04.10.2014, 20:04 Uhr

Martinfest mit Aşura-Speisung

Dr. Birgit Huber (2.v.l.) referierte über Bräuche und wurde von Dr. Edith Hessenberger und GV Güven Tekcan herzlich im Noaflhaus begrüßt.
Telfs: Noaflhaus |

Am 2. Oktober fand im Telfer Noaflhaus die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe "alte neue telfer innen" statt. Der Vortrag von Dr. Brigit Huber über alte, neue und Konvergenz-Bräuche.

Bald ist es wieder so weit: In den Schulen werden Adventkränze und auf den Straßen Weihnachtsbäume aufgestellt. Martinsumzug und Krampuslauf stehen vor der Tür. Viel scheinbar religiöses Brauchtum. Aber: "Es gibt viele Bräuche, die gar nichts mit Religion zu tun haben", erzählte die Kulturwissenschaftlerin Dr. Birgit Huber in ihrem interessanten Vortrag. Viele Menschen wüssten über die Herkunft der traditionellen Jahreszeit-Bräuche nichts mehr. Und für die Angehörigen anderer Religionen sind diese scheinbar religiösen Brauchen dann manchmal auch irritierend. So sagte ein Teilnehmer eines ihrer Seminare einmal, dass bei Muslimen der Eindruck entstehen könnte, dass "Christen Bäume anbeten". Freilich werden immer öfter auch gemeinsame Feste gefeiert, in denen etwa das Teilen des Martinsfestes mit der islamischen Aşura-Speisung verbunden wird.

Interessierte Pädagoginnen

Vor allem die im Noaflhaus anwesenden Kindergartenpädagoginnen zeigten sich dann an den Tipps für die Gestaltung von gemeinsamen Feiern mit Angehörigen verschiedener religiöser Bekenntnisse sehr interessiert. Da die Wissenschaftlerin auch Seminare dazu anbietet, wird die Telfer Integrationsbeauftragte Dr. Edith Hessenberger einen solchen Workshop auch nach Telfs holen, wenn genügend Interesse besteht. Generell wurde in der anschließenden Diskussion bemerkt, dass es noch viel zu wenig Informationen über die Bräuche und religiösen Feste der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Telfs gibt, oder die Einladungen zur Festen zu spät erfolgen, sodass etwa "alte" Telfer manches muslimische Fest versäumen, weil sie zu spät oder gar nicht davon aus der Zeitung erfahren hatten. Also noch viel Arbeit für die 15.000 Telfer Integrationsbeauftragten ( (C) Mag. Ewald Heinz, Vorgänger von Dr. Edith Hessenberger) .
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Bianca Jenewein aus Hall-Rum | 13.10.2014 | 16:15   Melden
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