stift Stams ist einerseits reich an Geschichte, Kunst und Kultur aus vergangenen Zeiten und trotzdem unterscheidet es sich von vielen anderen Klöstern durch die Öffnung und die alltägliche Lebendigkeit, die nicht zuletzt durch den regen Betrieb in den integrierten Bildungseinrichtungen vorherrscht.
So bewegen sich in den altehrwürdigen Räumlichkeiten und im umliegenden Areal an einem Schultag ca. 1500 Schüler, Studenten und Lehrpersonen.
Zweifellos darf das Stift Stams neben seiner Funktion als religiöses und kulturelles Wirkungszentrum, auch als Stätte der Bildung, Begegnung, Kommunikation und des Fortschritts bezeichnet werden, das sich neben dem Erhalt der historischen Wirklichkeit auch immer offen für zukunftsweisende Ideen und innovative Veränderungen gezeigt hat.

Zum Jubiläumswochenende vom 23. - 25. September, an dem LH Günther Platter, LH Arno Kompatscher (Südtirol) sowie LT-Präs. Herwig van Staa anwesend sein werden, wurde ein umfangreiches Programm erstellt, das den Besuchern sowohl informative Einblicke als auch Unterhaltung bieten wird.
Von der Präsentation einer Sonderbriefmarke, eines Bildbandes, Festgottesdienst in der Basilika, verschiedenen Führungen, Malteser-Leistungsschau, Konzert und Theater, bis hin zu Verpflegung und Musik reicht das Angebot.

Termine u. Programmübersicht Jubiläumswochenende/ Tag der offenen Tür/ Tag des Denkmals: www.stiftstams.at
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