21.05.2017, 14:35 Uhr

Manu Delago - eindrucksvoller Metromonk Tourstopp beim TschirgArt Jazzfestival in Imst

Manu Delago
IMST(alra). Der in London lebende Tiroler Manu Delago hat sich als Meister seines außergewöhnlichen Instrumentes - dem Hang - längst in der internationalen Musikwelt weit oben etabiliert. Nach intensiven Touren mit Weltstars wie Björk, Anoushka Shankar und The Cinematic Orchestra, beschreitet Delago derzeit wieder Solopfade. Am Donnerstagabend gab es nach Auftritten in Australien, England und den USA nun erfreulicherweise auch ein Heimspiel beim TschirgArt Jazzfestival in Imst, um das aktuelle Album "Metromonk" in einer eindrucksvollen Show zu präsentieren.

Das Hang ist ein relativ junges Instrument das 2001 erstmals öffentlich vorgestellt wurde. Bestehend aus zwei miteinander verbundenen Metallkuppeln, lässt es sich magisch-meditative Klänge entlocken, deren Wirkung voll und ganz in der Sensibilität der Hände des Spielers liegt - eine Gabe die Manu Delago im Höchstmaß beherrscht, er ist ein Virtuose im vielfältigen Berühren des Hangs - vom sanften darüber streichen bis zum kraftvoll-energetischen Schlagen setzt unterschiedliche Stimmungsfarben frei, die er als meditative oder treibende Rhythmen mit allerlei experimentellen Manipulationen zusammenführt und damit das Publikum mit Neuem und Ungewohntem begeistert und überrascht.

Gemeinsam mit Isa Kurz - Piano, Violin, Vocals und Chris Norz - Beats, Timpani bot der Musiker einen eindrucksvollen Einblick in seine visionären Soundscapes. Von der reduzierten Hang-Performance, sphärischem Ambient bis hin zu elektronisch-lastigen Elementen und satten, dynamischen Beats, teils unterlegt mit kunstvollen Visuals, erschloss die starke Besetzung ein weites und innovatives Feld der musikalischen Möglichkeiten.

Manu Delago beherrscht die Kunst tiefe Stimmungsbilder zu erschaffen und diese in eine sehr individuelle Klangsprache zu fassen. Der Komponist, Produzent, Hang- und Percussionmusiker dringt dabei in erfrischend fordernde Bereiche ein, die sich mit ausgereiften Stücken wie "Mesmer mesmerising" oder "Spaceful" zum sehr komplexen, anspruchsvollen Erlebnis für alle Sinne vereinen. Zu Bestaunen gab es neben dem exotischen Hang und dem "handmade-Sound" auch futuristische Technik - etwas das Alphasphere, optisch eine Art musikalische Zauberkugel - wurde von Isa Kurz gekonnt eingesetzt.


Den ersten Teil des Abends übernahm das Pete Josef Duo - der Sänger und Multiinstrumentalist aus Bristol ließ gemeinsam mit dem Drummer Barney Sage Jazz, Pop, Soul und Dance-Beats in den Songs aus seinem neuen Album "Colour" verschmelzen.

"A step feat. Pete Josef" ist die Singleauskoppelung des Delago Albums Metromonk und für die Live-Performance des betörend atmosphärischen Songs betrat Pete Josef in Imst dann nach seinem Solo-Vorprogramm auch noch gemeinsam mit Manu Delago die Bühne.

Melancholisch, mit eindringlichem Gesang und eingängigen Texten bot der aufstrebende UK-Newcomer Pete Josef (Platz 2 der „Tracks des Jahres“ auf Gilles Petersons Worldwide Award-Liste) den stimmigen Einstieg in den Abend.

Das Konzert bereicherte das TschirgArt Jazzfestivals um ein starkes innovatives Element, das Raum für Neue erweiternde und Genre-übergreifende Entwicklungen bot und sich dem Publikum Dank Manu Delagos genialer Vielseitigkeit als audiovisuelles Gesamterlebnis erschloss.
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