03.10.2014, 14:15 Uhr

Leserbrief

Ich fühle mich zu Tode verwaltet, ausgeplündert, meiner Möglichkeiten, Menschen in Not zu helfen, beraubt. Das ist eine harte Erkenntnis, die der Erklärung bedarf. Bevor ich dahin gehe, möchte ich meinen Mitmenschen aber zurufen, wacht auf, wacht endlich auf, es ist fünf Minuten vor zwölf. Statt noch immer täglich die NS-Zeit herauf zu beschwören, seht, was vor unserer Haustür geschieht und wie eine unaufhaltbare Walze auf uns zukommt, unabhängig von der Bedrohung durch IS. Zunächst möchte ich meine Möglichkeiten, aus Prinzip sparsam zu leben, beschreiben. Sparsam zu essen, nichts verkommen zu lassen, Strom, Warm- und Kaltwasser, Heizung einzusparen, ohne Auto auszukommen, notabene. Das gelingt mir vortrefflich, weil ich mein Leben so eingerichtet habe. Ich stelle aber wieder einmal fest, dass das Resultat in peanuts zu berechnen ist, gegen Kosten, die ich unbeeinflussbar zu entrichten habe.
Zunächst gesagt, es muss alles verwaltet und auf Euro und Cent beglichen werden.
Müllgebühren: 1 Tonne pro Haushalt 160,- Euro im Jahr plus 50,- Euro Grundsteuer für die Tonne heißt 210 Euro für eine Dienstleistung, die ich mangels Restmüll nur sechsmal im Jahr und auch dann nur halbgefüllt, in Anspruch nehmen kann! Alles Andere, als da sind Zeitungen, Flaschen, Plastikmüll, loses Papier und Malmüll holt Issba einmal im Monat. Kosten 90 Euro im Jahr, vergleichsweise billig. Also 300 Euro pro Jahr für die Müllentsorgung eines sehr bescheidenen Ein-Personenhaushaltes.
Was ist dagegen mein lächerlich geringer Warm- und Kaltwasserverbrauch, Heizung, Kanalgebühren und Lebensmittel? Nichts. Und dann werde ich noch verwaltet, alles muss hinein in die Endabrechnung nach der die Verwaltungskosten, natürlich auch von Mülltonne und Kompagnons, techem etc. berechnet werden. Über diese Summe wird meinerseits geschwiegen! Und vor unserer Tür stehen Millionen Menschen in größter Not, Kriegs- und Todesgefahr entkommen, denen wir, ob wir wollen oder nicht, helfen müssen. „Kinder im Krieg“ mein Thema! Es ist zum Heulen.
Denen aber, die mir helfen, werde ich nach der Kunststrasse öffentlich und namentlich danken!
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